Stalins Weitsicht im Jahre 1946 – 100 Jahre Volksabstimmung Ostpreußen

Stalins Weitsicht im Jahre 1946 – 100 Jahre Volksabstimmung Ostpreußen
 
Im Jahre 1946 wurde Königsberg und das dazugehörige Gebiet umbenannt und per Ukas des Präsidiums des Obersten Sowjets Bestandteil der Sowjetunion. Ein Jahr später begann die Zwangsaussiedlung der Deutschen. Eine menschliche Tragödie für die Betroffenen. Eine weitsichtige, richtige Entscheidung Stalins, aus heutiger Sicht.
 
 
370.000 Deutsche lebten in der Stadt Königsberg, einige weitere Hunderttausend in den verschiedensten Kreisen Ostpreußens bei Kriegsausbruch. Nach dem Ende des Krieges sollen noch bis zu 25.000 Deutsche in Königsberg und 100.000 in den Kreisen Ostpreußens verblieben sein.
 
Bis Mitte 1947 durchlebten sowohl die sowjetischen Neusiedler, wie auch die verbliebenen Deutschen schwierige Zeiten – wenn sie denn überlebten. Man begann sich sogar Gedanken über ein gemeinsames Leben zu machen, gründete im Juni 1947 eine deutsche Zeitung und versuchte das Leben auf neue Füße zu stellen.
 
Foto: Zeitung „Neues Leben“ im Kaliningrader Gebiet
 
Am 11. Oktober 1947 traf der erste Befehl aus Moskau ein, dass Deutsche Stadt und Gebiet zu verlassen haben. Es sollen 30.000 gewesen sein, die im wesentlichen in sicherheitsempfindlichen Bereichen lebten – also in der Grenzzone und in Baltisk (Pillau) und die den ersten Transport am 22. Oktober 1947 antraten.
 
Am 15. Februar 1948 traf ein weiterer Befehl aus Moskau ein. Diesmal wurden 62.000 Menschen aus dem Kaliningrader Gebiet ausgewiesen. Die Ausreise zog sich fast das gesamte Jahr hin.
Es verblieben nur noch die Deutschen, die berufliche Spezialkenntnisse hatten und die für den Aufbau des Gebietes erforderlich waren. Rein formell wurde die Aussiedlung der Deutschen im Jahre 1952 abgeschlossen.
 
Steht die Frage, warum Stalin damals so handelte. Man hätte doch einfach den verbliebenen Deutschen die sowjetische Staatsangehörigkeit anbieten können? Und denen, die diese nicht wollten, hätte man ein zeitweiliges Aufenthaltsrecht gewähren können. All das geschah nicht. Warum?
 
 
 
Videoeinspielung: Stalinzitat zur deutschen Zukunft
 
Vermutlich erinnerte sich Stalin an den Beginn des Zweiten Weltkrieges, an die Monate davor. Alles begann mit der Heimholung Österreichs ins Reich. Danach begannen die Sudetendeutschen um Hilfe zu rufen, also die, die im Ergebnis des Ersten Weltkrieges Bewohner von neu-tschechischem Gebiet wurden. Die Tschechen hatten damals keine Aussiedlung der Deutschen angeordnet, sondern ließen die Deutschen, gemeinsam mit den eigenen Staatsbürgern, im Sudetenland leben. Und so erlebten sie im Oktober 1938 den abgewandelten Spruch in der Praxis: „Die Alliierten gaben, die Hitler´s nahmen.“ Der „Reichsgau Sudetenland“ war geboren. Im Jahre 1945 wiederholten die Tschechen ihren Fehler aus dem Ersten Weltkrieg nicht. Sie siedelten die Deutschen aus.
 
Ähnliches befürchtete wohl auch Stalin mit Ostpreußen. Er brauchte kein neues ostpreußisches Sudetenland, weder im Bestand der Sowjetunion, noch im Bestand Polens. Und so wurden die Deutschen ausgesiedelt.
 
Vermutlich erinnerte sich Stalin aber auch an den 11. Juli 1920. Die damaligen Bewohner der südlichen Kreise Ostpreußens und einiger Kreise Westpreußens nahmen an einer Abstimmung teil, die Auskunft darüber geben sollte, ob die Gebiete, die sie bewohnten, bei Deutschland bleiben oder zukünftig polnisches Territorium sein sollten. Logisch, dass die Deutschen sich mit überwältigender Mehrheit entschlossen, dass die Gebiete deutsches Staatsgebiet bleiben sollten. Somit wurden die Gebiete am 18. August 1920 an das Deutsche Reich zurückübergeben.
 
Videoeinspielung: 100. Jahrestag Volksabstimmung Ostpreußen
 
Unlängst feierte man in Deutschland den 100. Jahrestag der Heimholung dieser Gebiete ins Reich – wohlbemerkt, die Heimholung erfolgte bereits im Jahre 1920.
 
Videoeinspielung: 100. Jahrestag Volksabstimmung Ostpreußen
 
Die Wiederherstellung des Großdeutschen Reiches erfolgte dann schrittweise, bis es am 8./9. Mai 1945 plötzlich klein war, so klein, dass es eigentlich als souveränes juristisches Subjekt nicht mehr existierte.
 
Aber Fakt ist, dass es Deutschland gelungen war, die Ergebnisse des Ersten Weltkrieges – zumindest temporär – zu korrigieren.
 
Stalin wusste dies natürlich alles und mit seinen Befehlen versuchte er zu verhindern, dass sich Geschichte wiederholt.
 
Videoeinspielung: 100. Jahrestag Volksabstimmung Ostpreußen
 
Er starb 1953 und erlebte es nicht mehr, wie Deutschland, also Westdeutschland, also die Bundesrepublik Deutschland ohne die „Sowjetische Besatzungszone“, bereits im Jahre 1955 begann, seine alten Grenzen wieder herzustellen. Man holte das Saarland heim ins Reich – auch mit einer Volksabstimmung, die sehr geschickt manipuliert wurde. Frankreich trennte sich freiwillig von seiner Kriegsbeute.
 
Videoeinspielung: Annegret Kramp-Karrenbauer zum Status des Saarlandes
 
Im Jahre 1989/90 trennte sich die Sowjetunion, nicht ganz freiwillig, von ihrer Kriegsbeute DDR. Man zog sich zurück und das große Deutschland wurde größer, aber ist noch lange kein Großdeutschland. Man bereitet sich aber darauf vor. Ein erster Schritt hierzu ist die Umbenennung der Gebiete der ehemaligen „sogenannten DDR“, die bis zur Wiedervereinigung immer als „Ostdeutschland“ bezeichnet wurden und dann plötzlich zu Mitteldeutschland wurden. Wo ist der Osten Deutschlands?
 
Schauen wir ins Internet, so finden wir die Antwort, von einfachen Deutschen geäußert:
 
Videoeinspielung: „Über die Rückgabe deutscher Ostgebiete“
 
Und wenn ich mir den Videobeitrag zum 100. Jahrestag der Volksabstimmung so anschaue und den Rednern so zuhöre, so höre ich irgendwie ein wenig Trauer heraus, dass das große Deutschland nicht so groß ist, wie es eigentlich sein müsste, ein Bedauern, dass Ostpreußen immer noch Russisch ist.
 
Videoeinspielung: 100. Jahrestag Volksabstimmung Ostpreußen
 
Und ich erinnere mich an den Ukas Stalins über die Aussiedlung der Deutschen und denke: „… wie weitsichtig war dieser Mann damals im Jahre 1947!“
 
Wäre er so naiv gewesen, wie die Tschechen damals nach dem Ersten Weltkrieg, so hätten wir heute im Kaliningrader Gebiet eine große deutsche Diaspora, eine große Volksdeutschengruppe, vielleicht sogar eine Gruppe Großdeutschlanddeutscher, die vielleicht heute auf dem Adolf-Hitler-Platz in Königsberg stehen könnten, und die deutsche Regierung um Hilfe anflehen, sie vor den bösen Russen zu schützen. Und sie könnten fordern, die Abstimmung aus dem Jahre 1920 zu wiederholen. Wie diese ausgehen würde – dazu bedarf es keiner großen Phantasie.
 
Somit kommen wir zum Schluss: Die Weitsicht Stalins im Jahre 1947 erspart uns in Kaliningrad Demonstrationen unzufriedener Deutscher auf dem Platz des Sieges und erspart uns Volksabstimmungen über die territoriale Integrität der Russischen Föderation.
 
Und wir können uns freuen, dass es eine neue Verfassung Russlands gibt. Nicht Putin hat den Satz über die Souveränität des Landes und dessen territoriale Unverletzlichkeit in die neue Verfassung geschrieben. Dieser Vorschlag kam von den russischen Bürgern selbst …
 
Videoeinspielung: Archivfilm „Der Idiot“

 

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