West-Sanktionen mit positivem Effekt

West-Sanktionen mit positivem Effekt
 
An sich sollen Sanktionen bewirken, dass Russlands Wirtschafts- und Finanzsystem zusammenbricht. Sie sollen dem Land maximalen Schaden zufügen. Aber es gibt so kleine Nebeneffekte, über die man sich freuen kann.
 
 
Eines der Probleme, mit denen Russland in der Vergangenheit Sorgen hatte, war der Abfluss von Kapital aus Russland Richtung Westen. Viele Unternehmer waren zu der Überzeugung gekommen, dass es sich lohnt, in Russland ein Unternehmen aufzubauen und das man mit diesem Unternehmen viel Geld verdienen kann. Aber das in Russland verdiente Geld, exportierte man Richtung Westen. Die Überlegungen waren simpel: Das Geld ist in Russland nicht sicher. Im Westen ist es sicher. Tja, da haben sich wohl viele geirrt.
 
Russland selber hat es diesen Unternehmern auch nicht sehr schwer gemacht, denn wer Geld ins Ausland überweisen wollte, konnte dies problemlos tun. Wenn man dann noch bestimmte unternehmerische Strukturen im Westen organisiert hatte, so lief der Geldfluss noch besser – manchmal brauchte man in Russland überhaupt nichts tun, damit im Westen die Konten wuchsen.
 
… mal so nebenbei … ich bin seit 1995 in Russland unternehmerisch tätig, habe eine Reihe von Firmen aufgebaut … ich kenne mich also ein wenig zum Thema aus, wie man in Russland Geld verdient und schreibe diesen Beitrag in voller Kenntnis, wie russische Unternehmer denken und handeln.
 
Vielleicht bleiben wir noch ein wenig bei mir und meinen persönlichen Angelegenheiten, bevor ich dann mit dem eigentlichen Thema fortsetze.
 
Mich erreichen gegenwärtig viele email, wo ich nach meinen persönlichen Verhältnissen gefragt werde. Wie es denn mit meinem Geld in Deutschland ist, wie ich irgendwelche Überweisungen vornehme, wie ich überhaupt unter den jetzigen schrecklichen Bedingungen klarkomme.
 
Sie können es mir glauben oder auch nicht. Ich habe eine ähnliche Situation, wie sie jetzt entstanden ist, vorausgesehen. Seit 2015, dem Jahr, wo der schreckliche Zwischenfall mit dem Abschuss eines russischen Flugzeuges über syrischem Territorium durch die Türkei erfolgte, begleitete mich das Trauma, dass es zu ähnlichen Ereignissen mit Deutschland kommen könnte. Als Ausländer, selbst mit jahrelanger Aufenthaltsgenehmigung, bestand die Gefahr, ausgewiesen zu werden – die Sicherheit Russlands erfordert dies ganz einfach und ich gehe mal davon aus, dass wir jetzt in Russland kurz davorstehen, dass Ausländer aufgefordert werden, dass Land zu verlassen – zumindest aber, als erster Schritt, die Ausländer, die in der geopolitisch empfindlichen Region Kaliningrad leben.
 
Ich habe damals begonnen, die Fragen meiner Staatsbürgerschaft zu klären. Fünf Jahre habe ich gebraucht, bis mir Ende 2020 die russische Staatsbürgerschaft verliehen wurde. Mit dieser Sicherheit habe ich alle meine Verhältnisse in Deutschland geklärt und mit Deutschland abgeschlossen: Gelder wurden in aller Ruhe wieder nach Russland überwiesen – es waren Gelder, die ich in Russland verdient hatte und für die es damals keinen sicheren Platz auf russischen Banken gab. Das hat sich jetzt geändert, bzw. es gibt unheimlich viele Möglichkeiten in Russland, sein Geld gut anzulegen.
 
Somit können mich die jetzigen Sanktionen nur sehr bedingt treffen, denn es gibt keinerlei Geldflüsse mehr. Die jetzige Lage auf dem russischen Finanzmarkt bietet sehr viele Chancen, weiteres Geld zu verdienen – also kurz: ich sehe optimistisch in die Zukunft. Man muss nur mobil bleiben, die Augen und Ohren offenhalten, keine Panik aufkommen lassen und keinen genormten Arbeitstag haben wollen.
 
Und somit kommen wir wieder zum eigentlichen Thema zurück. Der Geldfluss, hin und zurück, von und nach Russland irgendwohin, findet nicht mehr statt. Es gibt also keinen Kapitalabfluss mehr. Jahrelang hat Russland mit diesem Übel gekämpft und jetzt hat die westliche Solidargemeinschaft mit einer einzigen Entscheidung, einer sehr klugen Entscheidung, dieses Problem für Russland gelöst. Über Nacht brach der Kapitalabfluss auf „Null“ ein.
 
Die vielen Milliarden können nun in Russland eingesetzt werden, um die noch „vieleren“ Probleme im Sozialbereich zu lösen … Schulen, Kindergärten, Gesundheitswesen … um nur drei Schlüsselworte zu nennen.
 
Nun ist es auch so, dass nicht nur Gewinne oder irgendwelche anderen Summen für Waren und Dienstleistungen nicht mehr das Land verlassen können. Ausländer dürfen nun auch ihre Aktiva in Russland nicht mehr verkaufen. Wenn also das Land krachen geht, also die Wirtschaft krachen geht, verlieren alle Ausländer ihr Eigentum in Russland … eben so, wie jetzt alle Russen, die im Ausland Aktiva haben, diese verlieren. Es gibt nur einen kleinen Unterschied. Der Westen will die Aktiva beschlagnahmen, verhält sich also wie ein gemeiner Straßenräuber. Russland wird nichts beschlagnahmen, sondern verbietet den Ausländern nur, ihr Eigentum zu verkaufen – Sie spüren den kleinen Unterschied, meine lieben Zuschauer? Er wird Ihnen sicherlich über die öffentlich-rechtlichen Medien nicht vermittelt.
 
Und die öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland werden Ihnen sicherlich auch nicht berichten, wie sich der französische Wirtschafts- und Finanzminister vor wenigen Stunden aufgeführt hat. Er hat Russland den „totalen Wirtschafts- und Finanzkrieg“ angedroht. Ihnen kommt die Formulierung irgendwie bekannt vor? Ja, richtig … Goebbels, der Hitlerpropagandist hatte im Jahre 1943 die Deutschen im Sportpalast gefragt: „… wollt ihr den totalen Krieg? Wollt ihr ihn totaler als total …“ Und die Deutschen sprangen auf und jubelten ohne Ende. Zwei Jahre später jubelte keiner mehr und man unterschrieb vor den Moskauer Asiaten in Berlin-Karlshorst die Kapitulationsurkunde.
 

 

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Kommentare ( 4 )

  • Mombo

    Veröffentlicht: 2. März 2022 14:51 pm

    Ab sofort sanktioniere ich mich selbst:
    Seit Stunden kippe ich den bei mir noch vorhandenen Whisky (der mit 'e' kommt auch noch dran...) in den Ausguß. So begegne ich der sich immer weiter ausbreitenden Abneigung gegen Staaten, die für Angriffskriege bekannt sind, und deren Produkte deshalb - so ist es dringend zu erwarten - zunehmend verpönt werden. Beim Whisky habe ich jetzt angefangen, zumal ich schon immer McDonalds und die all-abendliche US-Un"kultur" im TV gemieden habe. Das ist dem an erster Stelle stehenden Überfall der USA auf den Irak zu verdanken, weil der mit einem erstklassigen Theaterstück in der UN durch Hochhalten eines Glasröhrchens begonnen und mit über 1 Million Toten fast geendet hat. Beinahe wäre es noch zum Mitmarsch von noch-nicht-Kanzlerin Merkel gekommen, die dabei aber eher an den Vortritt anderer gedacht haben mag...
    An zweiter Stelle stehen die Länder, die Jugoslawien überfallen und zerstückelt haben. Deren Wein ist als nächstes dran - beim Wegkippen.....

  • Jürgen Konzack

    Veröffentlicht: 2. März 2022 15:09 pm

    Ich denke auch das man alle Waren die aus den USA kommen nicht mehr kaufen sollte.Außerdem frage ich mich wann Russland endlich die westeuropäischen Medien abschaltet denn ich habe gerade festgestellt das der Kanal Russland 24 nicht mehr funktioniert.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 2. März 2022 15:27

      ... ich könnte Ihre Fragen noch mit einer weiteren ellenlangen Liste von Fragen ergänzen. Ich verstehe auch einiges nicht. Im Kopf kreist dann immer noch der Begriff vom "gutmütigen russischen Bären ..." Wobei es auch diesem Bären doch eigentlich klar sein müsste, dass der Jäger das Gewehr schon angelegt hat, ihn genau im Fadenkreuz hat und nur noch abdrücken braucht ... Hoffen wir auf ein dickes Fell des Bären, der den ersten Schuss gut abfängt ... und warten wir darauf, ob der Jäger schneller laufen kann, als der verwundete Bär ...

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 2. März 2022 19:04 pm

    Die Welt betet heute in allem die Prophylaxe an - also, lieber Bär - hindere den Jäger, Dich zu verletzen - mach seine Flinte unbrauchbar !!!

  • Christian Musial

    Veröffentlicht: 4. März 2022 15:43 pm

    Dem Kommentar von Anton Amler ist nichts hinzuzufügen

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