Russland warnt die USA vor Provokationen in der Ukraine

Russland warnt die USA vor Provokationen in der Ukraine
 
Die Situation in der Ukraine spitzt sich zu. Russland sieht sich gezwungen, nun auch öffentlich die USA vor einer Einmischung oder gar vor Provokationen zu warnen. Die Handlungen der Ukraine scheinen darauf ausgerichtet zu sein, eine militärische Auseinandersetzung herbeiführen zu wollen.
 
 
Glaubt man den bisherigen rhetorischen Äußerungen ukrainischer Verantwortlicher in den letzten Monaten, so will man die strittigen Gebiete des Landes, sprich den Donbass, sprich die Halbinsel Krim, mit militärischer Gewalt in den Bestand der Ukraine zurückholen.  
 
Wie ernst zu nehmen diese Informationen sind, kann wohl von Außenstehenden kaum real eingeschätzt werden. Das alle beteiligten Seiten tendenziöse Informationen vermitteln und zukünftig vermitteln werden, dürfte allen Medienkonsumenten klar sein.
 
 
Halten wir uns somit an bisher bekannte Fakten.
 
Sie beginnen damit, dass die Ukraine es abgelehnt hat, nach Minsk zu den dreiseitigen Konsultationen zu reisen, um über die Regulierung des Konfliktes im Donbass zu sprechen. Über die Weigerung der Ukraine zur Teilnahme an den o.g. Gesprächen informierte der zuständige ukrainische Minister für Fragen der Reintegration der zeitweilig okkupierten Territorien der Ukraine Alexej Resnikow.
 
 
Begründet wird dies damit, dass Weißrussland sich unter russischem Einfluss befinde, sich feindlicher Rhetorik gegen die Ukraine bediene und die Ukraine kein Vertrauen in dieses Land habe. Als Kompromiss schlägt die Ukraine irgendeinen anderen Ort vor.
 
Sollte dies der einzige Grund sein, weshalb die Ukraine die Gespräche nicht fortsetzen will, so kann man wohl davon ausgehen, dass sich innerhalb weniger Stunden hunderte von geeigneten Orten in dieser Welt finden werden, wo man miteinander sprechen kann.
 
Parallel zu Wort gemeldet hat sich auch der Leiter der Fraktion „Diener des Volkes“ des ukrainischen Parlamentes David Arachamija. Er beschuldigte die NATO, nicht ausreichend mutig zu sein und nichts zu tun, um die Ukraine in den Bestand der NATO aufzunehmen. Die NATO habe in der Vergangenheit schon ganz andere Länder in ihren Bestand aufgenommen, die von ihren Voraussetzungen her weit weniger geeignet gewesen sind als die heutige Ukraine.
 
Eine ähnliche Ansicht vertrat der ukrainische Präsident Selenski während eines Gespräches mit dem Generalsekretär der NATO Jens Stoltenberg. Die Aufnahme der Ukraine in die NATO, so Selenski, ist die einzige Möglichkeit, den Krieg im Donbass zu beenden.
 
In diesem Fall müsste man vielleicht doch etwas sachlicher formulieren, mit etwas kühlerem Kopf denken und sich die Statuten der NATO in Erinnerung rufen. Diese besagen, wenn ich mich recht erinnere, dass ein Land nicht Mitglied werden kann, wenn es sich in Konfrontation mit anderen Ländern befindet.
 
 
Sollte also die NATO die Ukraine in ihren Bestand aufnehmen, so würde dies real Krieg in Europa bedeuten, denn die NATO hätte Verpflichtungen gegenüber ihrem Bündnispartner Ukraine – materielle, finanzielle und personelle Verpflichtungen. Wenn mit Hilfe der NATO im Donbass oder auf der russischen Halbinsel Krim, russische Staatsbürger sterben, wird dies Russland nicht reaktionslos gegenüber den NATO-Mitgliedsländern hinnehmen.
 
Vertreter der Donezker Volksrepublik kommentierten, dass der ukrainische Präsident Wladimir Selenski darauf hofft, von den USA freie Hand für seine Handlungen zu erhalten. Man beobachte, wie die Verantwortlichen in Kiew eine große Medienkampagne entwickeln, um die Situation im Donbass anzuheizen, mit dem Ziel, dass die USA die Genehmigung erteilen, dass ukrainische Truppen angreifen dürfen. Ohne diese Genehmigung, ohne zusätzliche materielle, finanzielle und personelle Hilfe aus den USA, hätte die Ukraine keine Chance für die Auslösung eines militärischen Konfliktes – weder im Bereich des Donbass, geschweige denn gegen die russische Halbinsel Krim.
 
Am Montagabend meldeten sich die USA zu Wort und forderten Russland auf, eine Erklärung zu Verlegungen russischer Truppen an die Grenze zur Ukraine abzugeben. Die USA sprachen von einer „Provokation“. Man sei in den USA sehr besorgt über jegliche Versuche Russlands, die Ukraine einzuschüchtern. Dabei spiele es überhaupt keine Rolle, ob Russland Aktivitäten in der Ukraine ausübe oder auf seinem eigenen Territorium. Ein Vertreter des US-Außenministeriums erklärte, man werde die Ukraine so unterstützen, wie man einen Partner unterstützen muss.
 
Am Dienstagmorgen meldeten russische Medien, dass es zu Gesprächen zwischen Russland und den USA zur Situation im Südosten der Ukraine gekommen ist.
 
Rjabkow, der stellvertretende russische Außenminister kommentierte, dass es Kontakte mit der amerikanischen Regierung gegeben habe – es sei daran erinnert, dass der russische Botschafter sich gegenwärtig nicht in den USA befindet, sondern zu Konsultationen nach Russland berufen wurde. Der amerikanischen Seite wurde ganz klar dargelegt, was gegenwärtig vor sich geht. Man habe die USA auf mögliche Folgen der provokatorischen Politik der Ukraine im Osten des Landes hingewiesen. Diese Politik erlaubt sich die Ukraine nur im Hinblick auf die Unterstützung, die es aus den USA und von anderen westlichen Staaten erhält oder erwartet. Man solle sich in den USA bewusst sein zu den Folgen, die diese koordinierten Handlungen haben werden – so der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow.
 
Am Dienstagmittag wurde bekannt, dass sich Sergej Lawrow, der russische Außenminister, der sich gegenwärtig auf einer Dienstreise in Indien befindet, sich völlig überraschend und ungeplant mit seinem ehemaligen Kollegen John Kerry getroffen hat. Einzelheiten zu dem Treffen wurden nicht bekannt.
 
Informieren tun russische Medien über Äußerungen von Sergej Lawrow, wonach die Ukraine sämtliche, im Minsker Abkommen getroffenen Vereinbarungen, verletzt. Der Westen ignoriere diese Fakten und setze die Unterstützung der Politik der Ukraine fort. Die westlichen Kollegen ignorieren die Verlegung ukrainischer Truppen an die Frontlinie im Donbass und dies beunruhigt die russische Seite – so Lawrow.
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Kommentare ( 1 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 7. April 2021 19:17 pm

    " ... dass Weißrussland sich unter russischem Einfluss befinde, sich feindlicher Rhetorik gegen die Ukraine bediene und die Ukraine kein Vertrauen in dieses Land habe ..."
    Das mit dem fehlenden Vertrauen dürfte wohl auf der Seite von Belarus und der RF sehr wohl begründet sein, wenn man an das geheimdienstliche Gaunerstück des SBU mit den angeblichen russischen Putschisten gegen Lukaschenko denkt, weil die Ukrainer auf diese Weise u. a. Verhandlungspfänder für den Austausch der Gefangenen haben wollte. Natürlich sollte damit auch zwischen der RF und Belarus ein Keil getrieben werden. Belarus fehlt in dem von den USA angedachten Corridor sanitair von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer zwischen "Europa" und dem "bösen" Rußland. Man will die RF bestrafen und aus "Europa" aussperren bis dieses endlich klein beigibt.
    Ich denke, da können diese "Helden" im Falschdenken vergeblich warten.

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