Steuerparadies Zypern für Russen ohne göttliche Verlockungen

Steuerparadies Zypern für Russen ohne göttliche Verlockungen

 

Gott hat das Paradies für Adam und Eva geschaffen, damit sich beide wohlfühlen. Dann kamen die Sanktionen, weil beide sich nicht nach Gottes Willen verhalten haben. Ähnlich geht es den russischen Oligarchen, die sich in westlichen Steuerparadiesen wohl fühlten, aber nicht den Willen der USA erfüllen.

 

 

Beginnen wir gleich zu Anfang mit einer Korrektur. Es gibt keine russischen Oligarchen mehr. Dies ist eine Feststellung des russischen Premierministers Dmitri Medwedjew aus dem Jahre 2018. Russland kennt nur noch erfolgreiche Unternehmer.

Und ein Teil dieser Unternehmer war so erfolgreich, dass der Platz in Russland zur Lagerung des erarbeiteten Geldes nicht ausreichte. Und so lagerte man das Geld in den Westen um, wo es sicher war vor dem Zugriff russischer Rechtspflegeorgane oder anderer Personen, denen das Recht und Gesetz in Russland wenig wert ist.

Viele nutzten die Möglichkeiten, ihre Gelder in Offshore-Zonen unterzubringen. Dann begannen im Jahre 2014 die Sanktionen des Westens und die Russen verstanden, dass ihr Geld in diesen Zonen und überhaupt im Westen nicht mehr sicher ist. Man suchte nach Auswegen.

Mütterchen Russland half bei dieser Suche. Man begann bereits Mitte 2013 mit der Säuberung des russischen Bankensektors von kriminellen Elementen und wird diesen Prozess wohl bis Ende 2019 abschließen. Wer also sein Geld bei russischen Banken anlegen will – natürlich immer unter Beachtung des Einlagensicherungsfonds, wird wohl nur noch sehr selten mit der Katastrophennachricht geweckt werden, dass seine Bank die Lizenz verloren hat.

Und Russland hat mehrere Kapitalamnestien erlassen. Diese befreit diejenigen, die ihr Geld aus dem Ausland nach Russland zurückführen, vor den Nachforschungen der russischen Staatsanwaltschaft oder anderer Rechtspflegeorgane und auch die Steuerinspektionen verhalten sich, je nach dem, wie die rückgeführten Gelder angelegt werden, sehr human.

Ein wesentlicher Schritt war aber im Jahre 2018 die Schaffung von zwei russischen Offshore-Zonen. Eine davon befindet sich in Wladiwostok und eine zweite auf der Oktoberinsel in Kaliningrad. Beide Zonen sind dafür bestimmt, dass russische Unternehmer hier ihr Geld steueroptimiert aus dem Ausland rückführen und unterbringen können. In erster Linie nutzen die russischen Unternehmer diese Möglichkeit, die bereits die Sanktionen zu spüren bekommen haben.

Die Offshore-Zone in Kaliningrad tat sich anfänglich schwer, denn neben einigen Anlaufschwierigkeiten organisatorischen Charakters, interessierte sich niemand für diese Zone. Aber zum jetzigen Zeitpunkt haben sich bereits 14 Unternehmen hier registriert, u.a. solche großen Unternehmen wie die von Oleg Deripaska. 13 Unternehmen haben ihr Geld aus Zypern abgezogen, das Unternehmen von Oleg Deripaska kommt aus Jersey nach Kaliningrad. Die erste Registrierung fand im Februar 2019 statt.

Die Korporation für die Entwicklung des Kaliningrader Gebietes, welche für die administrative Betreuung der Offshore-Zone verantwortlich zeichnet, geht davon aus, dass sich zwei Dutzend Firmen in Kaliningrad bis Jahresende ansiedeln werden.

Die Firmen selber werden in Kaliningrad kaum investieren. Man geht aber davon aus, dass durch die Entwicklung der notwendigen Verwaltungsstrukturen insbesondere bei Juristen, Finanzspezialisten und Buchhaltern ein großer Bedarf entstehen wird.

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