Russland beginnt Karten aufzudecken – wir sehen ein düsteres Szenarium

Russland beginnt Karten aufzudecken – wir sehen ein düsteres Szenarium
 
Am Donnerstag gab der stellvertretende russische Außenminister Rjabkow dem Sender RTVI ein Interview und erklärte den Zuschauern, was Russland darunter versteht, gleiche Bedrohungen für die USA zu schaffen, so wie diese Bedrohungen für Russland aufbauen.
 
 
Rjabkow kommentierte, dass Russland Maßnahmen auf der Linie seiner Seestreitkräfte durchführen könnte – dies für den Fall, dass sich alles weiter in Richtung von Provokationen und Druckaufbau seitens der USA entwickelt.
 
 
Rjabkow wich der Beantwortung der Frage aus, ob Russland auch bereit ist in Venezuela oder auf Kuba russisches Militär zu stationieren. Er antwortete: „Ich will hier nichts bestätigen, will aber auch nichts ausschließen.“
 
Das veranlasste den Berater des amerikanischen Präsidenten für Sicherheitsfragen Sallivan zu einer Stellungnahme.
 
Die USA werden auf eine mögliche Stationierung von russischem Militär in Lateinamerika entschlossen reagieren – so der Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten.
 
Was bedeutet dieses „entschlossene Reagieren“? Lassen Sie uns ein wenig phantasieren!
 
Variante 1 - die USA werden entschlossen protestieren.
 
Russland hat auch gegen die Anwesenheit amerikanischer Truppen vor den Toren Russlands entschlossen protestiert und es hat in den USA niemanden interessiert. Nicht nur amerikanische, sondern auch NATO-Truppen stehen vor den Toren Russlands. Somit wird ein amerikanischer Protest auch in Russland niemanden interessieren und Russland wird seine Truppen weiterhin dorthin verlegen, wo es für seine Sicherheitsinteressen wichtig erscheint.
 
Variante 2 - Die USA werden entschlossen mit Taten vorgehen.
 
Man wird, um zuerst die seichte Variante zu nennen, neue Sanktionen verhängen – eben aus dem Arsenal, welches man bereits angekündigt hat, für den Fall, dass Russland in die Ukraine einmarschiert. Russland wird somit ebenfalls Sanktionen verhängen – wie bereits durch Peskow angekündigt, könnte dies zum Abbruch der zwischenstaatlichen Beziehungen führen. Welche Auswirkungen ein Abbruch der zwischenstaatlichen Beziehungen zwischen den USA und Russland auf die amerikanischen Verbündeten hat, bleibt abzuwarten. Abzuwarten bleibt auch, welche Auswirkungen dies auf die Arbeit der UNO und insbesondere des UNO-Sicherheitsrates hat, in dem die USA und Russland ständiges Mitglied sind. Das politische System der Welt wird aber – dazu gehört nicht viel Phantasie – ins Wanken geraten – ich denke, da gehört nicht viel Phantasie dazu, um mir zuzustimmen.
 
Die härtere Variante des entschlossenen Vorgehens der USA besteht darin, dass die USA militärisch aktiv werden – also ähnlich, wie es Israel tut, welches prophylaktisch Einrichtungen in anderen Ländern angreift und diese zerstört, damit von dort keine Bedrohung Israels mehr erfolgen kann. Ebenso könnten dies die USA tun und militärische Stützpunkte der russischen Armee oder aber Infrastrukturobjekte der betreffenden Länder, also z.B. Venezuela und Kuba angreifen und zerstören. Erinnern wir uns an die Worte Russlands, dass man auf jede Handlung der USA mit gleicher Bedrohung antworten wird, so wird auch Russland Angriffe auf amerikanische Einrichtungen oder Infrastrukturelemente der entsprechenden Länder vornehmen – vielleicht ist dies Polen, wohin Atombewaffnung aus Deutschland umgelagert werden soll, vielleicht ist es aber auch die Ukraine, die durch ihren Beitritt den NATO-Strukturen Tür und Tor öffnet und die Vorwarnzeiten für Raketen Richtung Moskau damit auf fünf Minuten verkürzt.
 
Bis zu einem Dritten Weltkrieg ist es somit nur noch ein winziger Schritt.
 
Wir erkennen also, dass die USA, nach ihrem Verständnis, für ihre Sicherheitsinteressen ungestraft alles dürfen. Andere dürfen dies nicht – meinen die USA. Aber Russland weiß auch, was zu tun ist, um die USA in ihrer selbstgefälligen Eigenüberschätzung aufzuhalten und seine eigene Sicherheit und Souveränität zu gewährleisten.
 
 
So äußerte der russische Außenminister Lawrow am Freitag, dass Russland bei einem Engagement in anderen Ländern von globalen Sicherheitsinteressen ausgeht. Russland ist bereit für alle Sanktionen, die man sich im Westen ausdenkt. Man hat sich auf alle Varianten der Entwicklung der Ereignisse in der Wirtschaft vorbereitet. Man habe alles getan, um die Sicherheit Russlands zu organisieren. Russland werde nicht mehr darauf warten, dass es im Westen zu irgendwelchen Veränderungen kommt.
 
Probleme sieht Lawrow in den Bereichen der internationalen Wirtschaft, wo der Westen Strukturen kontrolliert. Russland hat bereits begonnen, sich von derartigen Strukturen zu trennen und wird diesen Prozess jetzt im beschleunigten Tempo fortsetzen. Dies betrifft in erster Linie den Hochtechnologiebereich.
 
 
Lawrow informierte auch, dass die Forderungen Russlands keine Speisekarte sind, aus der man sich das Schmackhafteste auswählen kann und was einem nicht appetitlich aussieht, lässt man unberücksichtigt. Die Forderungen Russlands sind ein Paket und als Gesamtes zu erfüllen. Lawrow zeigte sich zuversichtlich, dass die USA in Wochenfrist (plus/minus) antworten werden. 
 
 
Zur aktuellen Situation äußerte sich auch der Vorsitzende der russischen Staatsduma Wjatscheslaw Wolodin. Er forderte die Kongressmitglieder der USA auf, die Vereinbarungen, die in mehreren Gesprächen zwischen den Präsidenten beider Länder erzielt worden sind, zu beachten. Man solle sich also mit Fragen der globalen Sicherheit beschäftigen und nicht frech, drohend und einschüchternd auftreten. Er forderte die Kongressabgeordneten auf darüber nachzudenken, ob die von ihnen geplanten Sanktionen gegen Russland nicht auch Folgen für die USA selber haben könnten. Wenn man glaubt, Russland damit erschrecken zu können, so irren die Abgeordneten. Es wird nur zum Abbruch der Beziehungen kommen.
 
Wolodin erinnerte daran, dass Russland über Waffen verfüge, die kein anderes Land der Welt besitzt. Moskau hat diese Waffen in den Gesprächen mit der NATO bisher niemals erwähnt.
 
Abschließend noch die Information, dass das russische Verteidigungsministerium am Freitag mitgeteilt hat, dass eine ungeplante Militärübung im Osten des Landes begonnen hat. Es nehmen Truppen des Militärbezirkes OST an der Kommandostabsübung teil. Trainiert wird die Umgruppierung von Truppenteilen und die Verlegung auf große Entfernung über das ganze Land. Besonders getestet werden soll die Transport-Infrastruktur Russlands.
 
 
Die Truppen werden auf Übungsplätze verlegt, die sie bisher nicht kannten – geübt wird also auf unbekanntem Gelände. Es werden taktische Übungselemente und Gefechtsschießen durchgeführt.
 

 

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Kommentare ( 6 )

  • felix

    Veröffentlicht: 14. Januar 2022 20:27 pm

    Wenn sich Russland in den aktuellen Verhandlungen nicht so anstellen würde könnte über Ost West Verbesserungen beraten werden, aber leider verhandelt Russland fast wie in der Steinzeit - mit ungewissem Ausgang.
    Russland will sein sicheres Nest erhalten, aber seinem Bruderland pfuscht es ins Gehege, und findet das scheinbar in Ordnung ?
    Die den USA vorgeworfene selbstgefällige Eigenüberschätzung kann man mit diesem Verhalten bei Russland auch feststellen.
    In unserer gemeinsamen Welt wird es erst besser mit besserem Miteinander - niemals mit Aggression, Drohungen oder Krieg, wer noch so denkt, denkt wie im Mittelalter - wir leben aber in einer anderen Zeit mit genug Problemen !
    Mir fällt nur noch ein "Russland bitte wach auf".

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 14. Januar 2022 20:31

      ... ich bin jetzt etwas irritiert. Sie hatten sich doch aus dem Portal abgemeldet - oder habe ich da etwas verkehrt verstanden?

  • felix

    Veröffentlicht: 14. Januar 2022 20:47 pm

    @ Uwe Erich Niemeyer,
    ich wollte Russland für die Diplomatie zum Westen etwas unterstützen, das lasse ich. Hier habe ich meinem Herzen Luft gemacht, und auf die Situation verwiesen.
    Ich bleibe Russland Freund, so wie schon 50 Jahre, aber ohne kleine Ratschläge.
    Beendet habe ich meinen Versuch, sonst nichts - ab und zu melde ich mich sicher, wenn Sie mich veröffentlichen.
    Alles Gute

  • A. Bienenfreund

    Veröffentlicht: 17. Januar 2022 20:49 pm

    Felix, Sie Glücklicher mit der du... - nun ja, nicht ganz so glücklichen - Legende: wenn die russische Diplomatie nicht auf Sie hören will, wo Sie doch so selbstlos tolle Tipps verteilen, dann bewerben Sie sich doch einfach als Analenaberater. Am Besten in den Kommentarspalten der Zeit oder des Spiegel oder der Apothekenrundschau. Das Bundesverdienstkreuz sollte Ihnen sicher sein bei der überragenden Qualität Ihrer Ratschläge.
    Скатертью дорога!
    Aber passen Sie auf sich auf, Sie wissen schon - das Virus und der Rus ...

  • felix

    Veröffentlicht: 18. Januar 2022 00:03 pm

    @ Bienenfreund,
    ich nehme an Sie machen sich lustig über mich, bitte, Lachen ist gesund.
    Mein Anliegen ist möglichst viel Miteinander für eine bessere Welt und für alle Menschen.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 19. Januar 2022 02:47 pm

    @felix
    "In unserer gemeinsamen Welt wird es erst besser mit besserem Miteinander - niemals mit Aggression, Drohungen oder Krieg, wer noch so denkt, denkt wie im Mittelalter - wir leben aber in einer anderen Zeit mit genug Problemen !"
    Ich nehme doch an, daß Sie die hier unterbreiteten Vorschlägen auch dem Weißen Haus oder dem State Department in Washington D.C. unterbreitet haben. Wie hat denn die US amerikanische Seite auf ihre Vorschläge und Hinweise reagiert?
    Sie werden doch die "Partner", wie Putin sie immer noch bezeichnet, nicht haben dumm stehen lassen?

  • felix

    Veröffentlicht: 19. Januar 2022 14:57 pm

    @ Bastian Radeberger,
    Ihr, vielleicht beruflicher?, Sarkasmus könnte mich belasten wenn ich mir etwas daraus machen würde, aber das habe ich mir aus beruflichen Gründen schon lange abgewöhnt.
    Nochmal speziell für Sie :
    Der Grund für mein Erscheinen hier war, ich habe dafür einen besseren Weg gefunden, der Russischen Administration kleine Tipps für Verhandlungen mit dem Westen durchsickern zu lassen, weil Russland aus meiner Sicht dabei schon sehr lange meistens den Kürzeren zieht - es wäre schön wenn Sie sich das mal merken könnten, damit Sie mir nicht so oft das Gleiche vorhalten - Antworten werde ich auf diese Art Vorhaltungen nicht mehr.

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