Russland will sich verkleinern. Wird Kaliningrad in Klein-Moskau umbenannt?

Russland will sich verkleinern. Wird Kaliningrad in Klein-Moskau umbenannt?

Russland ist territorial das größte Land der Erde. Mit 17,1 Mio. Quadratkilometer ist es etwa 48 Mal größer als Deutschland, hat aber nur rund die doppelte Einwohnerzahl. Gibt man den Suchbegriff „Administrative Struktur Russische Föderation“ in eine Suchmaschine, bekommt man viele Angebote.

 

 

So bietet mir Google z.B. die föderalen Verwaltungsbezirke an: Hiervon hat Russland acht.
 
Karte: Russische Föderale Verwaltungsbezirke
 
Suchen wir weiter, dann finden wir die Militärbezirke. Hier muss man schon aufpassen, denn diese ändern sich häufiger. Seit Dezember 2010 gibt es vier: Nord, Süd, Ost, West – sehr einfach zu merken.
 
Karte: Militärbezirke der russischen Armee
 
Und Google bietet mir 85 Subjekte der russischen Föderation an – natürlich nur mit Widerwillen, denn zwei Subjekte will man im Westen einfach nicht der Russischen Föderation zuordnen, obwohl die Bevölkerung dieser beiden Subjekte sich 2014 für eine russische Zukunft entschieden hat. Hierbei hört sich der Begriff „Subjekt“ für deutsche Ohren irgendwie herabwürdigend an. Aber es ist ein juristischer Begriff und völlig korrekt.
 
Nun planen gleich fünf Subjekte eine Doppel-Hochzeit.  
 
Seit einigen Tagen berichten die russischen Medien darüber und sogar der Kreml sah sich genötigt, einen kurzen Kommentar abzugeben, da bereits spekuliert wird, dass Russland vor einer großen Verwaltungsreform stehe und generell eine neue föderale Struktur in Vorbereitung sei. Und so antwortete man im Kreml, dass es keine derartigen Pläne für eine Ausdünnung der Regionen gäbe.
Am 13. Mai trafen sich die Leiter von zwei Regionen: dem Gebiet Archangelsk und dem Autonomen Verwaltungskreis Nenetzki. Im Ergebnis der Beratung wurde ein Memorandum unterschrieben, in dem von der geplanten Vereinigung beider Subjekte gesprochen wird. Die Vereinigung erfolgt im Rahmen eines Referendums durch die Bevölkerung. Wesentlicher Grund für die Vereinigung sind wirtschaftliche Überlegungen. Man erhofft sich eine schnellere sozial-ökonomische Entwicklung.
 
Karte: Zwei Subjekte der Russischen Föderation planen Vereinigung durch Referendum
 
Findet diese Hochzeit statt, so entsteht ein neues Subjekt der Russischen Föderation mit 766.000 qkm Fläche, also rund doppelt so groß wie Deutschland, aber nur mit einer Einwohnerzahl von 1,2 Mio. Bewohnern, also etwas mehr als das Kaliningrader Gebiet. Schon Tjutschew formulierte, dass man Russland mit einer normalen Elle nicht messen kann, es hat besondere Maße.
 
Grafik: Fjodor Iwanowitsch Tjutschew
 
Während die beiden Leiter der Regionen noch miteinander sprachen, tauchten bereits neue Informationen auf, dass noch drei weitere Regionen aus dem Uraler Föderalen Verwaltungsbezirk eine Vereinigung planen: Gebiet Tjumen, der Autonome Kreis Chanty-Mansiiski und der Autonome Kreis Jamalo-Nenezki.
 
Karte: Drei Subjekte der Russischen Föderation planen Vereinigung durch Referendum
 
Die Hochzeit ist für das kommende Jahr geplant und stellt eigentlich keine große Überraschung dar, denn in der nicht öffentlichen Praxis gibt es bereits eine enge Verknüpfung. Auch hier soll die Bevölkerung im Rahmen eines Referendums entscheiden, ob man ein Groß-Tjumen möchte oder nicht. Sollte sich die Bevölkerung für eine Vereinigung entscheiden, entstände ein neues Subjekt der Russischen Föderation mit rund 1,5 Mio. Quadratkilometern Fläche, also vier Mal so groß wie Deutschland, aber nur mit einer Einwohnerzahl von rund 3,8 Mio. Menschen.
 
Und es dauerte gar nicht lange, bis die Diskussionen auch in den sozialen Netzwerken anfingen. Ein bekannter Journalist fragte, ob es denn nicht sinnvoll wäre, das Subjekt Gebiet Kaliningrad mit dem Subjekt Moskau oder dem Subjekt Moskauer Gebiet zu vereinen. Rein geographisch natürlich nicht möglich, aber rein wirtschaftlich und politisch würde dies Kaliningrad einen Riesenschub geben. Dann würde auch das Kaliningrader Gebiet einen neuen Namen erhalten: Moskauer Gebiet und die Stadt Kaliningrad würde dann vielleicht in Klein-Moskau umbenannt.cheeky
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