Putin erklärt Makron, wann der Krieg beginnt

Putin erklärt Makron, wann der Krieg beginnt
 
Am 7. Februar in den Abendstunden trafen sich der russische und französische Präsident in Moskau. Nicht nur der Tisch, an dem beide saßen. war lang, sondern auch das Gespräch selber. Es dauerte länger als fünf Stunden. Putin erklärte Makron, wann der Krieg beginnt.
 
 
Wer dem russischen Präsidenten Putin regelmäßig aufmerksam zuhört, wird in der Verkündung des Zeitpunktes des Beginns des Krieges nichts Neues gehört haben. Putin wiederholte für Makron nur das, was er bereits vor ein paar Tagen gesagt hatte. Der Krieg beginnt dann, wenn die Ukraine NATO-Mitglied wird.
 
Die Ukraine hat erklärt und dies in Regierungsdokumenten schriftlich festgehalten, dass man die Krim wieder in den Bestand der Ukraine zurückholen werde, wenn nötig mit Gewalt. Tritt die Ukraine in die NATO ein und beginnt eine Militäroperation gegen die russische Krim, so bedeutet dies nicht nur Krieg mit der Ukraine, sondern es wird der NATO-Bündnisfall ausgelöst. Da die europäischen Staaten, so auch Frankreich, davon ausgehen, dass die Krim ein Teil der Ukraine ist, werden sie an der Seite der Ukraine in den Krieg ziehen. Somit gibt es keinen Krieg zwischen Russland und der Ukraine, sondern gegen alle NATO-Staaten.
 
„Ich frage Sie – wollen Sie mit Russland kämpfen?“, - wandte sich Putin an Makron.
 
Fragen Sie Ihre Leser, Ihre Zuschauer, Ihre Internetressourcen. Wollen Sie wirklich, dass Frankreich mit Russland kämpft? Aber so wird es kommen – erklärte Putin auf der Pressekonferenz mit Makron in Moskau, bevor sich dieser dann zu einem Spaziergang auf den Roten Platz verabschiedete.
 
Putin wiederholte nochmals, dass Russland prinzipiell gegen eine Erweiterung der NATO Richtung Osten ist. Die Argumentation, dass Russland aggressiv sei, widerspricht jeglicher menschlicher Logik, denn nicht Russland bewege sich Richtung NATO-Staaten, sondern die NATO bewege sich immer näher an die russischen Grenzen.
 
Putin kommentierte weiter, dass das vereinte militärische Potential der NATO natürlich gewaltig sei, viel größer als das Russlands. Aber man solle nicht vergessen, dass Russland auch Atommacht ist. Es wird keine Sieger geben.
 
Makron nannte sein Gespräch mit Putin inhaltsreich. Die nächsten Tage werden entscheidend sein für die Regulierung des Ukrainekonfliktes. Man brauche für die Stabilität in Europa neue Mechanismen, ohne jedoch bisherige vertragliche Regelungen zu annullieren. All das, was in den letzten 30 Jahren geschaffen wurde, solle auch Bestand haben.
 
Interessant waren die Äußerungen Makrons, in denen er mitteilte, dass weder Russland noch die europäischen Staaten ein Chaos der Instabilität haben wollen. Eine Antwort, wer dann dieses Chaos der Instabilität in Europa gegenwärtig organisiert, blieb Makron schuldig.
 
Am Dienstagmorgen meldeten russische Medien, unter Bezug auf die Financial Times, dass Putin dem französischen Präsidenten mitgeteilt habe, dass, nach Beendigung der Manöver, aus Weißrussland 30.000 russische Soldaten in ihre Heimatstandorte zurückkehren werden. Die Manöver werden am 20. Februar beendet.
 
Sehr nebulös äußerte sich der Pressesprecher Putins zu irgendwelchen Vereinbarungen zwischen beiden Präsidenten. Es sei zu früh darüber zu sprechen, da sich Frankreich erst mit seinen Verbündeten, in erster Linie mit den USA abstimmen müsste.
 
Einen besonderen Leckerbissen hatte Putin dann doch noch zum Ende der Gespräche mit dem französischen Präsidenten Makron.
 
Er bot dem ehemaligen ukrainischen Präsidenten Poroschenko politisches Asyl an. Putin erzählte, dass er, als Poroschenko noch Präsident der Ukraine war, er mit ihm viele Gespräche geführt habe. Und er habe ihm gesagt, dass, trotz aller unterschiedlichen Ansichten in der Politik beider Länder, Russland bereit ist, ihm im Falle der Notwendigkeit, politisches Asyl zu gewähren. Und Putin nutzte die Pressekonferenz mit Makron in Moskau, um dieses Angebot zu erneuern.
 
Putin ist der Ansicht, dass die Strafverfolgung von Herrn Poroschenko als Staatsverbrecher ein übertriebener Versuch ist, um der jetzigen ukrainischen Regierung zu einem Erfolg zu verhelfen. In der Ukraine komme es zu massenhaften Verletzungen der Menschenrechte. Es werden alle oppositionellen und unbequemen Medien abgeschafft und die Jagd auf politische Opponenten hat begonnen.
 
Poroschenko antwortete sehr schnell und meinte, dass der Prozess gegen ihn, wo der des Staatsverrats angeklagt werden soll, ein Geschenk seines Landes an Putin ist. Er werde aber schon selber mit seinem Schicksal klarkommen.

 

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