Startschuss für die D-Germanisierung gegeben?

Startschuss für die D-Germanisierung gegeben?
 
Die gestrige Bitte des Kaliningrader Gouverneurs Anton Alichanow ließ aufhorchen, als dieser bat, keine deutschen Bezeichnungen mehr zu verwenden. Heute meldete sich der Vorsitzende des Ausschusses für die territoriale Entwicklung der Stadt Kaliningrad zu Wort.
 
 
Arthur Krupin, der Vorsitzende des Ausschusses für territoriale Entwicklung und Bauwesen der Kaliningrader Stadtverwaltung, äußerte, dass die Straßenbezeichnungen in Kaliningrad furchtbar aussehen – trotzdem sollte man ein klein wenig Stolz zeigen.
 
Grafik: Arthur Krupin – Leiter Stadtentwicklung Kaliningrad
 
Krupin meinte die  - sagen wir es geradezu, auch wenn er es so nicht formulierte – kulturlosen, geschmacklosen, lustlos angehämmerten oder aufgehängten Straßenbezeichnungen in der Stadt Kaliningrad.
 
Grafik: Straßenbezeichnungen in Kaliningrad
 
Entsprechend der Stadtordnung haben die Straßenschilder eine vorgeschriebene Form, Farbe, Schrift und sind natürlich in einer russischen Stadt auch in russischer Schrift. Als Zugeständnis im Rahmen der Vorbereitung und Durchführung der Fußball-Weltmeisterschaft 2018, wurden viele Straßen im Stadtzentrum und sogenannte Protokollstrecken mit zweisprachigen Bezeichnungen versehen, wobei der Phantasie keinerlei Grenzen gesetzt worden sind. Jeder konnte Schilder in Form, Farbe, Schrift aufhängen, wie er wollte. Und es gab auch keine einheitlichen Vorgaben, wie Straßenbezeichnungen korrekt in die englische Sprache zu übersetzen sind. Das Chaos war bis zum Beginn der Weltmeisterschaft perfekt, aber keiner wollte es bemerken.
 
Ebenfalls eingeführt wurde im öffentlichen Nahverkehr, also den Straßenbahnen, Trolleybussen und Bussen, die Ansage der Stationen auch in englischer Sprache. Ebenfalls ein Zugeständnis im Rahmen der Weltmeisterschaft. Dabei spielte es keine Rolle, dass wohl kaum ein Ausländer den öffentlichen Nahverkehr nutzte und wenn er ihn denn nutzte, sich sowieso nicht so in der Stadt auskannte, dass ihm diese englischen Ansagen der Haltestellen wirklich von Nutzen waren.
 
Jetzt gehen die Bürger Kaliningrads auf die Barrikaden, denen die nervtötenden Ansagen in englischer Sprache in den Bussen und Straßenbahnen auf den Geist gehen. Sie fordern die Abschaltung, denn es gibt keine Ausländer in Kaliningrad, die diese Ansagen brauchen.  
 
Was die Straßenbezeichnungen in lateinischer Schrift anbelangt, so plant die Stadtverwaltung gegenwärtig keine Änderungen. Man will sie so lange hängen lassen, bis sie von alleine abfallen oder durch Verblassen in Vergessenheit geraten – so Arthur Krupin. Die Stadt habe sich damit abgefunden, dass diese Schilder schrecklich aussehen und manchmal sogar doppelt und dreifach aufgehängt sind.
 
Was allerdings die selbstgebastelten Straßenschilder in deutscher Sprache anbelangt, da soll es keine Kulanz geben.
 
Einspielung: Fotogalerie deutsche Straßenschilder
 
„Das ist nicht gut und nicht richtig und stellt eine Gesetzesverletzung dar. Es gibt hierfür konkrete Verantwortliche – entweder sind das die Wohnungsverwaltungen bei Mehrfamilienhäusern oder aber die Besitzer von Einfamilienhäusern“ – so der Kaliningrader Beamte.
 
In Kaliningrad ist bereits jetzt die Einflussnahme der Staatsanwaltschaft zu beobachten, denn bei einer ganzen Reihe von Geschäften, Restaurants und anderen öffentlichen Gebäuden, verschwinden deutsche Bezeichnungen.
   
Durch die gegenwärtige Politik Deutschlands im Verhältnis zu Russland braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn gesellschaftlich aktive Kaliningrader Bürger beginnen, aktiv gegen alles in Kaliningrad vorzugehen, was in einem Zusammenhang mit Deutschland steht.
 
So wurde im Sozialnetzwerk „Facebook“ ein Foto verbreitet, welches einen großformatigen Aufkleber auf dem Fußboden des Handelszentrums „Äquator“ im Stadtteil Selma zeigt. Es verkündet, dass der Sozialabstand zwischen zwei Personen nicht mehr in Zentimetern anzugeben ist, sondern in der Maßeinheit „Ein Kant“, also 157 Zentimeter – der Körperhöhe des deutschen Philosophen.
 
Grafik: Kant-Aufkleber
 
Der Autor dieses Beitrages kommentiert, dass man in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts alle Deutschen aus Kaliningrad ausgewiesen habe … Kant habe man vergessen auszuweisen. Es wird Zeit, dass auch er in Deutschland einen neuen Platz findet.
 
Grafik: Bereits demontierte und entfernte Skandal-Kant-Figur im Kaliningrader Stadtzentrum
 
Warum kommt mir in der letzten Zeit immer mehr ein Märchen von Puschkin in Erinnerung ... in Deutschland bekannt unter dem Titel "Der Fischer un sin Fru" - Fazit dieses Märchens: "Wer zuviel will, erhält letztendlich gar nichts."
 
Gehen wir also davon aus, dass wir am Beginn der zweiten Etappe der End-Germanisierung des Kaliningrader Gebietes stehen. Vermutlicher Startschuss für die zweite aktive Phase könnte der 22. Februar 2021 sein.
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