Russland empfängt Signale

Russland empfängt Signale
 
Irgendetwas ist in den letzten drei, vier Wochen passiert. Seit dem Treffen des amerikanischen Präsidenten Biden mit Putin geht es in vielen Dingen anders lang, irgendwie friedlicher. Nordstream-2 wird gebaut, die Amerikaner ziehen sich aus verschiedenen Ländern zurück und insgesamt ist die Rhetorik eine andere … so zumindest mein subjektiver Eindruck.
 
 
Und zu der von mir subjektiv wahrgenommenen und bisher nicht so recht erklärbaren Tendenz, passt ein neues, kleines und auch nicht unbedingt offizielles, wenn auch öffentliches, Ereignis.
 
Es meldete sich ein türkischer Bürger zu Wort. Er ist Professor an einer Stambuler Universität. Ein russischer TV-Sender hatte den türkischen Professor zu einem Interview eingeladen. Und während dieses Interviews dachte der Professor plötzlich laut darüber nach, dass es doch durchaus möglich wäre, dass die Türkei die Zugehörigkeit der Krim zum Bestand der Russischen Föderation offiziell anerkennen könnte, wenn Russland im Gegenzug die Türkische Republik Nordzypern anerkennt.
 
Natürlich hat man in Russland diese Überlegungen des türkischen Professors Hassan Unal gehört und zur Kenntnis genommen. Sergej Zekow, Mitglied des russischen Föderationsrates erklärte, dass man bereits registriert habe, dass es einen internationalen Trend gebe. Was aber die Überlegungen des türkischen Professors anbelangt, so sind dies in diesem Fall die Überlegungen einer Privatperson und man werde somit auch diese Äußerungen entsprechend wichten. Alle weiteren Überlegungen sind somit gegenwärtig rein theoretischer Natur.
 
Russland wartet nun darauf, offizielle Signale aus der Türkei zu bekommen. Ungeachtet dessen freue man sich aber trotzdem, dass derartige Themen, wie die Anerkennung der Krim als Teil der Russischen Föderation, nun auf die Tagesordnung gesetzt werden.
 
Zekow kommentierte weiter, dass die Anerkennung der Krim ein langwieriger, schrittweiser Prozess sein wird. Man gebe sich da keinerlei Illusionen in Russland hin. Ihm sei klar, dass die Welt bisher noch nicht zu der Erkenntnis gekommen ist, dass das internationale Recht nicht nur die Unversehrtheit eines Staates regelt, sondern dass es auch ein Recht der Bürger auf Selbstbestimmung gibt.
 
Sollte es zu einer Vereinbarung mit der Türkei zur Krim-Thematik und zur Thematik der Türkischen Republik Nordzypern kommen, so würde dies für Russland natürlich auch Nachteile bringen – zeigte sich der Abgeordnete des Föderationsrates überzeugt, denn Zypern wird entsprechend reagieren und die Beziehungen zu Russland werden sich verschlechtern. Deshalb müssen Vereinbarungen gut überlegt und abgewogen werden.
 
„Strittige territoriale Fragen müssen komplex durch die gesamte Weltgesellschaft gelöst werden. Und diese Erkenntnis wächst langsam“, - so Zekow.
 
 
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