Wie gewonnen, so zerronnen – Russen verlieren West-Staatsbürgerschaften

Wie gewonnen, so zerronnen – Russen verlieren West-Staatsbürgerschaften

 

Mit Beginn der großen Freiheit nach dem Zerfall der Sowjetunion, begannen viele Russen, völlig frei von jedweden moralischen Bedenken, Geld zu verdienen. Und da dies nicht immer mit rechten Dingen zuging, schaffte man sich Bankkonten und Firmen im Ausland. Und man legte sich auch eine Ersatz-Staatsbürgerschaft zu.

 

 

Anfang der 90er Jahre wurde der Begriff „Oligarch“ in Russland geboren. Das sind Leute, die über Nacht mit Methoden, nach denen heute nicht mehr gefragt wird, viel Geld verdient hatten und dann versuchten, sich in die Politik einzumischen, möglichst sogar Schlüsselpositionen in der Politik zu besetzen, um dann noch mehr Geld mit vielleicht noch zweifelhafteren Methoden, allerdings gut verkleidet im Rahmen notwendiger Gesetze, zu verdienen.

Mit Machtantritt des russischen Präsidenten Putin im Jahre 2000 wurde dieser Prozess gestoppt. Einige dieser Oligarchen hatten sofort verstanden, woher und wohin der neue Wind weht, andere haben es später verstanden. Einige haben es nicht verstanden.

 

 

Diejenigen, die es verstanden haben und sich den neuen Bedürfnissen des Staates angepasst haben, haben aber trotzdem noch eine Rückversicherung abgeschlossen. Das viele Geld, welches diese Russen in Russland verdient haben, wurde ins Ausland geschafft. Man vertraute dem eigenen Staat nicht -– wohl zu Recht, denn wer wollte diesen Leuten garantieren, dass nicht doch eines Tages der Staatsanwalt wieder anfängt nachzufragen, woher denn dieser ganze Reichtum kommt?

Und das Geld wurde auf westliche Banken, möglichst in Offshore-Zonen angelegt. Und wer sich die richtige Offshore-Zone aussuchte, z.B. Zypern, der konnte sogar noch die Staatsbürgerschaft bekommen und war dann nicht mehr auf die großzügige oder weniger großzügige Visapolitik der Europäischen Union angewiesen. Und die Sanktionspolitik konnte diesem Doppelstaatler auch nichts anhaben – so dachten zumindest die Russen mit einer Ersatzstaatsbürgerschaft.

Die Amerikaner versuchen ganze Arbeit zu leisten, um diesen Russen das Leben schwer zu machen. Immer in der Hoffnung, dass diese Russen endlich verstehen, dass sie sich von Putin trennen müssen, um wieder ein Leben in westlicher Freiheit genießen zu dürfen. Und wenn der russische Geldadel sich von Putin trennt, dann sind die Tage von diesem gezählt … so meinen wohl diejenigen im Westen, die glauben, Russland und die Russen zu kennen.

Und die Amerikaner haben es nun erreicht, dass einem der bekanntesten Oligarchen … nein, dieser Begriff sollte nicht mehr gebraucht werden, denn der russische Premierminister Dmitri Medwedjew kommentierte vor einigen Monaten, dass es keine Oligarchen mehr gäbe. Es gäbe nur noch erfolgreiche russische Unternehmer … also kurz, einem der erfolgreichsten russischen Unternehmer, Oleg Deripaska wurde nun die zyprische Staatsbürgerschaft entzogen. Auch seine beiden Kinder verloren ihre Zweitstaatsbürgerschaft.

Zypern gab´s, Zypern nahm´s.

Allerdings verkündete ein Sprecher von Deripaska, dass das nicht stimmt – Deripaska habe nach wie vor die Staatsbürgerschaft Zyperns und widersprach somit den Veröffentlichungen westlicher Medien.

Deripaska hatte die Staatsbürgerschaft im Gegenzug zu den Investitionen erhalten, die er in die zyprische Wirtschaft getätigt hatte.

Aber Deripaska ist nicht alleiniger Leidtragender. Mit ihm zusammen haben neun weitere Russen den sogenannten „Goldenen Pass“ wieder verloren – berichten russische Medien.

Wie man sieht, gelingt es den Amerikanern doch, mit ihrer Sanktionspolitik diesem und jenem das Leben schwer zu machen. Steht nur die Frage, ob sich diese oder jene nun von Putin abwenden oder ob diese oder jene gemeinsam mit Putin darüber nachdenken, wie man sich revanchieren kann.

 

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