Wertvoll oder wertlos? Russischer Verräter rechtzeitig evakuiert?

Wertvoll oder wertlos? Russischer Verräter rechtzeitig evakuiert?

Die ersten Informationen über einen Superagenten, den die USA in unmittelbarer Umgebung zum russischen Präsidenten Putin hatten, tauchten bereits am Montag auf. Informiert wurde darüber von amerikanischen Medien. Russische Medien griffen die Meldungen auf.

Die Wertungen über die Wertigkeit des angeblichen russischen Verräters waren, naturgemäß, unterschiedlich. Während US-Medien die „Person“ als überaus wertvoll darstellten, meinten russische Medien anfänglich, dass es eine solche Person überhaupt nicht gibt. Dann kamen immer mehr Details ans Tageslicht und letztendlich bestätigte sogar der Kreml, dass man einen Mitarbeiter seit 2017, samt seiner Familie vermisse. Und es wurde ein konkreter Name genannt. Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten teilte mit, dass es einen Mitarbeiter gab, der aber entlassen worden ist.

Es soll sich um Oleg Smolenkow/Олег Смоленков handeln. Er soll schon vor vielen Jahren, gesprochen wurde sogar von Jahrzehnten, von der CIA angeworben worden sein.

Lange Zeit war er in der russischen Botschaft in Washington tätig. Nach russischer Darstellung, von Quellen, die Smolenkow persönlich kannten, soll er eine nachgeordnete Funktion gehabt haben, war für die materielle Sicherstellung der Botschaft verantwortlich und hatte keinen Zugriff zu irgendwelchen Staatsgeheimnissen.

Ein Bekannter teilte mit, dass Smolenkow gerne etwas getrunken hat, nicht viel, aber häufig.

Ein anderer Bekannter erzählte der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“, dass Smolenkow eher ein nachgeordneter Lakai, eine Art Taschenträger war. Allerdings hatte er in dieser Funktion viele Kontakte mit hochgestellten Persönlichkeiten und eine dieser Persönlichkeiten könnte dafür gesorgt haben, dass er nach Moskau versetzt wird.

In Gesprächen mit Kollegen soll Smolenkow häufig über die miese Bezahlung im russischen Außenministerium gesprochen haben. Somit könnte dies ein Grund sein, weshalb er sich vielleicht an den CIA verkauft hat.

 

Foto: Angebliches Haus des angeblichen russischen Verräters, welches er angeblich im Jahre 2017 für den angeblichen Preis von 925.000 USD gekauft haben soll.

 

Der damalige russische Botschafter Uschakow wurde in die Heimat berufen und arbeitete als Berater des russischen Präsidenten in der Kremladministration. Gemunkelt wird, dass er Smolenkow zu sich nachgeholt hat und Smolenkow auf diesem Weg in die Kremladministration kam, um dort zu arbeiten. Umgang mit dem Präsidenten hatte er nicht und auch keinen Zugriff zu Kreml-Geheimnissen. Allerdings mutmaßen Kommentatoren, dass er durch seine gute Bekanntschaft mit Uschakow auf diesem Umweg an wichtige Informationen gelangt sein könnte.

Russische Medien berichten weiter, dass es im Jahre 2017 zu einem Treffen des russischen Außenministers Lawrow mit dem amerikanischen Präsidenten Trump gekommen war. Im Verlaufe des Treffens sollen Dinge angesprochen worden sein, die den amerikanischen CIA befürchten ließ, dass seine TOP-Quelle enttarnt worden sein könnte und man organisierte die Evakuierung.

Am Dienstag äußerte sich Außenminister Lawrow zu diesem Vorgang und kommentierte, dass es während des Treffens mit Trump keinerlei Austausch von irgendwelchen Geheimnissen gegeben habe, weder beabsichtigt noch unbeabsichtigt. Er selber kenne die Person nicht, deren Namen jetzt in den Medien figuriert.

Ein Vertreter der CIA kritisierte am Dienstag die Meldungen der Medien. Er bezeichnete alle Informationen als falsch. Auch der amerikanische Präsident meldete sich zu Wort und kommentierte, dass ihm keine Informationen vorliegen, dass die USA über einen derartigen Agenten in Russland verfügten.

Auch die russische Seite gab keinerlei Bestätigungen, dass es sich hier um einen Spionagefall handle. Journalisten stellten dem Pressesprecher des russischen Präsidenten die Frage, ob hier die russische Spionageabwehr versagt habe. Woraufhin Dmitri Peskow antwortete, dass man keine Fragen an die russische Spionageabwehr habe. Auf weitere Fragen antwortete Peskow in diesem Zusammenhang nicht.

In der Oberkammer der russischen Staatsduma erklärte Franz Klinzewitsch/Франц Клинцевич, dass er alle Informationen über diesen angeblichen Spion für Fake-Nachrichten halte. Vermutlich geht es wieder einmal nur darum, den amerikanischen Präsidenten zu diskreditieren. Die Zeiten eines „Stirlitz“ sind ein für allemal vorbei, wenn es sie denn jemals gegeben habe. Es gab keinen Informanten der USA im inneren Führungsapparat des Präsidenten – so der Senator.

 

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