Realeinkommen der Russen 2021 mit Rekordwachstum

Realeinkommen der Russen 2021 mit Rekordwachstum
 
Russland ist das Land, welches man mit normalem Verstand nicht verstehen und mit einer normalen Elle nicht messen kann – sagte einmal Tutschew. So ist es wohl mit dem normalen menschlichen Verstand nicht zu verstehen, dass mitten in der tiefsten Corona- und anderer Krisen, die Realeinkommen der Russen so stark gestiegen sind, wie niemals in den acht vorangegangenen Jahren zuvor.
 
 
Es war in der Vergangenheit schon einiges unklar, also unerklärbar, wenn die offiziellen russischen Statistiken meldeten, dass die Realeinkommen der Russen sinken. Wenn Realeinkommen sinken, so haben also die Russen weniger Geld zur Verfügung, um Sparkonten aufzustocken, Immobilien und Autos zu kaufen, Reisen zu unternehmen und Geld für den täglichen Konsum auszugeben. Dies wäre die einfache logische Schlussfolgerung aus der Erkenntnis dieser staatlichen Statistik. Andere staatliche Statistiken besagen aber, dass die Spareinlagen der Bevölkerung wuchsen, der Immobilien- und Fahrzeugmarkt boomt, der durchschnittliche Scheck im Supermarkt und den Restaurants wächst. Wie kann das sein – wenn die Realeinkommen sinken?
 
 
Die einfache Erklärung ist, dass die staatlichen Statistiken natürlich nur Fakten erfassen und wohl selten etwas hinterfragen.
 
Wenn nämlich der russische Arbeitgeber wieder seine Aktivitäten mit seinen Arbeitnehmern zum System des „Gehaltes im Umschlag“ aktiviert, so zahlt er natürlich offiziell weniger Gehalt, das Realeinkommen sinkt. Genau das erfasst die staatliche Statistik.
 
Die staatliche Statistik erfasst aber nicht den Sozialbetrug den Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam begehen. Letztendlich führt dieser Sozialbetrug dazu, dass der Staat weniger Geld im Staatssäckel, der Arbeitnehmer aber mehr Geld für seinen Konsum hat. Das sich der Arbeitnehmer selber betrügt, merkt er erst, wenn er mit 65 Jahren seinen Rentenantrag stellt und feststellt, dass er nur eine magere Rente bekommt. Wer eben wenig einzahlt, bekommt auch wenig raus.
 
 
Und dann greift an dieser Stelle wieder die staatliche Statistik, die natürlich fixiert, dass die Realrenten fallen, die Realeinkommen der Russen fallen. Wir sprechen hier also von einer Zeitzünderbombe.
 
In den Jahren 2014 bis 2017 fielen die Realeinkommen der Russen. Im Jahre 2018 kam es zu einem leichten Anstieg von 0,4 Prozent, 2019 von einem Prozent und im Jahre 2020 fielen die Realeinkommen wieder um zwei Prozent.
 
Es sei nochmals daran erinnert, dass im gleichen Zeitraum auch der Immobilien- und Fahrzeugmarkt, die Reisebranche und der Bankensektor boomte. Erkennen Sie den Widerspruch – meine lieben Zuschauer?
 
 
Und somit erinnern wir uns nochmal an Tutschew: Russland kann man mit dem normalen Verstand nicht verstehen. Man braucht also schon einen etwas anderen Verstand, ein etwas anderes Verständnis, um Vorgänge in Russland richtig bewerten zu können. Die häufig sehr … hm, „schlichte“ Wahrheitsvermittlung von deutschen angeblichen Russlandkennern in Deutschland, rufen somit nur ein amüsiertes Lächeln bei denen hervor, die sich wirklich tiefgründig mit gesellschaftlichen Vorgängen im Lande beschäftigen – eben, um dieses Land zu verstehen und nicht, um dieses Land zu diskreditieren. Um das Land zu diskreditieren, braucht es keine tiefgründigen Kenntnisse. Es reicht, einfach nur Gerüchte und Behauptungen loszulassen. Die gegenwärtige Praxis zeigt die Richtigkeit und Funktionsfähigkeit dieses Prinzips.
 
 
Nun aber sind die Realeinkommen der Russen im Jahre 2021 enorm gestiegen – so stark, wie niemals zuvor in den vergangenen acht Jahren – und dass, trotz der Krisen, in denen das Land und die russische Gesellschaft sich ja angeblich ständig befinden sollen.
 
So sollen die real verfügbaren finanziellen Mittel der Russen im Jahre 2021 um 3,1 Prozent gestiegen sein. Das sagt die staatliche Statistik. Das föderale Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung war von einer geringeren Zahl ausgegangen. Letztmalig gab es einen so großen Zuwachs im Jahre 2013 mit vier Prozent.
 
Anmerkung: Russland versteht unter Realeinkommen die Summe, die dem Verbraucher bleibt, nachdem er alle Steuern, Abgaben und Kreditzinsen bezahlt hat. Ebenso wird jährlich eine Neubewertung des Indexes der Einzelhandelspreise vorgenommen und bei der Bewertung des Realeinkommens berücksichtigt.
 
Der föderale Staatshaushalt geht davon aus, dass die Realeinkommen der Russen im Jahre 2022 um 2,4 Prozent und in den Jahren 2023 und 2024 um je 2,5 Prozent wachsen.
 
 
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