Sensationelles Interview zum Schicksal des Königsberger Schlosses

Sensationelles Interview zum Schicksal des Königsberger Schlosses
 
Wladimir Tscherbakow, Gründungsvater der Kaliningrader Fahrzeugholding „Avtotor“, gab ein Interview. In diesem Interview informierte er über Pläne aus den 90er Jahren, das Königsberger Schloss wieder zu errichten. Er war der Initiator dieser Idee.
 
 
Wladimir Tscherbakow informierte in dem Interview, dass in den 90er Jahren (vermutlich ein Zeitraum nach 1995) zwei Vertreter des Konzerns BMW als Mitglieder in der „Gesellschaft der Bürger Königsbergs“ aufgenommen worden sind. Auch er, als russischer Bürger, wurde Mitglied dieser Gesellschaft.
 
Die Fahrzeugholding wurde im Jahre 1996 gegründet. Im Jahre 1999 begann die Zusammenarbeit mit BMW.
 
Wladimir Tscherbakow schlug den beiden leitenden BMW-Mitarbeitern vor, mit dem Geld von BMW das Königsberger Schloss wieder zu errichten. Auch er wäre bereit gewesen, einen kleinen finanziellen Beitrag zu leisten.
 
Irgendwie gelangten diese Informationen an die Öffentlichkeit und es begann eine heftige Diskussion um die Wiedererrichtung des Schlosses.
 
Wenig später erhielt Tscherbakow einen Anruf aus der Präsidentenverwaltung (damals war Boris Jelzin Präsident der Russischen Föderation).
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Kriminelles Talent“
 
Der Leiter der Präsidentenverwaltung Alexander Woloschin rief ihn im Auftrage von Boris Jelzin an und gab die Empfehlung, die Idee der Wiederherstellung des Schlosses zu den Akten zu legen.
 
„Wir waren uns mit den Deutschen schon einig. Es existierte eine Gesellschaft ehemaliger Bürger Königsbergs. Und einer der Leiter dieser Gesellschaft war ein damaliger Vizepräsident von BMW, der dann Präsident von BMW wurde – Baron Kuenheim. Sein Sohn arbeitet heute noch bei BMW und wir sind befreundet“, erzählte Tscherbakow.
 
Foto: Baron Kuehnheim zu seinem 90. Geburtstag
 
Dieser Kuehnheim führte sich hier auf wie ein echter Revanchist – so haben wir ihn alle wahrgenommen. Er wollte das Gebiet heimholen … Ich glaube er war wohl hier gebürtig. Und der zweite BMW-Mann war Hartmann. Er war auch ein Vizepräsident von BMW.
 
Videobegleitung: Archivinterview Wladimir Tscherbakow aus dem Jahre 2017
 
Wir einigten uns mit ihnen so, dass sie Geld sammeln sollten und wir geben auch ein wenig dazu und werden dann das Schloss neu aufbauen. Allerdings sollte das Schloss etwas moderner werden und als Fünf-Sterne-Hotel fungieren – setzte Tscherbakow seine sensationelle Erzählung fort.
 
 
Das Haus der Räte wollten wir abreißen und ein für alle Mal diesen schrecklichen Traum vergessen – so Tscherbakow weiter.
 
Aber dann setzte ein wahrer Aufstand ein und ich bekam einen Anruf aus der Präsidentenverwaltung. Mit dem Leiter war ich recht gut bekannt und er sagte mir: „Wladimir Iwanowtisch, ich möchte Ihnen, ohne jeglichen Kommentar, die Worte von Boris Nikolajewitsch Jelzin übermitteln. Wir bitten Sie, da Sie nun schon mal angefangen haben, sich mit Politik zu beschäftigen, sich nicht weiter in die Politik einzumischen. Wenn wir an dieser Stelle ein Schloss brauchen, werden wir Sie rechtzeitig in Kenntnis setzen. Bis dahin nehmen Sie sich bitte zurück und mischen sich in das Thema nicht mehr ein. Lassen Sie die Angelegenheit ruhen – erzählte Tscherbakow im Interview.
 
Tscherbakow wollte mit dem Leiter der Präsidentenverwaltung noch ein wenig diskutieren, doch dieser lehnte jeden weiteren Meinungsaustausch ab.
 
„Ich will nichts weiter besprechen. Ich habe die Aufgabe, die Worte zu übermitteln. Ich habe die Worte übermittelt und Sie haben die Worte verstanden oder vielleicht auch nicht verstanden – das ist schon bedeutungslos für mich. Sie haben mit Boris Nikolajewitsch ihre eigenen Angelegenheiten und Beziehungen, also klären Sie alles weitere mit ihm direkt.
 
Nach diesem Telefongespräch brach der Gründungsvater von „Avtotor“ jede Aktivität zur Wiedererrichtung des Königsberger Schlosses ab.
 
Eine weitere Sensation gab er im Zusammenhang mit dem Haus der Räte preis.
 
Videobegleitung: Haus der Räte in Kaliningrad
 
Seinerseits bestand damals der Gedanke, das Haus der Räte zu kaufen und zu Ende zu bauen. Er beauftragte sehr hochqualifizierte Spezialisten, die das gesamte Haus untersuchen und eine Perspektive geben sollten für die Fortsetzung der Arbeiten. Es stellte sich heraus, dass dies nicht möglich war, da die gesamte Baudokumentation komplett verschwunden war. Nirgendwo fand sich mehr irgendein Material, auch bei keinem Zulieferer von Eisenarmierungen und Eisenkonstruktionen. Man war somit nicht in der Lage, irgendwelche Beurteilungen zu treffen.
 
Wenn dem so ist, wie Tscherbakow im Interview informiert, so wird die Reaktion der gegenwärtigen Kaliningrader Regierung zum Rückbau des Gebäudes verständlicher, denn auch sie können den Zustand des Gebäudes nicht wirklich beurteilen. Gegenwärtig steht der Plan, ab Anfang des kommenden Jahres das Gebäude bis auf das Fundament abzutragen und auf den alten Fundamenten ein neues, architektonisch sehr ähnliches Gebäude zu errichten. Es soll den Namen „Haus der Regierung“ tragen und in diesem Gebäude wird dann die komplette Gebietsregierung und andere Verwaltungsstrukturen einziehen.

 

Reklame

Kommentare ( 0 )

Um zu kommentieren, müssen Sie sich registrieren oder einloggen.

Autorisierung