Wer stirbt schneller? Amerika testet Hyperschallraketen.

Wer stirbt schneller? Amerika testet Hyperschallraketen.
 
Es ist wie das Hase-Igel-Spiel. Wer ist schneller beim Entwickeln neuer Waffen. Wichtig scheint heute Geschwindigkeit zu sein. Sie steht an erster Stelle. An zweiter Stelle steht dann erst die Zerstörungskraft. Es nützt ja nichts, wenn man die stärkste Vernichtungswaffe der Welt hat, die so langsam fliegt, dass der Gegner diese beim Schlürfen einer Tasse Tee vom Himmel holen kann.
 
 
Russland ist im Besitz von Hyperschallraketen und hat das Testgelände Ukraine, gelegen im Süden Russlands, bereits genutzt, um alle Parameter der Waffe zu testen. Anscheinend erfolgreich – wenn auch noch nicht in großem Umfang. Wäre der Einsatz schon in großem Umfang geschehen, würden jetzt keine Eisenbahnknotenpunkte, Tank- und Munitionslager, keine Stromerzeugerwerke und vor allem wesentlich weniger Führungspunkte der ukrainischen bewaffneten Kräfte existieren.
 
Nun haben auch die USA einen erfolgreichen Test des Prototyps einer Hyperschallrakete durchgeführt. Bis zur Produktionsreife und der Einführung in den Bestand der US-Armee dürfte also noch eine gewisse Zeit vergehen.
 
Diese Zeit nutzten die Russen, um an der übernächsten Generation von Hyperschallraketen zu arbeiten. Putin – ja, ich glaube es war Putin, vielleicht aber auch Schoigu, hatte vor ein paar Monaten informiert, dass Russland bereits über ein einsatzbereites System für die Abwehr von Hyperschallraketen verfügt. Das war zu einem Zeitpunkt, bevor Russland im Dezember Vorschläge zur neuen Sicherheitsstruktur für Europa unterbreitete, die von Europa und der NATO ignoriert worden sind. Mit anderen Worten: während die Amerikaner noch am Bau des Prototyps einer Hyperschallrakete arbeiten, hat Russland diesen schon vernichtet.
 
 
Die Amerikaner informierten, dass sie stolz auf diesen erfolgreichen Test sind. Die Rakete, die mit fünffacher Schallgeschwindigkeit fliegt, wurde von einem Flugzeug gestartet.
 
Um diese Errungenschaft der Amerikaner richtig würdigen zu können, müssen Sie sich, meine lieben Zuschauer und Leser vorstellen, dass die Hyperschallrakete, wenn sie denn im NATO-Land Finnland oder Schweden stationiert ist, St. Petersburg, Moskau oder Kaliningrad in wenigen Sekunden erreichen wird. Wir werden also schnell sterben, vermutlich schneller, als die Amerikaner in Amerika. Die werden vielleicht eine oder drei Minuten später alle tot sein – in Abhängigkeit, welche Raketen Russland startet und von wo aus der Start erfolgt.
 
Russland meint, dass Flugzeuge, als Träger von Hyperschallraketen, nicht ausreichen. Um Gegenschläge gegen die Feinde Russlands totsicher führen zu können, verkündete der russische Vizepremier Juri Borisow, der für den ganzen militärischen Kram in Russland verantwortlich ist, dass Russland an einer noch neueren Hyperschallrakete arbeite, die von verschiedenen Trägern abgeschossen werden kann, also neben Flugzeugen auch von Schiffen, U-Booten oder einen LKW oder auch einem Eisenbahnzug, der kreuz und quer durch Russland fährt und nicht so einfach zu lokalisieren ist. Borisow meinte, dass bei diesen neuen Hyperschallraketen auch weitere Einsatzparameter verbessert worden sind. Man ist jetzt schon schneller als die anderen Staaten dieser Welt und wird dann noch schneller als schnell sein. Es besteht somit die Hoffnung für uns Kaliningrader, dass wir nicht früher als die Amerikaner sterben, sondern zeitgleich.
 
 
Ach, ehe ich es vergesse.
 
Der Beitritt Finnlands und Schwedens zur NATO scheint wohl beschlossene Sache zu sein. Dass die Türkei dagegen ist, ist reine Kosmetik und hindert niemanden, wenn sich die Türken wirklich echt zickig anstellen sollten, mit zweiseitigen Verträgen, über die Hintertür, die NATO-Strukturen in den beiden Ländern zu installieren. Eigentlich ist dies ja bereits schon geschehen.
 
Russland hat angekündigt, dass man die Entwicklung der Mitgliedschaft genau beobachten werde. Tut sich nichts in der militärischen Infrastruktur beider Länder, wird Russland wohl auch nichts tun. Im gegenteiligen Fall wird Russland mit militärtechnischen Maßnahmen antworten – also so, wie es Präsident Putin bereits im Dezember 2021 der NATO und der Europäischen Union angeboten hat: diplomatische oder militärtechnische Lösung.
Ob sich die beiden Länder mit Iskander, Kinschal, Bastion und sonstigen russischen militärtechnischen Lösungen in Grenznähe, trotz kollektivem NATO-Schutz, sicherer fühlen können – ich wage es zu bezweifeln.
 
Aber kommen wir nochmal auf das schnelle Sterben zurück. Die Amerikaner sind stolz auf ihre Flugzeugträger. Sie sehen ja auch wirklich toll aus und mit ihrem Bestand an Flugzeugen und sonstiger Bewaffnung erzeugen sie wirklich Eindruck. Leichtsinnig mit diesen schwimmenden Festungen umzugehen, dürfte sicherlich ein sehr großer Fehler sein.
 
Alexej Leonkow, ein russischer Militärexperte, erklärte allen Unwissenden, dass die Hyperschallrakete Kinschal in erster Linie gegen Schiffe eingesetzt werden soll. Also der Einsatz in der Ukraine, gegen Landziele war nicht typisch. Daraus erklärt sich auch, dass die Amerikaner etwas verächtlich über diese Raketen gesprochen haben und kommentierten, dass sie den Einsatz als sinnlos ansehen, sie einfach nicht verstehen, warum Russland solche Raketen auf irgendwelche Gebäude abschickt, um diese zu zerstören.
 
Tja, wahrscheinlich war das wirklich ein sogenanntes „Perlen vor die Säue werfen“, aber Russland hat den Säuen …tschuldigung, ich meine natürlich den Amerikanern gezeigt, dass es diese Raketen gibt und das diese fliegen und punktgenau treffen können. Und Leonkow, der von mir erwähnte Militärexperte, informierte, dass diese Rakete einen Flugzeugträger versenken kann. Sie hat eine Reichweite von 2.000 Kilometer und fliegt so schnell, … tja, wie eben eine Hyperschallrakete schnell fliegen kann. Mit anderen Worten: Die amerikanischen Flugzeugträger könnten – rein theoretisch – schon wertlos sein. Und ich stelle mir den Aufwand-Nutzen-Effekt vor. Eine Rakete für einen Flugzeugträger – vergleichen wir mal die Kosten für eine Rakete mit denen, für einen Flugzeugträger. Von den Bau- oder Produktionszeiträumen mal ganz zu schweigen.
 
Die Amerikaner werden sich nun etwas einfallen lassen müssen (mal von anderen Ländern ganz abgesehen). Bisher sah die Taktik der Flugzeugträger nämlich vor, dass man sich dem Ziel bis auf eine Entfernung von 550 Kilometer nähern wollte. Das war ein ausreichender Sicherheitsabstand für die Erreichbarkeit russischer Raketen und Flugzeuge und man hat selber die Kampffähigkeit der eigenen Technik und Flugzeuge noch effektiv nutzen können. Jetzt müssen die Amerikaner einen Abstand von mindestens 2.000 Kilometer einhalten, wenn sie denn nicht verwundet werden wollen. Mir ist nicht bekannt, wie lange der Tankvorrat für ein Flugzeug reicht, welches auf dem Flugzeugträger starten, aber auch wieder landen soll und zwischen Start und Landung auch noch kämpft.
 
Und die anderen Länder, die keine Flugzeugträger haben, haben noch größere Probleme Abstand zu halten. Und je näher sie Russland kommen, umso mehr Raketen-Alternativen hat Russland, um Schiffe zu bekämpfen.
 
Ach so, noch etwas … „Sarmat“ … Sie haben sicherlich auch von diesen Raketen gehört, die wohl direkt aus utopischen Filmen zu stammen scheinen. Aber sie sind Realität. Und da es keine Möglichkeiten gibt, diese Raketen, wenn sie einmal gestartet sind, aufzuhalten, will Amerika mit Russland auch darüber sprechen und vereinbaren, dass diese Raketen verboten werden sollen. Tja, trotzdem die Lage in der Welt ernst ist, können die Amerikaner immer noch scherzen.

 

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Kommentare ( 1 )

  • K.J.

    Veröffentlicht: 22. Mai 2022 22:04 pm

    Besten Dank für die obigen Zeilen ...

    Es ist wirklich an der Zeit, die Dinge in der Dynamik neuer Verhältnismäßigkeiten zu betrachten. Da verändert sich ein Faktor und schon relativiert sich der Wert des Bekannten. Es bedarf des Humors um die Absurdität aufzuzeigen. Danke auch dafür.

    Angst vor einem Atomkrieg? Wozu?

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