Putin verspricht arbeitenden Rentnern mehr Rente

Putin verspricht arbeitenden Rentnern mehr Rente
 
Die Meldung ist nicht ganz neu, denn noch im alten Jahr, am 29. Dezember veröffentlichten russische Medien Informationen, dass der russische Präsident Putin versprochen hat, über eine Indexierung der Renten für russische arbeitende Rentner nachzudenken. Nun hat er nachgedacht und Aufgaben gestellt.
 
 
Lassen Sie mich ein wenig erläutern, warum diese Meldung so interessant ist. Sie ist deshalb interessant, weil Sie mich persönlich betrifft, denn ich bin arbeitender Rentner, erhalte eine Rente, aber diese wird seit einigen Jahren nicht indexiert, d.h. nicht angepasst. Was bedeutet dies in der Praxis?
 
In Russland gibt es für die normalen Rentner zweimal jährlich eine Rentenanpassung.
 
Die erste Rentenanpassung gibt es im Januar. Bezeichnet wird diese Rentenanpassung als Inflationsausgleich. So, wie die Inflation ausgefallen ist, so wird die Rente angehoben … manchmal sogar etwas mehr. Im Jahre 2020 hatten wir eine Inflation von fünf Prozent, etwas mehr als geplant, und die Rente wird im Januar um 6,2 Prozent angehoben. Auch ich bekomme diese 6,2 Prozent.
 
Die nächste Anpassung erfolgt im Mai. Wie hoch da die Anhebung ist, wissen wir noch nicht, denn sie hängt ab von den wirtschaftlichen Ergebnissen des Jahres 2020 – also der Staat muss erst seine Abschlussbilanz machen und dann wird festgelegt, wieviel Prozent es mehr gibt. Auch ich werde davon profitieren.
 
Und dann gibt es für die arbeitenden Rentner im August nochmals eine Rentenanpassung. Diese resultiert daraus, dass ein arbeitender Rentner ja weiterhin in die Rentenkasse einzahlt und aus diesen mehr eingezahlten Beiträgen resultiert natürlich der Anspruch auf mehr Rente.
 
Ich glaube, es war im Jahre 2015, irgendwie stand das im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise und den Sanktionen, die der Westen gegen Russland verhängt hatte, wo die Regierung entschied, die Rentenindexierung für arbeitende Rentner im August auszusetzen. Und diese Entscheidung wurde jährlich erneuert. Eine Ungerechtigkeit? Ja, eine Ungerechtigkeit.
 
Aber da die arbeitenden Rentner sowohl über ihre volle Altersrente verfügen, wie auch über das volle Gehalt, was sie weiter erhalten, war die Aussetzung dieser Rentenanpassung keine wirtschaftliche Katastrophe und rief somit auch keine nennenswerten Unzufriedenheiten bei den Veteranen der Arbeit hervor.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „12 Stühle“
 
Aber der Fakt bleibt, dass es ungerecht war, denn wir haben einbezahlt und müssen somit auch Geld aus der Kasse zurückbekommen.
 
Der Vorsitzende der Föderation unabhängiger Gewerkschaften in Russland hatte Putin vor einigen Tagen gebeten, doch über die Angelegenheit nochmals nachzudenken. Putin antwortete ihm:
 
„Sie haben absolut recht in der Angelegenheit, sie erfordert eine nochmalige Überlegung.“
 
Am Montag veröffentlichten die russischen Medien eine Meldung, wonach der russische Präsident Putin eine recht beachtliche Liste von Aufgaben erarbeitet hat, die die russische Regierung innerhalb ziemlich kurzer Zeit zu bearbeiten hat.
 
So hat die Regierung bis zum 1. Februar Vorschläge zur Rentenanpassung für arbeitende Pensionäre vorzulegen.
 
Die zweite Aufgabe die ebenfalls bis zum 1. Februar zu lösen ist, sind Vorschläge zum beschleunigten Bau von Studentenwohnheimen in den Universitätsstädten des Landes um die jetzigen Wohnbedingungen zu verbessern und ein zusätzliches erschwingliches Wohnangebot zu schaffen.
 
Die dritte Aufgabe, die bereits bis zum 20. Januar zu lösen ist, besteht in der Erarbeitung eines Impfnachweises für die Corona-Virus-Impfung und die Klärung, dass dieser Ausweis international anerkannt wird, wenn Bürger eine grenzüberschreitende Reise antreten.
 
Erarbeitung von zusätzlichen Maßnahmen, damit die Bürger umfassender und besser über ihre sozialen Rechte und Ansprüche auf Unterstützung materieller und finanzieller Arbeit durch den Staat informiert werden.
 
Die Organisation „Volksfront für Russland“ hat alle Anregungen, die während der Jahrespressekonferenz vorgebracht wurden, zusammenzustellen, zu analysieren und allen staatlichen Stellen zuzuleiten, in deren Verantwortungsbereich diese Anregungen und Vorschläge fallen. Der Präsident nannte den 30. Januar als Termin.
   
Die Jahrespressekonferenz – nur nochmal kurz zur Erinnerung – dauerte 4,5 Stunden. Der Präsident schaffte es auf 58 Fragen zu antworten. 7,4 Mio. Zuschauer verfolgten die Pressekonferenz.
 
Unlängst wurde eine Umfrage unter den Rentnern durchgeführt. Man wollte wissen, von welcher Rente die russischen Rentner träumen.
 
Grafik: Entwicklung Durchschnittsrente in Russland
 
Die Träume waren wirklich nicht zu verachten. Die Mehrheit der Befragten fand eine Rente zwischen 30.000 bis 45.000 Rubel, also dem durchschnittlichen Gehalt in der jeweiligen Region, gut.
 
Grafik: Entwicklung Durchschnittsgehalt in Russland
 
Wenn alle Rentner in ihrem aktiven Arbeitsleben ehrlich in die Sozialkassen einbezahlt und nicht am Schema „Gehalt im Umschlag“ teilgenommen hätten, so wäre der russische Staat bestimmt in der Lage, diesen Wunsch vielleicht nicht vollständig aber doch im großen Umfang zu erfüllen.
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