Zuviel Internationalismus ist ungesund für Kaliningrad

Zuviel Internationalismus ist ungesund für Kaliningrad

 

Der Bevollmächtigte Vertreter des russischen Präsidenten für das Kaliningrader Gebiet äußerte in einem Interview mit Eurasien Daily, dass es in den Augen schmerzt, was man jetzt in Kaliningrad an sogenannter Reklame sieht.

Kaliningrad ist eine russische Stadt. Aber die Gestaltung der Stadt, die Reklame, die Gestaltung von Geschäften und Restaurants, aber auch das illegale Umbenennen von Straßen lässt Zweifel aufkommen, ob in dieser Stadt alles mit gesetzlichen Dingen vonstatten geht. Teile der Kaliningrader Gesellschaft haben sich bereits an die Staatsanwaltschaft gewandt, die Untersuchungen eingeleitet hat.

Auch der Bevollmächtigte Vertreter des russischen Präsidenten für das Kaliningrader Gebiet Roman Balaschow/Роман Балашов kommentierte:

„Wir sind Bewohner des Kaliningrader Gebietes. Sowohl die hier Lebenden, wie auch die hier Arbeitenden wissen, dass es keine namenlosen Städte oder Straßen gibt. Wenn aber eine Unmenge von ausländischen Straßenbezeichnungen auftaucht, so steht die Frage: In welchem Land leben wir eigentlich? Ich persönlich bin kategorisch gegen jedwede lateinische Bezeichnungen irgendwelcher Art. Wenn man jetzt durch Kaliningrad geht, dann schmerzt es in den Augen.“

 

 

Der Bevollmächtigte Vertreter des russischen Präsidenten erinnerte an die russische Gesetzgebung, die eindeutig festlegt, in welcher Sprache Reklame zu verfassen ist. Das Unternehmertum sollte hier in erster Linie Verantwortung zeigen. Natürlich wird man niemand auf die Knie zwingen, aber man sollte sich erinnern, dass man in der Russischen Föderation lebt und man sollte seine eigene Werbung schon mit russischem Text, russischer Schrift, russischem Sinn verfassen. Deshalb bringe er der Meinung der Kaliningrader Gesellschaft, die sich an die Staatsanwaltschaft gewandt hat, Verständnis entgegen.

Das Informationsportal Eurasia Daily erinnert, dass die ausländische Sprachenaggression im Kaliningrader Gebiet, sich in mehrere Richtungen entwickelt. Eine Richtung ist die Bezeichnung von Restaurants, Cafés, Geschäften usw. mit lateinischer Schrift und lateinischer Bedeutung. Selbst deutsche Journalisten der Zeitung „Welt“, die im Sommer in Kaliningrad waren, zeigten sich überrascht von der Germanisierung der Stadt.

 

 

Eine zweite Richtung ist die Einführung des topographischen Revanchismus bei den Straßenbezeichnungen, wo Bewohner von Straßen und Häusern die russischen Schilder demontieren und dafür Straßenschilder mit deutscher Schrift und altdeutscher Bezeichnung anbringen.

 

 

Eine dritte Richtung ist die Vielzahl von Souvenirs und sonstigen Erzeugnissen, die an die deutsche Vergangenheit erinnern, aber in erster Linie von russischen Touristen gekauft werden.

 

 

Aber nicht nur Privatpersonen und Unternehmen verletzen die russische Gesetzgebung. Auch staatliche Behörden und Einrichtungen beachten die gesetzlichen Festlegungen nicht. So gibt es z.B. im offiziellen Stadtsymbol der Stadt Tschernjachowsk zwei ausländische Buchstaben, ausgeführt in gothischer Schrift, die auf den Regenten Georg Friedrich Brandenburg-Ansbach hinweisen.

 

Die russische Gesetzgebung legt eindeutig fest, dass einzige offizielle Sprache in Russland in dienstlichen Dokumenten und staatlichen Veröffentlichungen die russische Schrift ist. Somit verstößt das Stadtsymbol eindeutig gegen die russische Gesetzgebung, auch wenn es sich nur um zwei Buchstaben handelt.

Reklame

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