Welche Zukunft hat der ukrainische Staat?

Welche Zukunft hat der ukrainische Staat?
 
Es gab in den letzten Tagen eine ganze Reihe von Stellungnahmen durch russische Politiker und Entscheidungsträger. Immer wieder wurde betont, dass die Ukraine in ihrer Staatlichkeit nicht angetastet wird. Erstmals hört man nun aber auch andere Töne.
 
 
Wer die russische Sprache beherrscht und sich in der unheimlich großen Medienvielfalt Russlands auskennt, wird auch die, nicht wenigen Beiträge gefunden haben, wo sich mehr oder weniger Orientierte über die Zukunft der Ukraine äußern. Es gab auch einen Beitrag vor einigen Tagen, wo über die Dreiteilung der Ukraine öffentlich nachgedacht wurde. Diesen Überlegungen folgte auf dem Fuße eine Stellungnahme des Kremls, aus der bekannt wurde, dass man keinerlei Teilung der Ukraine plane. Russland habe, kurz zusammengefasst, nur zwei Ziele in der Ukraine: Demilitarisierung und damit einhergehend die Neutralität des Landes und die Entnazifizierung.
 
Am Samstag hat der russische Präsident erklärt, dass die Aufgabe der Entmilitarisierung der Ukraine fast erfüllt sei. Sehr viele militärische Infrastrukturen sind bereits zerstört. Es verbleiben nur noch ein paar Objekte, wohl aus dem Bereich der Luftverteidigung, die geortet und vernichtet werden müssen.
 
Die Aufgabe zur Vernichtung der militärischen Infrastruktur der Ukraine würde die russische Armee wohl wesentlich schneller erfüllen können, wenn es nicht den Befehl geben würde, zivile Einrichtungen und natürlich die Zivilbevölkerung, maximal zu schützen. Die westliche Propagandamaschine interpretiert natürlich das dadurch bedingte langsamere Vorrücken der russischen Armee so, wie es in ihren Propagandameldungen für die Diskreditierung der Leistungsfähigkeit der russischen Armee notwendig ist.
 
Schaut man sich die Meldungen von ARD und ZDF an – und ich tue dies fast rund um die Uhr – so muss man neidvoll zugeben, dass es Deutschland ausgezeichnet versteht, seine Informationspolitik perfekt zu organisieren – kein Wunder, bei den reichhaltigen Erfahrungen des Landes auf dem Gebiet der Propaganda. Da sehr viele deutschsprachige Stimmen aus Russland abgeschaltet sind, hat der deutsche interessierte Bürger keine Möglichkeit, auch andere Meinungen zu hören.
 
Auch was die Zensur russischer Medien durch Deutschland betrifft, muss man einfach den Fakt konstatieren, dass Russland bestimmt gute Soldaten hat, die im Krieg ihre Aufgaben erfüllen werden. Aber den Medienkrieg hat Russland verloren. Die Mediensoldaten haben versagt.
 
Dazu kommt, dass ich mich nicht des Eindrucks erwehren kann, dass der bisher versteckte, verschwiegene Russenhass bei vielen Deutschen, endlich herausgelassen wird. Die Regierung der Bundesrepublik hat hierfür mit ihrer Informationspolitik den Startschuss gegeben und der größte Teil der Deutschen erhält endlich Gelegenheit, zumindest verbal, aber auch mit anderen diskreditierenden Taten, sich an den Russen zu rächen – Rache zu nehmen am Datum 8./9. Mai 1945.
 
Die zweite Aufgabe, die Entnazifizierung der Ukraine, ist die wesentlich schwierigere Aufgabe, die Russland lösen möchte. Die aktuellen Ereignisse in Europa, insbesondere in Deutschland zeigen, dass es Zweifel gibt, ob in Deutschland eine wirkliche Entnazifizierung stattgefunden hat. Diese Zweifel tauchen in Russland nach 77 Jahren auf. Wenn es also in Deutschland, mit Hilfe von vier alliierten Siegermächten, nicht gelungen ist, eine wirkliche Entnazifizierung durchzuführen, wie will dann Russland alleine diese Aufgabe in der Ukraine bewältigen?
 
Dazu kommt der Eindruck – mein Eindruck – dass ein nicht unerheblicher Teil der ukrainischen Bevölkerung, ähnlich wie die damalige deutsche Bevölkerung – blind und taub ist, nichts gesehen und nichts gehört haben will: „Wir haben das alles nicht gewusst …“ waren das nicht Worte, die damals häufig im Kapitulationsdeutschland zu hören waren, wenn man vor den alliierten Vernehmungsoffizieren saß, die die Entnazifizierung vornehmen sollten?
 
Wie will man also mit einem Land umgehen, welches sich zuerst, wie alle anderen Sowjetrepubliken, landesverräterisch aus dem Bestand der Sowjetunion verabschiedet, dann alle Höhen und Tiefen der angeblich freiheitlichen Entwicklungen durchlebt, sich von dem Land getrennt hat, welches eigentlich sein bester Freund, sein Bruder hätte sein sollen, um dann letztlich einen Staatsstreich durchzuführen und sich an ausländische Staaten zu verkaufen, von denen kein einziges der Ukraine historisch, kulturell oder sprachlich nahesteht.
 
Man kann nur hoffen, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Ich denke hierbei an Deutschland, an die deutsche Geschichte, an die deutsche Teilung.
 
Wer von den Deutschen ist schon darüber informiert, dass es gerade Stalin war, der sich gegen die deutsche Teilung nach 1945 wehrte. Stalin wollte ein ganzes, ein einheitliches Deutschland. Es sollte entmilitarisiert, neutral und natürlich entnazifiziert sein. Dies hätte aber bedeutet, dass die sowjetischen Truppen aus Deutschland hätten abziehen müssen. Stalin war dazu bereit. Aber auch die amerikanischen, britischen und französischen Truppen hätten abziehen müssen. Und dazu waren die Westalliierten eben nicht bereit. Man brauchte einen Platz, auf dem man gute Ausgangsbedingungen hatte, um gegen den Osten, angeblich gegen die Kommunisten, vorgehen zu können. Heute wissen wir, dass es nicht um die Kommunisten ging, sondern um Absatz- und Verbrauchermärkte.
 
Da sich Stalin nicht durchsetzen konnte, kam es zur Teilung Deutschlands und letztendlich zu der Situation, die wir heute haben und die Russland korrigieren möchte.
 
Somit wäre es die Aufgabe, eine Teilung der Ukraine zu verhindern.
 
Aber der russische Präsident Putin erklärte am Wochenende, dass die ukrainischen Machthaber die Sorgen Russlands einfach nicht verstehen und somit die Zukunft des Landes Ukraine in Frage stellen. Insbesondere die immer wiederholten Erklärungen der ukrainischen Machthaber, den Status der Ukraine als Atommacht wieder zuzulassen, beunruhigt Russland. Wir wissen, dass die Ukraine in der Lage ist, Atombewaffnung zu produzieren. Man verfügt über die technischen Möglichkeiten. Das kann Russland, dass kann eigentlich niemand zulassen. Die Welt kann sich glücklich schätzen, dass die deutschen Faschisten es nicht geschafft haben, atomare Bewaffnung zu produzieren. Auch den ukrainischen Faschisten sollte man diese Möglichkeit nicht geben. Verfügen die ukrainischen Faschisten über atomare Bewaffnung, steht die russische Staatlichkeit zur Disposition. Teilt man das Land, so besteht die Gefahr, dass in einem der Teile der Faschismus weiterlebt oder aber wieder zurückkehrt.
 
Putin kommentierte, dass die jetzigen Verantwortlichen in der Ukraine mit ihren Äußerungen und Handlungen zu diesem Thema, die Staatlichkeit der Ukraine in Frage stellen. Wir müssen also zur Kenntnis nehmen, dass Russland sich mit Gedanken trägt, die Existenz der Ukraine so zu regeln, dass das Land keine Gefahr, keine atomare Gefahr, für Europa darstellt. Dies kann man – so meine Überlegungen – nur erreichen, in dem man alle Voraussetzung schafft, dass es auf dem ukrainischen Territorium nie wieder zu einem Staatsstreich kommen kann, nie wieder ausländische Mächte sich in das politische Schicksal des Landes einmischen können.
 
Sollte man sich in Russland entscheiden, die Ukraine in den Bestand Russlands aufzunehmen, von mir aus auch zwangseinzugliedern, so werden die westlichen Demokratien natürlich ausreichend Anlass haben, über das böse und aggressive Russland herzuziehen. Aber wen interessiert schon die Meinung des Westens im heutigen Russland? Niemanden, außer ein paar Vaterlandsverrätern. Wichtig ist, dass Russland lebt.

 

 

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Kommentare ( 6 )

  • Winfried Ludwig

    Veröffentlicht: 6. März 2022 21:23 pm

    TEIL1:
    Also ich bin kein Hellseher und auch kein Experte jedoch stehe ich vollkommen zu Putins Eingreifen in die Geschichte.
    Aber ich kann mir folgendes vorstellen:
    Die Russische Offensive geht jeden Tag weiter und demnächst werden sie Kiev umzingeln und einnehmen. Daraufhin wird die Regierung aufgelöst (ich gehe davon aus, dass sich Zelensky absetzt vorher) und die vorhandenen oppositionellen Kräfte als neue Regierung eingesetzt.
    Dann dauert es natürlich noch eine gewisse Zeit bis alle ukrainischen Militärs die Waffen strecken. Natürlich geht ein großer Teil von diesen sogenannten Paramilitärs in den Untergrund und bleibt altiv.
    Dann geht es aber darum überall im Land die richtigen Leute einzusetzen...das kann Putin , das hat er in seinem großen Russland bewiesen...
    Leicht wird das nicht und das Ausland (USA) wird natürlich wieder seine Agenten einschleusen...Man hat ja vor kurzem in Kasachstan gesehen wie das geht und Weissrussland war ja vorher dran.

  • Winfried Ludwig

    Veröffentlicht: 6. März 2022 21:53 pm

    TEIL2:
    Danach wird die neue Regierung in der Vefassung die dauerhafte Neutralität der Ukraine verankern und das Militär massiv abrüsten.
    Die beiden Regionen Lugansk und Donbass werden als autonome Regionen anerkannt.Die russische Sprache darf wieder überall gesprochen werden.
    Dann zieht das russische Miltär ab und statt Krieg/война ist nun Frieden/мир
    (война и мир ist übrigens ein sehenswerter 4 Teiler oder Die Befreiung 5 Teile 1969-1972)
    Die Flüchtlinge kehren zurück bis auf die Verbrecher , die bleiben in Deutschland da fühlen sie sich wohl und sind Ihresgleichen.
    Dann geht es natürlich mit Hilfe von Russland, Weißrussland,China, Ungarn Serbien, etc. um den Wiederaufbau der ukrainischen Wirtschaft...Der Westen macht dann natürlich nicht mit und tanzt noch Jahre sein Rumpelstilzchen bis die Wirtschaft in der EU den Bach runtergeht und quasi zerfällt.
    Ja so stelle ich mir das vor, ich hoffe es zumindest.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 6. März 2022 22:00

      ... ja, so in etwa könnte der Fahrplan aussehen.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 7. März 2022 02:06 pm

    "Man verfügt über die technischen Möglichkeiten. Das kann Russland, dass kann eigentlich niemand zulassen. " Doch, eine Reihe von Natostaaten, die jetzt schon ziemlich aktiv sind, USA voran, werden gar nichts merken wollen bei ihrer aktiven Hilfe. Nach dem alten Motto, meines Feindes Feind ist mein Freund - natürlich unter meiner strikten Kontrolle - . Diese atomaren Waffen sind ja gegen die RF dann gerichtet. Ich meine, die russischen Kräfte müssen - jetzt - schon die ukrainische Regierung entmachten, denn die USA nebst ihren Nato-Trollen basteln schon an einer "Exilregierung", die sofort und das garantiert mit sofortiger Anerkennung der gesamten Nato und sonstigen Vasallenstaaten, diese anerkennen und sofort einen Sitz in der Uno sichern.
    Puschilin hat gestern, wer es noch nicht weiß, über die gefundenen Angriffspläne der Ukraine informiert, daß am 08.03.2022 die beiden VR als auch die Krim überfallen und von ihren "Besetzern" befreit werden sollten. Besetzer = Einwohner?

  • Eckart

    Veröffentlicht: 7. März 2022 13:29 pm

    Was Putin da vorbringt ist doch illusorisch, denn rechtsnationalistischen Ambitionen haben auch die Zeiten überlebt, als die Ukraine sowjetisch war. - Am Ende dieses Feldzuges sollte man das Land entlang des Dnepr's in einen westliches und einen östliches Gebiet aufteilen, und beide Teile müssen verbindlich politische Neutralität geloben - nur dass eben im einen Teil das ukrainische Wesen und Sprache Staatsdoktrie ist und im anderen Teil das russische. Die Menschen können sich ja dann dahin begeben, wo sie lieber leben würden. --- Beide Teile verpflichten sich zu absoluter Neutralität und verzichten völkerverbindlich auf jegliches Militär. Zur Aufrechterhaltung staatlicher Ordnung genügt es doch, über eine gut motivierte Polizei zu verfügen.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 7. März 2022 14:37

      ... ich werde Ihren Kommentar als Grundlage für einen neuen Beitrag nehmen. Ich werde Sie weitestgehend anonymisieren. Besten Dank.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 8. März 2022 02:12 pm

    @Eckart
    glauben Sie selber, was Sie da schreiben? Irgendwie scheinen Sie in der sowjetischen und ukrainischen Geschichte nicht so recht Bescheid zu wissen. Oder kennen Sie die Bandera- und Schuschewitsch-Banden nicht, die nach Ende des WK II bis Anfang der fünfziger Tausende von Zivilisten und Vertretern der Sowjetmacht ermordeten. Natürlich unterstützt von den "lieben" Freunden der übrigen Siegermächte. Sie kennen auch nicht die "Waldbrüder" in den Balten, wo auch versprengste SS-Leute und andere deutsche und baltische Faschisten zu solchen Untergrundgruppen zusammen schlossen und die Bürger terrorisierten. Das nur mal so als Einstieg zum Nachdenken. Das in den Tagen vor der Militäraktion der Donbass binnen 24 Std. mit über 1000 Artilliegeschossen und Raketen die Bevölkerung traktiert wurde, scheint Sie offensichtlich auch nicht besonders zu berühren. Das eigentlich heute, am 08.03.2022 die Ukr. Armee und die Naz. Freikorps die VR und die Krim "befreien" wollten? Alles nicht bekannt?

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 8. März 2022 09:21 pm

    Die Vergangenheit hat gezeigt, daß westliche Interessenvertreter immer einen Weg fanden, Abmachungen zu brechen, oder zu umgehen.
    Es ist nicht davon auszugehen, daß sich das nach einer Befriedung der Ukraine ändert.
    Deshalb wird die Errichtung eines permanenten Kontoll- und Sicherungsdienstes unvermeidbar sein!
    Frei nach den Gepflogenheiten eines Nahost-Staates auf fremdem Territorium, sind die A-Waffen fähigen Produktionsanlgen zu vernichten !!!

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