Russisches Sprichwort: Der Geizige bezahlt doppelt. Bezahlt BMW doppelt?

Russisches Sprichwort: Der Geizige bezahlt doppelt. Bezahlt BMW doppelt?

 

Am Mittwoch formulierte Herr Manturow, der föderale Minister für Industrie und Handel, einen merkwürdigen Satz: „Wenn ich richtig verstehe, will BMW weiter bei „Avtotor“ bleiben.“ Natürlich wird BMW nicht doppelt bezahlen. Aber der Gewinn wird wohl mindestens halbiert.

 

 

Auf den ersten Blick scheint dieser kleine Satz davon zu zeugen, dass der Herr Minister nicht informiert, nicht überzeugt ist. Doch auf den zweiten Blick wird klar, dass der Herr Minister bestens informiert ist und wohl über eine derartige Formulierung nur zum Ausdruck bringen will: „Der Geizige bezahlt doppelt“ oder mit anderen Worten: BMW wird wohl zukünftig keinen Maximalgewinn einfahren, sondern nach wie vor seine Gewinne mit „Avtotor“ teilen müssen.

Den interessierten Leser werden die Meldungen vor einigen Monaten irritiert haben, wonach BMW bei den zuständigen föderalen Organen einen Antrag auf einen Sonderinvestitionsvertrag mit der Russischen Föderation gestellt hat. Wenige Tage später hat die Kaliningrader Fahrzeugholding „Avtotor“ ebenfalls einen derartigen Antrag gestellt und in diesem Antrag war auch die Firma BMW genannt.

Wenn ich richtig informiert bin, haben alle Fahrzeughersteller in Russland mit der Föderalregierung den Sonderinvestitionsvertrag unterzeichnet und erhalten damit besondere Förderung und Vergünstigungen verschiedenster Art. BMW hat dies nicht getan.

Auch jetzt kann man mit der Föderalregierung noch einen Sonderinvestitionsvertrag abschließen, nur die Bedingungen sind völlig andere, wesentlich weniger vorteilhaft. Und somit kann man auch wieder einen sowjetischen Klassiker zitieren, der angeblich gesagt haben soll: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Obwohl, BMW hat sich nicht verspätet. BMW wollte wohl nur die Rolle der Frau des Fischers übernehmen – aus dem bekannten Märchen „Der Fischer un sin Fru“.

Videoeinspielung

Und da BMW keinen eigenständigen Investitionsvertrag mit Russland abgeschlossen hat, wird die deutsche Firma weiterhin der kleinste aller Partner von „Avtotor“ bleiben – so vermutet der russische Minister in einem Interview mit der Zeitung „Wedemosti“.

„Was BMW anbelangt, so haben die selber den Prozess des Abschlusses eines Sonderinvestitionsvertrages eingefroren. Und dann trat das Gesetz über die neuen Sonderinvestitionsverträge am 13. August in Kraft und es ist klar, dass wir mit BMW keine Vereinbarungen zu alten Konditionen abschließen können. Somit wird wohl BMW seine Tätigkeit im Rahmen von „Avtotor“ entwickeln“, - so Minister Manturow.

 

 

„Avtotor“ hat mit der russischen Regierung eine Sonderinvestitionsvereinbarung zu alten, günstigen Konditionen unterzeichnet. Vermutlich wird man mit BMW wohl kaum Fifti-Fifti machen. Die Nerven die Scherbakow Senior in den letzten Jahren im Zusammenhang mit BMW gelassen hat, werden sicher teuer aufgerechnet.

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