Zum Schicksal der Ukraine – Phantasien eines deutschsprachigen Bloggers

Zum Schicksal der Ukraine – Phantasien eines deutschsprachigen Bloggers
 
Es gibt verschiedenste Erklärungen russischer Verantwortlicher zum Schicksal der Ukraine. Einige Erklärungen scheinen sich zu widersprechen oder sind nebulös. Das eindeutig erklärte Ziel der militärischen Operation Russlands ist die Demilitarisierung, Neutralisierung und Entnazifizierung der Ukraine und damit einhergehend, die Wiederherstellung der Sicherheit Russlands.
 
 
Die von Russland formulierte Zielstellung ist völlig klar und sie würde nach meinem Verständnis bedeuten, dass die gesamte staatliche Struktur, begonnen beim ukrainischen Präsidenten und endend beim letzten Dorfbürgermeister aufgelöst werden muss. Alles, was in der Ukraine unter Waffen steht, wird aufgelöst und die dazugehörige Infrastruktur zerstört. Alles muss völlig neu aufgebaut werden. Aber wie will man sicherstellen, dass die neuen Kader wirklich eine Politik betreiben, die die Wiederholung der Ereignisse der Vergangenheit in der Ukraine nicht zulässt? Und es ist für Russland wichtig, dass seine Sicherheit im Süden des Landes gewährleistet wird.
 
Verwirrend ist, dass russische Verantwortliche, begonnen beim russischen Präsidenten, über seinen Sprecher, hin zum Außenministerium kommentiert haben, dass man an keiner Teilung der Ukraine interessiert sei. Etwas später kamen Kommentare hinzu, dass auch niemand in Russland die Absicht habe, die Regierung der Ukraine zu verhaften oder auszutauschen. Da passt eins und eins nicht zusammen.
 
Schauen wir aber auf die Karte, die vom russischen Verteidigungsministerium am Sonntag veröffentlicht worden ist, wo wir den erreichten Stand der militärischen Operation sehen und schauen wir auf aktuelle Ereignisse vom Sonntag, so zeichnet sich eine mögliche Lösung aller Probleme schon ziemlich deutlich ab.
 
 
Was ist am Sonntag passiert? Wir hören, dass in einer Reihe von Städten und Dörfern im Süden der Ukraine die Bürgermeister und die örtliche Verwaltung abgelöst worden sind. Man hat dort wohl neue Republiken ausgerufen, nach dem Vorbild von Lugansk und Donezk. Selenski hat in einer TV-Ansprache von Kollaborateuren und Verrätern gesprochen. Das interessiert aber schon niemanden mehr, denn seine Tage als Präsident sind gezählt. Er wird es rechtzeitig schaffen zu flüchten, so dass sich die Frage, ob er weiterhin Präsident bleibt oder nicht, gar nicht mehr stellen wird. Ebenso wird es mit seiner Regierung sein, die sich ins Ausland absetzen wird.
 
Bilden sich also neue „Republiken“ im Süden, so gelangt die ganze ukrainische Küste, ganz sicher einschließlich Odessa, aus dem Einflussbereich der Ukraine. Die Ukraine wird zum Binnenland und Russland hat damit ausgeschlossen, dass die Ukraine jemals wieder irgendeinen Einfluss auf das Schicksal der Krim nehmen und Russland von Süden aus bedrohen kann. Ob diese „Süd-Republiken“ sich zu einer einzigen neuen Staatlichkeit zusammenschließen werden und einen Freundschafts- und Beistandspakt mit Russland abschließen, bleibt abzuwarten, wäre aber logisch.
 
 
Diese Überlegungen stehen im Widerspruch zu den Erklärungen russischer Verantwortlicher. Dieser Widerspruch löst sich jedoch auf, wenn man genau hinhört, was die russischen Verantwortlichen sagen. Sie sagen, dass Russland keine Absicht habe, die Ukraine aufzuteilen. Wenn allerdings die ukrainischen Bürger selber zu der Überzeugung kommen, in der jetzigen Staatlichkeit nicht mehr leben zu wollen, dann ist dies die innere Entscheidung der ukrainischen Bürger – eben so, wie es 2013 die innere Entscheidung der ukrainischen Bürger war, den Maidan durchzuführen und sich eine neue Regierung zu geben.
 
Kommt es zu einer derartigen neuen Staatlichkeit, so wird diese automatisch Nachbar von Moldawien und damit löst Russland auch gleichzeitig sein geopolitisches Problem mit der Pridnestrowischen Republik Moldau, in der Russland gegenwärtig friedensstiftende Truppen stationiert hat. Die Republik hat sich als selbständig und unabhängig von Moldawien erklärt.
 
Mit dieser Lösung würde die Ukraine ungefähr ein Drittel ihres jetzigen Territoriums und den Zugang zum Schwarzen Meer verlieren. Die Bevölkerung kann dann wählen, wo man leben will – in der Restukraine, die entmilitarisiert, entnazifiziert und einen Neutralitätsstatus hat und vermutlich zukünftig wieder eng mit Russland Handel und Wandel treiben wird, oder aber man siedelt in die ehemaligen ukrainischen Landesteile über, die ihre Selbständigkeit und Souveränität erklärt haben.
 
Mit dieser Lösung dürfte das Interesse der USA, der NATO und der Europäischen Union an dieser Region sofort auf „Null“ sinken. Natürlich wird die NATO ihre Aktivitäten in den NATO-Mitgliedsländern, die an Russland grenzen, weiter verstärken. Damit wird Russland leben müssen und wird sicherlich, wie angekündigt, mit militärtechnischen Maßnahmen sein Sicherheitsrisiko minimieren.
 
Bis Ende des Jahres, davon gehe ich mal aus, werden die Fakten geschaffen sein. Der wichtigste geschaffene Fakt für mich ist aber nicht irgendeine neue Staatlichkeit in dieser Region, sondern das Russland dem Westen im allgemeinen und der NATO im besonderen sehr deutlich gezeigt hat, wo die Rote Linie ist. Jeder weitere Versuch in der Welt, seitens der USA, ihre Demokratie zu exportieren, wird von Russland, ausgehend von seinen Sicherheitsinteressen, „begleitet“ werden. Die Amerikaner haben keine Handlungsfreiheit mehr in der Welt. Und der Versuch, die NATO in weiteren Nachbarstaaten zu Russland zu etablieren, wird durch Russland genauso verhindert werden, wie jetzt in der Ukraine. Das wissen jetzt alle.
 
 
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Kommentare ( 6 )

  • Harm

    Veröffentlicht: 14. März 2022 23:31 pm

    Wie viele Todesfälle sollte das kosten? Auf beiden Seiten. Die Ukrainer leisten massenhaften Widerstand,

  • Eckart

    Veröffentlicht: 15. März 2022 19:06 pm

    Bei SunTzu heißt es: "Der Krieg liebt den Sieg, nicht die Dauer." Noch sind keine handfesten militärischen Fakten geschafft worden, aus denen heraus man nachdrücklich seine Optionen auf den Tisch legen könnte, um sie dann auch erfolgreich und nachhaltig in einem Vertragswerk verbindlich zu fixieren.
    Die maximale Lösung wäre es, die Ukraine entlang des Dnepr zu teilen. Dazu wird es wohl nicht ausreichen.
    Der Kreml sollte aber auf alle Fälle darauf achten, dass entlang des Asowschen Meeres ein breiter Gebietsstreifen bis zur Mündung des Dnepr unter russische Einfluss gerät. Besonders das gesamte Gebiet entlang des Dnepr-Krim Kanals, denn das wäre aus ökologischer Sicht sehr wichtig.
    Ob man nun das Gebiet um Odessa noch hinzu zu fügen schafft, bleibt wohl mehr ein Traum, zumal, wenn man betrachtet, wie zäh die Einnahme von Mariopol sich gestaltet.

    Das Ziel die Existenz der Bandera Nazis in der Ukraine auf den Zustand der Bedeutungslosigkeit zu reduzieren, wird nicht erreicht werden.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 16. März 2022 12:33 pm

    @Harm
    Meiner Ansicht nach weniger als von der Nato in einigen Jahren beabsichtigt. Das Fernziel, die Beseitigung der RF als einheitlicher Staat, aufgespalten in handliche durch die USA und Natoländer zu beherrschende "kleine " Länder fällt wohl wieder mal aus.
    Ich finde es aber genauso schrecklich, daß dafür wieder Menschen sterben müssen. Daß in der Ostukraine bisher über 14.000 Menschen, Soldaten, Zivilisten, darunter unschuldige steinalte und Kinder bereits umgekommen sind und das den "Wertewesten" kaum gekümmert hat, zeigt doch die Verlogenheit der westlichen Empörung. Die Russen sind dabei, den "schönen " Nato-Traum" zu zerstören - die Ukraine als Nato-Vorposten an der russischen Grenze.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 16. März 2022 14:37 pm

    Wenn jemand schreit - haltet den Dieb - dann wird eine bestimmte Masse gutgläubiger, ordentlicher Menschen sofort aktiv und stürmt los, noch bevor man das Ziel kennt.
    Wenn man dann noch ein humanitäres Sahnehäubchen oben drauf platziert, dann kennt der Tross keinen Halt mehr.
    Ganz zweifelsfrei sollten Wohl und Unversehrtheit aller Menschen die nötige Beachtung finden, aber eben aller Menschen.
    Somit auch derer, die durch eine gesteuerte Diffamierung mit dem Prädikat "minderwertig - weniger schützenswert" ideologisiert stigmatisiert wurden.
    An dieser Stelle kommt nun die Frage nach dem Standpunkt in´s Spiel, und da bieten sich weniger emotionsgesteuerte Betrachtungsweisen an, nämlich die Frage nach Ursache und Wirkung.
    Um Entschuldigung bittend sage ich kraft meiner Lebenserfahrung :
    Wer, aus welchen Gründen auch immer, einem weit Entfernten, sich Freund Nennenden gestattet, mir vor die Tür zu scheißen, den werde ich, vorbehaltlos und stellvertretend, mit der Nase in diese tunken !!!

  • Peter Müller

    Veröffentlicht: 17. März 2022 19:05 pm

    Дорогие солдатские ...

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 17. März 2022 19:22

      ... auf meinem Portal werde ich keine ukrainische Propaganda dulden, so lange wie dieser Staat nicht demilitarisiert, entnazifiziert und neutral ist. Sollten Sie nochmals einen Kommentar, egal welchen Inhaltes einstellen, werde ich Sie blockieren.

  • Peter Müller

    Veröffentlicht: 17. März 2022 19:06 pm

    Дорогие ...

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 17. März 2022 19:20

      ... wenn Sie sich auf meinem Portal registriert haben, um Propaganda für die Interessen des ukrainischen Staates zu machen, dann haben Sie nicht die richtige Wahl getroffen.

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