Westen kann wählen zwischen Lawrow und Schoigu

Westen kann wählen zwischen Lawrow und Schoigu
 
In Russland werden die aktuellen politischen Aktivitäten der Staatsführung diskutiert. Das endlich neuerwachte Selbstbewusstsein nach 30 Jahren westlicher Erniedrigung, Kolonialisierung und Verlust der Souveränität wird kurz vor Jahreswechsel von vielen wohlwollend zur Kenntnis genommen. Unklar ist, ob es gelingt, sich mit dem Westen friedlich zu einigen.
 
 
Der russische Militärexperte Alexej Leonkow hat der Zeitung „Ukraina.ru“ ein Interview gegeben und hat in diesem Interview eine Redewendung wiederholt, die in Russland bereits seit einigen Jahren populär ist.
 
„Der Westen hat die Rote Linie so gut wie überschritten und es ist wohl so, dass sie zukünftig nicht mehr mit dem Außenminister Lawrow, sondern mit dem Verteidigungsminister Schoigu sprechen werden.“
 
Das russische Außenministerium hatte in der vergangenen Woche zwei Dokumente mit sehr klaren Forderungen, gerichtet an die USA, die NATO und deren Partner sowie die Europäische Union veröffentlicht. Russland fordert in den Vertragsentwürfen, auf deren Grundlage zukünftig die Sicherheit Russlands, der USA, der NATO und Europas geregelt werden soll:
 
  • die Nichterweiterung der NATO
  • die Nichtstationierung von Angriffswaffen in der Nähe der russischen Grenzen
  • Einstellung der militärischen Zusammenarbeit mit Staaten der ehemaligen Sowjetunion
  • Abzug amerikanischer Atombewaffnung aus Europa
  • Rückzug der Kräfte der NATO auf die Positionen des Jahres 1997
 
In ersten Stellungnahmen wurde bekannt, dass der Westen diese Forderungen ablehnt. Russland hat erklärt, dass es nicht die Absicht habe, sich mit dem Westen in langfristige Diskussionen einzulassen. Man werde handeln und die gleiche Sicherheitsbedrohung für den Westen schaffen, wie der Westen diese für Russland geschaffen hat. Dies ist die Aufgabe von Verteidigungsminister Schoigu, der mit der militärischen Sprache das sagen wird, was Lawrow mit diplomatischen Formulierungen nun nicht mehr sagen kann.
 
Der Militärexperte kommentierte, dass man das Verhalten Russlands nicht als Ultimatum an den Westen betrachten kann. Russland setzt einfach den Punkt auf das „i“ – eine übrigens interessante Formulierung, denn im russischen Alphabet gibt es keinen derartigen Buchstaben.
 
Der Westen ist in der Vergangenheit einfach seinen Weg gegangen und hat Russland vollständig ignoriert. Man hat Russland nicht für ernst genommen. Im Westen ist man zu der Ansicht gekommen, dass man mit Russland Verträge unterzeichnen kann, die Russland zu erfüllen hat. Aber der Westen braucht diese Verträge nicht zu erfüllen.
 
Alle Vereinbarungen mit dem Westen haben sich für Russland ins Gegenteil verkehrt und sind nun schädlich. Sie sind nicht geeignet, die Sicherheit Russlands zu gewährleisten. Sie gewährleisten nur die Erfüllung der Interessen der USA, der NATO und deren Partner.
 
Der Parteivorsitzende der ukrainischen Partei „Unsere/Naschi“ Jewgeni Murajew erklärte, dass die Situation, die nach dem Gespräch zwischen Putin und Biden entstanden ist, darauf hindeutet, dass beide Länder kurz davorstehen, eine große prinzipielle Vereinbarung zu treffen. Der Dritte Weltkrieg ist vorläufig abgesagt und findet in absehbarer Zeit nicht statt – so der Ukrainer.

 

 

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Kommentare ( 2 )

  • Eckart

    Veröffentlicht: 27. Dezember 2021 10:15 pm

    Schon Stalin war kein ebenbürdiger Partner für den Westen, denn das zeigt wie man ihn mit der "Operation Jubilee" am 19. August 1942 getäuscht hat, und diese strategischen und politischen Fehleinschätzungen befinden sich in der russischen Politik bis heute in einer Dauerschleife. - Mit der Eingliederung der Ukraine in die Nato werden die Russen sich bald genauso lethargisch abfinden, wie sie bislang jeden Stepp der Osterweiterung hingenommen haben. Und bei einigen im Westen werden schon die Sektflaschen für das große Orgie mit den russischen Oligarchen kalt gestellt. - Wie es aussieht ist das nur noch eine Frage der Zeit, und weniger ob Schoigu oder Lawrow dazu noch eingeladen werden müssten.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 27. Dezember 2021 10:19

      ... erinnern Sie sich bitte an Ihren hier eingestellten Kommentar und lesen diesen nochmal in ca. sechs Monaten durch. Vielleicht lohnt es sich aber auch schon in drei Monaten ...

  • Eckart

    Veröffentlicht: 27. Dezember 2021 11:02 pm

    Solange die ganze Welt auf so einen kleinen Virus hypnotisch starrt, wird man sich terminlich überhaupt nichts vormerken müssen. - Aber ich will mir den Hinweis trotzdem in meinem 2022 iger Kalenderblatt ankreuzen.

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