Sorgen-Wellen in der Fitnessbranche in Russland

Sorgen-Wellen in der Fitnessbranche in Russland

 

Moskau hat bereits vor Tagen angewiesen, sämtliche Fitnessclubs, Schwimmbäder und sonstige Einrichtungen für sportliche Betätigung zu schließen. Wer nur die Überschrift solcher Meldungen liest, wird die ganzen Konsequenzen dieser Schließungen nicht erfassen.

 

 

Wenn man gewohnt ist, nur die Überschrift zu lesen und glaubt, danach vollumfänglich informiert zu sein, der irrt ganz bestimmt. Vermutlich wird es schon einige Leser geben, die meinen, dass die Schließung von Fitnesseinrichtungen genauso interessant ist, wie der berühmte Reissack, der irgendwo in China umgefallen ist.

In Moskau sind nun aber viele derartige „Reissäcke“ umgekippt. Man hat alle Sporteinrichtungen geschlossen – sowohl die, die von der Stadt betrieben werden, wie auch die Privaten. Insgesamt machten 1.800 Einrichtungen zeitweilig dicht. Das Ergebnis ist, dass rund 100.000 Menschen in Moskau ihren Arbeitsplatz verlieren und ein monatlicher Umsatz aller privaten Fitnessclubs von 3,7 Milliarden Rubel nicht eingefahren wird.

Es ist somit schon beeindruckend, wie viele Moskauer sich mit ihrer Gesundheit beschäftigen, die einen anderen Lebensstil, einen gesünderen Lebensstil pflegen, als noch vor wenigen Jahren. Der russische Mensch hat also einen „Gesundungsprozess“ durchlaufen. Auch er hat verstanden, dass für seine Gesundheit in erster Linie er selber verantwortlich ist und nicht der Gesundheitsminister oder gar der Präsident.

Und wie sich das Bewusstsein der Menschen zu Gesundheitsfragen gewandelt hat, zeigen auch andere Statistiken. Der Alkoholkonsum ist rückläufig, es wird wesentlich weniger geraucht und es wird mehr Sport getrieben – ganz freiwillig und für gar nicht mal so wenig Geld, wie die Umsatzzahlen zeigen. Das Ergebnis ist, dass die Lebenserwartung in Russland steigt. Man ist also in dem Land auf dem richtigen Weg.

Trotzdem macht man sich jetzt Sorgen, denn die Mitarbeiter der Sportclubs verlieren ihre Arbeit und ihr Einkommen. Weniger Einkommen bedeutet weniger Konsum. Weniger Konsum bedeutet weniger Steuern. Weniger Steuern bedeutet auch, dass der Staat geplante Aufgaben nicht erfüllen kann. Im Falle der Schließung der Fitnessclubs in Moskau, gehen dem Steuersäckel monatlich 1,4 Milliarden Rubel verloren.

Eine Aufgabe wird aber der Staat in der jetzigen Zeit ganz bestimmt erfüllen – koste es, was es wolle: die beschleunigte Reformierung des Gesundheitswesens.

Aber erstmal steht für den einfachen, sportlich und gesundheitlich interessierten Kaliningrader Bürger die Frage, wann die Fitnessclubs in Kaliningrad geschlossen werden. Auch wir haben umfangreiche, moderne Einrichtungen und es gibt gegenwärtig kein wichtigeres Thema in der morgendlichen Sauna, als die bevorstehende drohende Schließung.

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