Deutsche investieren in Immobilien

Deutsche investieren in Immobilien
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Russische Makler der Agentur „Mandarin“ haben analysiert, dass 25 Prozent aller Immobilienkäufe durch Deutsche getätigt werden. Noch vor einem halbem Jahr, fand sich keine nennenswerte Anzahl von Deutschen bei Immobilienkäufen.

Heute sind die Deutschen die größte Gruppe von Immobilienkäufern, gefolgt von Ukrainern und Kasachen. Vor einem halben Jahr waren es Kasachen, Weißrussen, Ukrainer.

Die Prozentzahlen sind natürlich beeindruckend – jeder vierte Immobilienkäufer ist ein Deutscher -  obwohl in diesem konkreten Fall die absolute Zahl der deutschen Käufer eine sehr wichtige Information gewesen wäre. Aber diese Information wird dem Leser vorenthalten.

Geht es um Kaliningrad? Nein, bei diesen Immobiliengeschäften geht es nicht um Kaliningrad, sondern um Sotchi, wo sich die Deutschen tummeln. Die Makler kommentieren interessante Ziffern und informieren, dass der durchschnittliche Vertragswert bei den Deutschen sich zwischen 15-20 Mio. Rubel beläuft. Auf Deutsch bedeutet dies: Es sind große Objekte, große Wohnungen, große Häuser. Im Vergleich zu Kaliningrad, wo eine Drei-Raum-Wohnung mit sehr guter Ausstattung 6-8 Mio. Rubel kostet, sind dies in Sotchi andere Dimensionen – und natürlich hat Sotchi auch ein anderes Image als Kaliningrad, denn immerhin ist Sotchi das „Internationale Treff-Zentrum Süd“ für die russische politische Führung, insbesondere natürlich des Präsidenten. Und Kaliningrad will erst das „Treff-Zentrum NordWest“ für die russische politische Führung werden.

Die Makler kommentieren, dass ein Großteil der Immobilien gekauft wird, um sie dann zu vermieten.

Der Wertzuwachs ist enorm. Seit 2014 hat sich der Quadratmeter um 42 Prozent verteuert, alleine im letzten Jahr um 18 Prozent. Dies erinnert an die besten Zeiten in Kaliningrad, wo im Jahre 2006 ein regelrechter Panik-Boom auf Immobilien einsetzte.

Und für mich ganz persönlich steht auch die Frage, was das für Deutsche sind, die tausende von Kilometern entfernt von Deutschland investieren. Investieren in einem Land, welches in deutschen Medien in den düstersten Farben gemalt wird, dessen Führung in einer Art und Weise charakterisiert wird, dass dem Deutschen klar wird, dass freies Unternehmertum, Privateigentum, Gewinnerwirtschaftung, Schutz der Eigentumsrechte, generell die Rechtssicherheit defacto nicht existent sind.

Und trotzdem investieren diese Deutschen, investieren anscheinend als Privatperson. Und wollen dann vermieten. Ich versuche meine Phantasie zu strapazieren, wie dies in der Praxis vor sich gehen soll – die Vermietung einer Wohnung, eines Hauses, wenn ich als Besitzer nicht selber vor Ort bin und mich kümmere, wenn ich die russische Sprache nicht verstehe. Natürlich kann man eine Firma mit der Verwaltung beauftragen, die hoffentlich ehrlich arbeitet und dem Deutschen, nach Abzug aller Kosten, die Restmiete überweist, die dann eigentlich in Deutschland nochmal versteuert werden muss, wenn der Deutsche nicht nachweisen kann, dass er bereits in Russland Steuern bezahlt hat. Natürlich gibt es ganz legale Möglichkeiten, alle steuerlichen Belange so zu regeln, dass das deutsche Finanzamt und die russische Steuerinspektion zufrieden sind. Um dieses Schema zu nutzen, muss aber schon ein hohes Maß an Vertrauen zum russischen Partner oder zur russischen Verwaltungsgesellschaft bestehen. Und es steht die Frage, ob ein derartiges Vertrauensverhältnis innerhalb weniger Wochen, also der Zeit des Erwerbs einer Immobilie, geschaffen werden kann.


Kommentare ( 3 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 12. Juli 2019 21:41 pm

    " ... steht auch die Frage, was das für Deutsche sind, ..."
    Meiner Ansicht nach sind das solche Deutsche, die ganz genau diese Hetze, diese Verleumdung und die immer wieder und weiter verlängerten Sanktionen gegen die RF zu werten wissen. Diese Deutschen, ein paar reine Geschäftemacher mögen auch dabei sein, wissen diese entsetzlichen Daueranfeindungen richtig zu werten nach dem frei interpretierten Spruch, wenn der von den USA dominierte Westen vor Wut und Ohnmacht über Rußland schäumt, dann macht Rußland meist alles richtig.Dann kann man diesem Land vertrauen - im Gegensatz zum korrupten Nato-Deutschland.

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 14. Juli 2019 08:04 pm

    @Radeberger
    ... wohl eher Deutsche, welche Sotschi als Waschmaschine nutzen ... und die Tatasache ausnutzen, dass es so schnell keine Verträge/Zusammenarbeit gibt, welche das verhindern ... dann steht noich die Frage im Raum, wieviel davon Russland-Deutsche sind ... welche also als Deutsche zählen, sich aber vor Ort bzw. mit der russischen Bürokratie auskennen ...

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 14. Juli 2019 08:30

      ... natürlich gibt es alle diese Varianten. Nur, weil Russland so schön und Putin so nett ist, investiert niemand. Alle haben hierfür handfeste Interessen. Und selbstverständlich besteht die Möglichkeit, dass auch Russlanddeutsche investieren. Das ging einfach aus dem mir zur Verfügung stehenden Material nicht hervor.

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 14. Juli 2019 14:39 pm

    @UEN
    Ist kein Vorwurf an Sie. Aber Auslandsinvestionen von Privat-Leuten (egal wo, auch wenn es innerhalb der EU natürlich gesicherter ist) sind immer mit hohem Risiko behaftet. Da wird man - nicht nur in Russland - ganz schnell über den Tisch gezogen, wenn man sich mit Landessprache, Gepflogenheiten etc. nicht auskennt.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 14. Juli 2019 14:58

      ... gut, dass Sie den zweiten Teil des letzten Satzes noch hinzugefügt haben!

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