Westfirmen lassen russische Arbeitnehmer im Stich. Russland plant Nationalisierung.

Westfirmen lassen russische Arbeitnehmer im Stich. Russland plant Nationalisierung.
 
Schneller als erwartet beginnen laute Überlegungen in Russland zur Nationalisierung des Eigentums der ausländischen Firmen, die Russland verlassen haben. Auf der bisherigen Nationalisierungsliste stehen 59 Organisationen und dies ist erst der Anfang. Die Verluste für die ausländischen Firmen sind riesig.
 
 
Russische Medien informieren, dass eine Liste mit bisher 59 Firmen und Organisationen erarbeitet wurde, deren Eigentum in Russland nationalisiert werden soll. Zu diesen Firmen gehören u.a.:
 
McDonalds, Apple, Volkswagen, IKEA, Microsoft, IBM, Shell, Porsche, Toyota, H&M, Mercedes, Skoda, IKEA, KFC, Starbucks.
 
Die Initiatoren dieser Gesetzesinitiative haben ein entsprechendes Dokument an die Generalstaatsanwaltschaft und die Regierung gesandt. Das Ministerium für Industrie und Handel und die russische Verbraucherschutzbehörde werden wohl federführend bei der Umsetzung der Gedanken sein.
 
Erstmals äußerte sich der Sekretär des Generalrates der Partei Einiges Russland, Andrej Turschak am 7. März zu dieser Thematik. Er beschuldigte die Firmen, die Russland verlassen der Organisation eines geplanten vorsätzlichen Bankrotts. Um die Situation beherrschen zu können, schlug er die Nationalisierung vor. Bereits am 9. März bestätigte eine Regierungskommission diese Initiative. Im ersten Schritt soll eine Zwangsverwaltung eingesetzt werden, um einen Bankrott zu verhindern und die Arbeit, sowie Arbeitsplätze zu sichern. Bisher geht es um Firmen, die zu mehr als 25 Prozent ausländische Gesellschafteranteile haben und deren Herkunftsländer sich auf der Liste der „Unfreundlichen Staaten“ befinden. Zu dieser Liste gehören neben der USA alle Staaten der Europäischen Union und weitere.
 
Die bisherige Liste der Firmen wird ständig ergänzt. Erklärt eine Firma ihren Rückzug aus Russland, gelangt sie sofort auf die Liste der Nationalisierung.
 
Informiert wurde, dass die Firmen, die bisher auf dieser Liste der geplanten Nationalisierung stehen, gegenüber dem russischen Staat, Lieferanten und Bürgern Verbindlichkeiten im sehr hohen Dollar-Milliardenbereich haben. Die Verbindlichkeiten haben einen Umfang von drei Jahresumsätzen dieser Firmen. Werden diese nicht bezahlt, erfolgt das beschleunigte Bankrott-Verfahren in Russland und die Nationalisierung.
 
Befinden sich diese Firmen auf der Nationalisierungsliste, erfolgt umgehend die Sperrung aller Konten dieser Firma, die Einsetzung einer Zwangsverwaltung, die vermutlich durch die Außenwirtschaftsbank oder aber durch die Agentur zur Bankeinlagensicherung durchgeführt werden wird. Weiterhin besteht die Gefahr, dass gegen die Geschäftsführung dieser Firmen ein Strafverfahren wegen vorsätzlichen Bankrotts und Betrugs im besonders großen Umfang eingeleitet wird.
 
Russische Medien kommentieren, dass es in Russland völlig klare Vorstellungen gibt, was man mit den Firmen macht, die Russland so einfach verlassen. Alle sollen verstehen, dass dies so einfach nicht möglich ist und derartige Verhaltensweisen Konsequenzen hat. Russische Gesetze sind einzuhalten. Man werde die russischen Bürger schützen, die viele Jahre für ausländische Firmen gearbeitet und von diesen jetzt im Stich gelassen werden.
 
Weitere Stimmen haben sich in Russland zu Wort gemeldet, die die veröffentlichte Initiative als Signal an all die Firmen sehen, die Russland verlassen haben oder planen Russland zu verlassen. Bevor die ersten realen Schritte zur Nationalisierung gegangen werden, haben diese Firmen fünf Tage Zeit, ihre Entscheidung zu überdenken und zu korrigieren.
 
Sollten die ausländischen Besitzer nicht nach Russland zurückkehren und ihre Arbeit wie gewohnt aufnehmen, werden nach drei Monaten die Firmen zum Verkauf ausgeschrieben. Bevorzugt werden Käufer, die bereits auf dem entsprechenden Wirtschaftsgebiet tätig sind und ein ähnliches Unternehmen führen. Der neue Besitzer hat mindestens 2/3 aller Arbeitsplätze zu garantieren und die Arbeit der Firma mindestens ein Jahr fortzusetzen. Die bisher eingesetzte Zwangsverwaltung wird die Arbeit des neuen Firmeninhabers beobachtend begleiten.
 
Natürlich haben sich auch die USA bereits zu Wort gemeldet und Russland vor der Nationalisierung ausländischen Eigentums gewarnt. Man werde Gegenschritte unternehmen – so ein Vertreter des Weißen Hauses. Man begrüße, dass ausländische Firmen Russland verlassen, unternehme aber nichts, um Unternehmer hierzu zu nötigen.

 

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Kommentare ( 4 )

  • Eckart

    Veröffentlicht: 11. März 2022 10:21 pm

    "Westfirmen verlassen Russland" hört sich so einfach an. - Wie sich das allein hartware mäßig darstellt, dass muss ich zugeben, liegt jenseits meiner Vorstellungskraft. ----- Jetzt mal angenommen : so eine Firma HiPP, die kurz hinter der polnischen Grenze in Kaliningrad produziert, die ist mit "Sack und Pack" schnell über die Landesgrenze verschwunden, und Babybrei können die Russen auch selber kochen, aber so große Firmen wie Mercedes, VW usw. ....... lassen die nun einfach alles stehen und liegen, und sagen zu den Russen: "Nun macht mal schön alleine weiter ohne Nachschub ...... usw.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 11. März 2022 10:31

      ... ja, so in etwa stellt sich das jetzt da. Deshalb reagiert Russland ja auch mit Verstaatlichung. Die Firmen erfüllen mit ihrem Weggang einen politischen Auftrag. Sie hinterlassen hundertausende, vielleicht sogar Millionen von Arbeitnehmern, die jetzt auf der Straße stehen ... wohl in der Hoffnung, dass diese das gesellschaftliche System in Russland zum Einsturz bringen. Das ist verantwortungslos und kann nur mit Verstaatlichung aufgefangen werden. Der Staat übergibt die Aktiva an andere russische Unternehmer, die aus der Branche kommen ...

  • Paul Gallowitz

    Veröffentlicht: 11. März 2022 10:37 pm

    Nicht keckern, sondern klotzen!
    Man muss ihnen spürbare Schmerzen zufügen.

  • Eckart

    Veröffentlicht: 11. März 2022 11:15 pm

    Man kann zwar alle in Betracht kommende Werke und Betriebe verstaatlichen - doch damit ist eine zukünftige Wertschöpfung nicht geschafft, und aus der Staatshand wird man zwar eine >Zeit lang< die Löhne weiter zahlen können, aber mit Sicherheit nicht die >ganze Zeit<. Zwischen den >...< gibt es etwas, was Denkfähigkeit erfordert.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 11. März 2022 13:19

      ... ich glaube, wir bekommen das in Russland in den Griff.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 11. März 2022 19:48 pm

    @Eckart
    " ... Babybrei können die Russen auch selber kochen, aber so große Firmen wie Mercedes, VW usw. ......."
    Eckart, was kaufen die meisten Russen? Bestimmt nicht MB, VW oder Audi. Aber die Werke für die Herstellung auch anderer fahrbarer Untersätze wie PKW können auf den Montagelinien hergestellt werden. Man sollte auch das "Humankapital" nicht außer acht lassen. Und das waren ganz und gar nicht nur die Bandarbeiter. Und wenn man noch nicht in der Lage sein sollte, ein neues Modell so schnell zu entwickeln, es gibt auch noch einen Nachbarn China, der wohl nichts dagegen hätte, daß ein Teil der nach der RF verkauften PKW Made in China eben gleich bei Moskau oder auch weiter im Osten montiert werden. Die Japaner und Südkoreaner und wohl auch noch andere werden sich das irrsinnige US- und Nato-Spiel eines nicht mehr ganz zurechnungsfähigen Bewohners eines gewiß nicht weisen sondern nur eines weiß getünchten Hauses nicht lange ansehen - oder dabei gewaltig einbüßen.

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