Wer befreit Russland? Die nationale Befreiungsbewegung NOD. Teil 2

Wer befreit Russland? Die nationale Befreiungsbewegung NOD. Teil 2
 
Im Teil 1 informierte ich meine Zuschauer über die Nationale Befreiungsbewegung – eine russische Bewegung, die sich um die Lösung von nationalen Problemen in Russland kümmert. Im Teil 2 informiere ich über Kopien dieser Bewegungen, die in Deutschland entstanden sind und anscheinend durch Deutsche für Zwecke missbraucht werden, die für Russland nicht vorteilhaft sind.
 
 
Aufgefallen sind mir zwei Bewegungen, die unterschiedlicher nicht sein können. Beide Bewegungen wollen Deutschland befreien. Die politischen Argumentationen der Notwendigkeit der Befreiung Deutschlands sind unterschiedlich und für Unvorbereitete nicht leicht zu verstehen.
 
Eine Bewegung unter Führung von Andreas Funke, sie nennt sich „DEUNOD“, also „Nationale Befreiungsbewegung Deutschland“, stellt die Amerikaner als unerwünschte Besatzungsmacht Deutschlands in den Vordergrund. Die Bewegung nutzt die russische Abkürzung, die russische Abkürzung „NOD“, mit lateinischen Buchstaben, obwohl doch die Abkürzung „NBD“ richtiger wäre.
 
Grafik: Facebook-Seite und YouTube-Kanal
 
Genutzt wird durch die Bewegung, die anscheinend nur aus einer Person besteht, auch russische Symbolik, obwohl doch für eine Befreiung Deutschlands deutsche Symbolik zweckmäßiger und für Deutsche verständlicher wäre. So erhält der oberflächlich Interessierte den Eindruck, dass Herr Andreas Funke, der eine Facebook-Seite „Nationale Befreiungsbewegung“ und einen YouTube-Kanal „Andreas Funke“ betreibt, die Amerikaner nur gegen die Russen austauschen will.
 
Grafik: Internetseite DEUNOD
 
Vorerst erklärt Andreas Funke, dass er mit Hilfe Russlands, die Amerikaner aus Deutschland vertreiben will. Russland soll ein NOD-Büro in Berlin einrichten, wohin sich bedrohte Deutsche um Hilfe wenden können.
 
Video: Auszug aus Treffen in Moskau mit Jewgeni Fjodorow im Jahre 2018
 
Und wenn Russland diesen, sich bedroht fühlenden Deutschen Hilfe, ihnen vielleicht sogar politisches Asyl gewährt, so könnten diese Deutschen nach „Königsberg“ ausreisen und dort ein Grundstück und Haus erwerben, welches die Firma „Königsberg-Consulting“, zusammen mit der Firma „Etnadorf“ von Andreas Funke dort für repressierte Deutsche anbietet.
 
Grafik: Screen zu Firmeninformationen
 
Er will ein ganzes Dorf, ein deutsches Dorf, natürlich mit Autonomiestatus, einrichten und hat ein größeres Arial, wenige Schritte bis zur Ostseeküste und noch weniger Schritte bis zu Dislozierungsorten der russischen Armee, gefunden.
 
Video: Nascha Datscha
Grafik: Karte Nascha Datscha
 
Wir finden auf seinem Videokanal unterschiedliche Aktivitäten, die wohl suggerieren sollen, in welche Bereiche der russischen Gesellschaft es Andreas Funke gelungen ist, innerhalb weniger Jahre vorzudringen. Es gibt Treffen und Interviews mit dem Initiator der NOD in Russland, Jewgeni Fjodorow, aber auch mit Nikolai Starikow, einem anerkannten gesellschaftlich aktiven Politiker und Historiker in Russland. Wir finden Informationen, dass er eng verknüpft ist mit den „Nachtwölfen“ und sogar persönliche Kontakte zu „Chirurg“ unterhält, der ihn „zu sich“ nach Sewastopol eingeladen hat. Da alle wissen, dass „Chirurg“ Kontakte zu Präsident Putin unterhält, gibt es natürlich für Deutsche, die auf diesen Kanal und Andreas Funke aufmerksam werden, zusätzliche „Oh“- und „Ah“-Effekte. Das Vertrauen zu so einer Persönlichkeit, mit solchen Kontakten, wächst natürlich.
 
Was man nicht erfährt ist, dass Herr Andreas Funke am 24. November 2019 um 1.20 Uhr am Grenzübergang „Mamonowa“ erfahren hat, dass Russland für ihn ein Einreiseverbot bis zum 1. November 2049, also für 30 Jahre verhängt hat.
 
Erfahren tut man aber auf seinem YouTube-Kanal, dass der russische Motorradclub in Kaliningrad, wohl ein Ableger der „Nachtwölfe“, ihn aus seinen Reihen ausgeschlossen hat.
 
Man sieht aber auch, dass Herr Funke die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, doch wieder nach Russland einreisen zu können, denn es gibt Gespräche mit Fjodorow und Starikow die per Videoschaltung oder im Telefongespräch zu einem Zeitpunkt geführt wurden, wo das Einreiseverbot schon verhängt worden war … seine Gesprächspartner scheinen dies nur nicht gewusst zu haben. Es wird Zeit, diese darüber zu informieren.
 
Aber außer diesen Videoaktivitäten hat sich defacto nichts getan.
 
Weder wurde eine wirkliche Organisation mit einigen hundert oder tausend oder zehntausend Mitgliedern in Deutschland geschaffen, so wie beim Treffen mit Fjodorow im Jahre 2018 vereinbart worden ist.
 
Video: Treffen in Moskau 2018 - Gründung Organisation in Deutschland
 
Es entstand auch kein NOD-Büro in Berlin, wie von Funke angeregt wurde …
 
Video: Treffen in Moskau 2018 – Gründung NOD-Büro in Berlin
 
… und ein Weltkongress zur Gründung einer internationalen Befreiungsbewegung fand auch nicht statt.
 
Video: Treffen in Moskau 2018 – Einberufung Weltkongress
 
Mir scheint, diese politischen Aktivitäten von Andreas Funke erfüllten wohl nur eine Art Alibifunktion, um einerseits mit hochgradigen Bekanntschaften in der russischen Gesellschaft zu protzen und um die russischen Verantwortlichen mit seiner lautstark verkündeten Russlandliebe einzulullen – eben mit dem Ziel, deutsche Dörfer in „Königsberg“ möglichst unbemerkt und ungehindert errichten zu können.  
 
Das Ziel wird er nun nicht mehr erfüllen können – also persönlich wird er es nicht erfüllen können oder doch nur virtuell. Aber er kann jemanden mit der Wahrnehmung seiner Interessen und der Führung der Strukturen in Russland beauftragen, die er seit 2012 geschaffen hat und deren Tätigkeit dazu führten, dass Russland sich in seinen Interessen bedroht sah. Funke stellt nun keine Bedrohung mehr dar, aber seine Strukturen sind nach wie vor aktiv.
 
Kommen wir zur zweiten Kopie der NOD.
 
Die andere Bewegung bewegt sich wohl mehr in Richtung Reichsbürger. Sie nennt sich „staatenlos.info“.  
 
In stundenlangen Monologen bestreitet ein Rüdiger Hoffmann auf dem Marktplatz einer kleinen ostdeutschen Stadt die Existenz von Deutschland oder der Bundesrepublik Deutschland, von Pässen und Personalausweisen, von Staatsangehörigkeit und Staatszugehörigkeit. Er ist das Gesicht von „staatenlos.info“ und legt mit einer beeindruckenden Intensität hochkomplizierte Sachverhalte dar, die ein nichtstudierter Historiker wie ich nicht versteht und die ich, wäre ich Einwohner in dieser Stadt, als ruhestörenden Lärm empfinden würde.
 
Video: ….
 
Auch Herr Rüdiger Hoffmann, mit seiner umfangreichen Anhängerschar von geschätzten zehn Personen, die ihn bei jedem seiner Auftritte, entweder auf dem Marktplatz oder vor dem Gebäude des Bundestages im Zentrum der Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland begleiten und gerne Kommentare geben, betont die ausgesprochene Liebe seiner Organisation zu Russland.
 
Video: Rüdiger Hoffmann schwenkt Georgsband-Fahne
 
Neben der Bezeichnung „staatenlos.info“ zeigt auch er in seinen Videos das Symbol „NOD“ und nutzt russische gesellschaftliche Symbolik. Man zeigt und trägt sie immer – damit ist Herr Hoffmann mit seiner Anhängerschar russischer als alle Russen in Russland. Selbst Putin trägt diese Symbolik nur an ausgesprochenen Feiertagen, z.B. dem 9. Mai.
 
Video:
 
Herr Hoffmann behauptet das Original, also das deutsche Original von „NOD“ zu sein und beschuldigt die „DEUNOD“ des Plagiats. Ich vermute, dass Herr Funke wohl von „staatenlos.info“ noch gar keine Kenntnis hat, denn ich habe keine Äußerungen von ihm gefunden, die Bezug auf diese Staatenlosen nahmen – ach, der Glückliche …
 
Video: ...
 
Mir ist unklar, woher die Organisation oder Bewegung oder Vereinigung „staatenlos.info“ das Recht ableitet, Sprecher von „NOD“ in Deutschland sein zu dürfen. Herr Hoffmann hat bisher in seinen stundenlangen Monologen auf dem Marktplatz, bei Wind und Wetter, noch keine Vereinbarungen zur Zusammenarbeit mit NOD vorgezeigt – oder sollte ich etwas übersehen haben … tut mir leid, aber ich schaffe es einfach nicht, mir alle Videos von „staatenlos.info“ anzusehen. Viele, der wie Pilze im Herbst aus dem Boden schießenden YouTube-Kanäle von Rüdiger Hoffmann, hat YouTube bereits gelöscht und damit sind natürlich viele wertvolle Informationen verloren gegangen.
 
Während mir die Beweggründe eines Andreas Funke beim Missbrauch der russischen Symbolik noch begreiflich sind, denn er wollte handfeste wirtschaftliche und von mir vermutete politische Gedanken verwirklichen, d.h. Verkauf von Immobilien und Neubesiedlung des Königsberger Gebietes mit deutschen Staatsbürgern, so ist mir die Motivation eines Herrn Rüdiger Hoffmann nicht klar.
 
Schaut man sich im Internet ein wenig um, findet man eine Unmenge von haarsträubenden Informationen zu diesem Herrn. Wenn davon nur die Hälfte wahr ist, müsste dies für uns alltagsgestresste Internetnutzer schon ausreichen, um einfach abzuschalten und den staatenlosen Mann zu vergessen.   
 
Ich habe das Internet gründlich durchforstet und keinerlei Information gefunden, dass diese Institution oder Rüdiger Hoffmann sich mit Vertretern der NOD in Russland getroffen hat, geschweige denn mit Jewgeni Fjodorow in irgendeinem Kontakt steht. Da hat Herr Funke einen ausgesprochenen Wettbewerbsvorteil.
 
Immerhin ist es aber „staatenlos.info“ gelungen, dass die russischsprachige Wikipedia-Internetseite „staatenlos-info“ als „Verbündeten“ aufführt. Klickt man allerdings den Link an, der auf die Internetseite von „staatenlos-info“ führen soll, bekommt man eine Warnung von Kasperski.
 
Grafik: Wikipedia zu NOD
 
Möge Gott und das russische Außenministerium die NOD im Allgemeinen und Jewgeni Fjodorow im Besonderen davor bewahren, mit dieser Gruppe jemals in Kontakt zu kommen. Kontakte zu dieser deutschen Gruppe wären eine direkte Diskreditierung der NOD, deren Aufgabe es doch eigentlich ist, die Zustände in Russland zu verbessern, die Souveränität in Russland wieder herzustellen und die Kolonialisierung durch die USA in Russland zu beenden.
 
Wenn deutsche Staatsbürger der Ansicht sind, dass Deutschland ähnliche Probleme hat wie Russland, so bleibt es diesen Bürgern überlassen, in Deutschland Organisationen und Bewegungen zu gründen, mit denen sie die deutsche Gesellschaft entwickeln oder ändern wollen. Hierfür sollte man zweckmäßigerweise deutsche Symbolik nutzen und natürlich auch die deutschen Gesetze beachten und nicht versuchen, Russland in den Sumpf wirrer Überlegungen mit einzubeziehen.
 
Die Nutzung russischer Symbolik assoziiert dem oberflächlichen Zuschauer, dass Russland sich in innere Angelegenheiten eines anderen Staates einmischen will und der Begleittext „Nationale Befreiungsbewegung“ bringt den oberflächlichen Zuschauer schnell zu der Erkenntnis: „Russland ante Portas“. In unserer heutigen angespannten politischen Lage, wo deutsche und andere westliche Politiker nicht müde werden, über das aggressive Russland zu informieren, liefern diese beiden deutschen Organisationen für den oberflächlichen Zuschauer den sichtbaren Beweis für die Richtigkeit der Behauptungen deutscher Politiker und festigen damit die deutsche Erkenntnis: Russland ist böse, Putin ist aggressiv.
 
Steht also für mich letztendlich die Frage, in welchem Auftrage diese beiden deutschen Bewegungen handeln. Sind es Privatinitiativen oder aber doch im staatlichen Auftrag geförderte Bewegungen? Für mich steht fest: Beide Organisationen handeln nicht im russischen Auftrag und deren Auftreten schadet dem Ansehen Russlands im Ausland. Jewgeni Fjodorow, der Duma-Abgeordnete und Initiator der NOD oder aber auch andere russische gesellschaftliche Kräfte, die sich in der NOD in Russland engagieren, sollten eindeutig Stellung beziehen und sich von diesen beiden deutschen Bewegungen distanzieren.
 
Belassen wir es mit dem heutigen Beitrag bei meiner ersten mahnenden Stimme an russische Verantwortliche. Mein Beitrag wird in Deutschland nichts bewirken. Funke und Hoffmann werden weiterhin ihre Aufgaben erfüllen. Aber Russland sollte rechtzeitig Grenzen aufzeigen und sich distanzieren – öffentlich und sichtbar. Gerne übernehme ich die Verbreitung der Distanzierung in deutscher und russischer Sprache.
 

 

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Kommentare ( 1 )

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 8. Januar 2022 16:35 pm

    Ich unterstelle der DDR daß sie bemüht war, den Bürger zu politischem Denken anzuregen - natürlich mit Tendenz, aber der Einsatz von Hirn war nicht untersagt.
    Meine BRD Existenz hat nur einen sich seines im Konsum Wohllebenden gefordert, dessen Status permanent durch die Gruppe von Unrechtsstaaten bedroht wird, was abzulehnen war!
    So formt man unpolitische Massen.
    (NATO und EU) alt - haben funktioniert, und waren tragbar, bis Großmachtstreber ein vereintes Europa bauen wollten, aber nicht als US-Gegenpart.
    Seit diesem Zeitpunkt ist der Begriff "Nation" negativ besetzt, weil man nur so die Unausgeglichenheit der Menge der neu Hinzugekommenen, nicht satisfaktionsfähigen Länder, kaschieren, und ein staatsübergreifendes Europaparlament installieren konnte.
    Wenn deutsche Parlamentarier sich damit ungestraft brüsten dürfen, daß sie alles, was mit "deutsch" zusammenhängt, ankotzt, dann erfüllen auch gezielt zugewanderte, sogenannte Nationalistengruppierungen, ihren politischen Auftrag!

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