Wann beginnt der Krieg in der Ukraine?

Wann beginnt der Krieg in der Ukraine?
 
Der ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba informierte die Weltöffentlichkeit im Rahmen eines Interviews mit der französischen Zeitung „Liberation“, wann die kriegerischen Handlungen gegen den Donbass beginnen werden.
 
 
 
 
 
Die Logik des ukrainischen Außenministers ist einfach und verständlich. Und diese Logik gilt natürlich nicht nur für die Ukraine, sondern für alle anderen Länder dieser Welt ebenfalls. Wird ein Land angegriffen, kommen Bürger dieses Landes durch Einflussnahme anderer Länder und Mächte ums Leben, so ist man verpflichtet, seine Bürger und sein Land zu schützen. Damit sagt der ukrainische Außenminister nichts anderes, als es internationale Praxis ist.
 
Aber wir kennen dies aus der Geschichte, dass man Angriffe und Bedrohungen auch organisieren kann.
 
 
Wir erinnern uns, wie sich deutsche Bürger 1938 im Sudetenland bedroht fühlten und nur die militärische Einflussnahme Deutschlands diese Bürger schützen konnte. Wir erinnern uns an die polnischen Nationalisten, die den deutschen Sender Gleiwitz angriffen und deutsche Bürger ermordeten und Deutschland dann gezwungen war zurückzuschießen.
 
Wenn aber die Ukraine das Recht für sich in Anspruch nimmt, mit kriegerischen Handlungen zu beginnen, wenn es zur Bedrohung oder zu Angriffen auf ihr Militär kommt, so haben doch die Milizen im Donbass genau das gleiche Recht. Mit dieser einfachen Logik muss man davon ausgehen, dass der Krieg im Donbass unvermeidlich ist – vielleicht noch eindeutiger formuliert: die Ukraine befindet sich im Bürgerkrieg, denn dass die militärischen Auseinandersetzungen nur auf den Donbass beschränkt bleiben, darüber braucht man sich wohl keiner Illusion hinzugeben.
 
 
Die Situation an der Frontlinie im Donbass verschlechtert sich – informierte der Leiter der Donezker Volksrepublik Denis Puschilin am Mittwochvormittag. Allerdings besteht gegenwärtig noch kein Anlass, die allgemeine Mobilmachung in der Republik auszurufen. Die vorliegenden Aufklärungsergebnisse über die Konzentration von Soldaten und Technik auf ukrainischer Seite zeugen davon, dass Kiew bereit ist, zu vollumfänglichen Kampfhandlungen überzugehen.
 
Sollte die ukrainische Armee zum Angriff übergehen, wird die Donezker Volksrepublik ihren Gegenangriff nicht an der bisherigen Frontlinie beenden, sondern weiter angreifen – so der Leiter der Volksrepublik. Er kommentierte, dass die russischen Bürger, die gegenwärtig noch unter ukrainischer Verwaltung leben, ebenfalls den Wunsch haben, aus diesen Bedingungen befreit zu werden. Es wird jedoch alles unternommen, damit es nicht zu einem großen Krieg komme – so der Leiter der Volksrepublik weiter.
 
Krieg in der Ukraine, mit ihren 42 Mio. Einwohnern, davon acht Millionen Russen, bedeutet Krieg an der Grenze zur Europäischen Union. Er wird zur Zerstörung großer Teile der ukrainischen Infrastruktur führen, zur Zerstörung von Gasleitungen und der europäische Steuerzahler wird mit seinem Geld zukünftig nicht nur die illegale Migration von Millionen Ausländern finanzieren, sondern auch den Krieg in der Ukraine. Und wenn dieser Krieg beendet ist, werden weitere Gelder fließen müssen, um das Land wieder aufzubauen. Es wiederholt sich also letztendlich das Szenario, welches wir bereits auf Syrien, dem Irak, Libyen und anderen Ländern kennen, wohin der Westen seine Demokratie exportieren wollte.
 
Videoeinspielung: Lawrow – Westen organisiert Chaos
 
Hoffnungen auf eine Entspannung in letzter Minute schwinden mit jeder Minute, denn die Forderungen der USA an Russland, die Spannungen zur Ukraine abzubauen und die territoriale Unversehrtheit der Ukraine zu achten, zeigen sehr klar, dass die USA die entstandene Situation, wie immer, sehr einseitig, natürlich im Interesse der USA, beurteilen.
 
Die USA brauchen den militärischen Konflikt der Ukraine im Donbass, damit es endlich einen wirklichen neuen Vorwand gibt, um gegen Russland derartige Sanktionen verhängen zu können, die Russland in seinen Grundfesten erschüttert. Alle bisherigen Sanktionen sind verpufft, haben keine Wirkung gezeigt, führten eher im Gegenteil, zu einer Stärkung Russlands. Der Bürgerkrieg in der Ukraine ist somit ein idealer Anlass, damit die USA die Frage an das europäische Volk stellen kann:
 
„Wollt Ihr die totalen Sanktionen, so total, wie sie totaler nicht sein können?“
 
Videoeinspielung: Rede Goebbels zum totalen Krieg
 
„Wir fordern weiterhin das Feuer einzustellen …“ verkündet das amerikanische Pentagon auf seiner Internetseite, um dann zu informieren, dass man die Ukraine mit militärischen Ausrüstungsgütern, so u.a. mit Drohnen versorgt, Drohnen, die in der vergangenen Woche einem Kind das Leben kostete.
 
Außer den Drohnen liefern die Amerikaner noch andere Waffen, „damit sich die Ukrainer besser schützen können …“ liest man auf der Internetseite des Pentagon weiter. Eine eigenartige Logik, jemanden mit Waffen zu versorgen und gleichzeitig zu fordern, dass das Feuer eingestellt wird. Eine seltsame Logik, den Russen Truppenbewegungen auf ihrem eigenen Territorium zu verbieten, den Ukrainern aber Truppenbewegungen auf ihrem eigenen Territorium nicht zu verbieten.
 
Russische Medien berichten dann auch darüber, wie die USA den Friedensprozess in der Ukraine begleiten. Sie setzen ihre eigenen Drohnen, weitab von Amerika ein, um entlang der Grenze zu Russland und entlang der Frontlinie im Donbass Aufklärungsarbeit durchzuführen.
 
Natürlich geschieht dies auf Bitten der Ukraine, die den Amerikanern natürlich dankbar sind für derartige Friedensmissionen.
 
Und so braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn Russland sich ein Beispiel an den amerikanischen Friedenstauben nimmt und ebenfalls Aufklärungsflüge durchführt.
 
Ruslan Bortnik, Experte des ukrainischen Institutes für Analysen und Politikmanagement schätzte die Möglichkeit ein, dass die USA in den Donbass-Konflikt eingreifen könnten. Er vertritt die Meinung, dass die USA die Ukraine mit Aufklärungsergebnissen, militärischem Ausrüstungsmaterial und politisch-diplomatisch unterstützen werden. Der Einsatz von US-Militär ist nicht zu erwarten. Die USA haben noch sehr deutlich vor Augen, wie der Konflikt mit Georgien im Jahre 2008 durch Russland gelöst wurde und diese Erfahrung hat sich bei den USA tief verankert.
 
Der Direktor des Kiewer Zentrums für politische Forschungen und Konfliktbewältigung Michael Pogrebinski kommentierte in einem Zeitungsartikel für die „The National Interest“, dass die Zukunft der Ukraine in einem prowestlichen autoritären Regime, mit fast uneingeschränkten Vollmachten für den Präsidenten liege.
 
Westliche Politiker und Regierungen haben immer noch die Illusion, dass die Ukraine, in der Hoffnung, Mitglied der EU zu werden, bereit ist, eine demokratische Gesellschaft aufzubauen. Die Situation im Lande ist aber eine ganz andere und müsste die Illusionen des Westens eigentlich zunichte machen. Man tarnt den realen Zustand im Lande und die existierenden Probleme mit dem Umstand der russischen Aggression im Donbass. Jeder, der im Lande etwas anderes sagt, wird sofort verdächtigt, russische Propaganda zu betreiben – so der ukrainische Experte.
 
Der Experte kommentierte, dass eben der ukrainische Präsident Selenski die Richtung zur autoritären Entwicklung des Staates vorgegeben habe. Das alles kann nicht gut enden – so der ukrainische Experte Pogrebinski.
 
Auch Abgeordnete des ukrainischen Parlaments beschuldigten den Präsidenten Selenski, die Macht in der Ukraine usurpieren zu wollen. Sie beschuldigten ihn, die Freiheit des Wortes zu unterdrücken und die Menschenrechte einzuschränken.
Das russische Informationsportal „Lenta.ru“ informierte am Dienstag, dass der russische Verteidigungsminister die Überprüfung der Gefechtsbereitschaft der russischen Armee befohlen habe. Die Truppen wurden auf Übungsplätze verlegt um dort verschiedene Ausbildungsszenarien zu trainieren. Die Übungen finden in allen russischen Militärbezirken statt, im Bereich der Nordflotte, in den Gebieten des äußersten Nordens des Landes, auf den Kurilen und Kamtschatka. Insgesamt finden im April 4.048 Übungen verschiedenster Kommandoebenen statt. Wesentliches Trainingsmoment ist die Verlegung von Truppen im Land- und Eisenbahnmarsch.
 
Es bleibt zu hoffen, dass über, für Außenstehende nicht sichtbare Kommunikationskanäle, der Gedanken- und Meinungsaustausch zwischen Russland und den USA fortgesetzt wird, denn der russische Botschafter in den USA wird wohl vorläufig nicht in die USA zurückkehren, erklärte der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow. Mit anderen Worten: Russland hat keinen Botschafter mehr in den USA. Die Rückkehr des Botschafters nach Washington hängt von den Handlungen der USA ab – so der stellvertretende russische Außenminister. Ursprünglich, so berichten russische Medien, war die Rückkehr für den vierten April geplant. Dass der Botschafter nicht zurückkehrt zeugt davon, dass die Situation sich nicht entspannt hat – wohl eher im Gegenteil.
 
Schaut man noch auf das tägliche Leben in Russland, so zeigt die gegenwärtige Vorkriegssituation schon erste Realitäten. Seit dem gestrigen Dienstag setzt der Rubel zu neuen Höhenflügen an. Im Stundenrhythmus schnellt der Kurs nach oben und diejenigen, die Investitionen in Russland planen und über genügend Euro verfügen, können sich jetzt die Hände reiben, denn so schnell und leicht wie jetzt, wird in Russland sonst kein Geld mehr verdient. Für diejenigen, die allerdings eine Urlaubsreise in die USA oder nach Europa planen, wird diese mit jeder Minute teurer, wenn keine Vorräte an Valuta vorhanden waren.
 
Die Entwicklung des Rubelkurses wird aber auch dadurch beeinflusst, dass man neue Sanktionen erwartet – Sie erinnern sich an meine Informationen am Anfang dieses Beitrages, dass die USA den Krieg in der Ukraine brauchen, um endlich fundamentale Sanktionen gegen Russland verhängen zu können. In Russland rechnet man jetzt mit der, seit vielen Jahren angekündigten, Abschaltung des SWIFT-Systems. Über das belgische SWIFT-System laufen defacto sämtliche internationalen Zahlungen. Nimmt ein Land an diesem System nicht teil, kann es keine Gelder absenden und auch keine Gelder empfangen.
 
Dmitri Medwedjew, stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates, kommentierte:
 
Videoeinspielung: Dmitri Medwedjew zur SWIFT-Abschaltung für Russland
 
Russland ist, glaubt man den Äußerungen russischer Offizieller, bereits auf diesen Schlag der USA gegen Russland vorbereitet. Das alternative SWIFT-System ist entwickelt und wartet auf den „Einsatzbefehl“. Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Pankin informierte, dass das russische SWIFT-System auf einer völlig neuen technologischen Basis entwickelt wurde und verwies auf die elektronische Valuta, sprich den elektronischen Rubel, wie auch auf Blockchain-System. Die internationalen Überweisungen – so der stellvertretende Minister – werden auf völlig neuer technologischer Grundlage erfolgen und weder SWIFT noch Dollar werden benötigt. Die russische Alternative bedeutet nicht eine neuerliche Monopolisierung von Geldüberweisungen oder eine Reaktion auf den Druck der USA, sondern ist einfach die logische Konsequenz aus der Weiterentwicklung moderner Finanzvorgänge.
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Kommentare ( 3 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 7. April 2021 19:04 pm

    Danke, sehr informativ. Sollte sich die US-Administration dazu entschließen dem Selenski den Einsatzbefehl für militärische Operationen gegen die beiden Volksrepubliken zu erteilen, werden die Kampfhandlungen wohl nicht auf den Südosten begrenzt bleiben. Die südlichen Oblaste werden ihren Leuten im Osten zu Hilfe kommen in einer anfänglichen Art von Partisanenkrieg mit dem Ziel, sich von Kiew zu trennen. In diesem Prozeß des Auseinandertrifftens werden wohl dann auch die Ungarn, Slowaken und Rumänen sich erinnern, daß ihre Landsleute in der Ukraine unterdrückt werden und werden diese Gebiete mit eigenen Truppen "sichern". Und die Polen werden sich nicht lange bitten lassen, ehemalige "polnische" Gebiete wieder unter ihre Obhut zu nehmen. Der Zustrom ukrainischer Flüchtlinge in die EU, GB und Nordamerika sowie nach der RF und Belarus wird wohl gewaltige Ausmaße annehmen. Wenn bis dahin nicht NS2 fertig ist und liefert, ...

  • Thomas Walter(ovitsch) :) D.

    Veröffentlicht: 9. April 2021 17:36 pm

    Kurzfassung meiner Meinung: Aus meiner Sicht wird es keinen Krieg geben. Denn ein "Krieg" würde die Gaslieferungen nach Westeuropa durch die Ukraine unterbrechen. Wer will das schon?! Zumindest solange Nordstream 2 nicht fertig gestellt ist.

    PS: Bei allen Respekt vor anderen Meinungen - die Referenz "Videoeinspielung: Rede Goebbels zum totalen Krieg" halte ich für absolut unangemessen! Sorry.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 9. April 2021 20:39 pm

    So lange sich der Krieg entsprechend den Vorstellungen gewisser überseeischer Kreise in einem begrenzten örtlichen und zeitlichen Rahmen bewegt, wäre das schon von deren Absichten her denkbar. Aber wir wissen doch aus Erfahrung, daß sich diese Leute nun schon zig mal in ihren Vorstellungen geirrt haben. Wenn es um die Gasleitung geht, liegt es doch im transatlantischen Interesse, jedenfalls vor Beginn des "Konflikts, da0 doch alle diese Leitungen aus Rußland unbrachbar gemacht werden. Ob die EU- und auch anderen Europäer erst einmal kein Gas haben, jedenfalls nicht genug - das wäre doch schon mal ein "Guter" Anfang für das US-Frackinggas, daß man dann "den Europäern" natürlich zu entsprechend hoch geschraubten Preisen verkaufen kann. Das diese Rechnungen aber garantiert nicht aufgehen wird, daß sehen diese Leute nicht und das ist deren Arroganz geschuldet.

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