Deutschland, Deutschland über alles in Kaliningrad

Deutschland, Deutschland über alles in Kaliningrad

Die Germanisierung des Kaliningrader Gebietes ist wohl eines der am meisten diskutiertesten Themen im auslaufenden Jahr 2016 gewesen und brachte die Kaliningrader Gesellschaft in Wallung. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass auch das Jahr 2017 nicht ohne dieses Thema auskommt, vielleicht sogar noch an Schärfe zunimmt.

Am 7. Dezember veröffentlichten wir einen Beitrag unter dem Titel „Woher kommt Kaliningrad, wohin geht Kaliningrad“.

Screenshot: Titelaufmachung bei „Kaliningrad-Domizil“
 
Es war der erste Teil einer dreiteiligen Dokumentation des Kaliningrader Journalisten Andrej Wypolsow über die schleichende Germanisierung des Kaliningrader Gebietes, beginnend im Jahre 1988. Der heutige Teil ist der dritte Teil dieser Dokumentation. Sie vermissen den zweiten Teil? Richtig, den gab es nämlich nicht, trotzdem ich ihn angekündigt hatte. Lassen Sie mich somit ein paar Worte vorausschicken.

Der bekannte Kaliningrader Journalist Andrej Wypolsow hatte mir eine dreiteilige Dokumentation zum genannten Thema angekündigt und der erste Beitrag fand in seinen Darlegungen, in seiner Logik mein Verständnis. An sich wird in diesem Beitrag noch niemand so richtig beschuldigt. Es wird, mal kurz zusammengefasst, von der weitsichtigen Politik der damaligen bundesdeutschen Regierung im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der entstandenen neuen politischen Situation in Europa gesprochen. Ich hatte diesen Artikel in den wesentlichsten Passagen übersetzt und mit „… russischem akzent“ und gutem Gewissen veröffentlicht. In der Kaliningrader Gesellschaft blieb im wesentlichen eine Reaktion aus, obwohl wir beide mit heftigen Diskussionen in den sozialen Netzwerken gerechnet hatten.

Dann kam der zweite Beitrag dieser Dokumentation. Er behandelte im wesentlichen Ereignisse aus dem Jahre 2016, chronologisch nach Monaten sortiert. Ich habe ihn mir mehrere Male durchgelesen und mich entschlossen, ihn meinen deutschen Lesern nicht anzubieten. Ich habe in diesem Artikel keine Momente gefunden, die „Beweise oder Argumente“ liefern, die eine Germanisierung des Gebietes zusätzlich oder überhaupt bestätigen. Sicherlich hat sich Andrej Wypolsow mit diesem Beitrag viel Arbeit gemacht, aber er war nach meiner deutschen Auffassung „nicht zielführend“ … zumindest ist dies meine Meinung. Ich erlaube mir einfach im Rahmen meiner Blogger-Unabhängigkeit nicht immer mit Meinungen des russischen Staates oder mit mir befreundeter/bekannter Journalisten einer Meinung zu sein. Ich habe meine eigene Meinung und dabei bleibt es … Russland-Loyalität hin oder her.

Für diejenigen, die diesen Artikel trotzdem lesen oder sich zumindest die Bilder anschauen wollen, hier der Link:

Screenshot: Titelaufmachung der Informationsagentur „REGNUM“
 
Der dritte Teil der Dokumentation erschien am 20. Dezember und ist schon interessanter. Es gibt einige Fakten, die wohl wenig bekannt sind, aber bei der Beurteilung der heutigen politischen Situation rings um das Kaliningrader Gebiet eine nicht unwichtige Rolle spielen. Ich werde den Artikel nicht übersetzen, sondern kommentiere wesentliche Einzelinformationen und ergänze Informationen, die mir bekannt sind, aber durch Andrej nicht erwähnt werden.

Andrej Wypolsow titelt „Frankenstein: „Wer bereitet im Kaliningrader Gebiet den schleichenden Euro-Maidan vor?“

Screenshot: Titelaufmachung der Informationsagentur „REGNUM“
 
Der Autor des Artikels geht im dritten Teil seiner Dokumentation davon aus, dass es eine schleichende Germanisierung des Kaliningrader Gebietes gibt, deren Ziel es ist, die Identität der russischen Bürger, die in Kaliningrad wohnen, Schritt für Schritt zu verwässern. Die Kaliningrader sollen Zweifel erhalten, ob sie denn wirklich Russen sind, oder ob sie nicht doch eher eine besondere Kategorie europäischer Bürger sind, denn immerhin hat das Gebiet noch nicht mal eine gemeinsame Grenzen mit Russland und wenn es dann auch noch andere kulturelle und gesellschaftliche Zweifel an einer russischen Identität gibt, weil man der Bevölkerung über einen langen Zeitraum die deutsche Kultur eingeträufelt hat, dann ist es bis zu einem Kaliningrad-Maidan nur noch ein kleiner Schritt.

Weiterhin ist der Autor der Ansicht – ich kann diese nachvollziehen – dass sich das föderale Zentrum lange Jahre überhaupt nicht um Kaliningrad gekümmert hat, weder wirtschaftlich noch politisch, noch gesellschaftlich. Und jetzt, begonnen im Jahre 2015, ist man in Moskau aufgeschreckt und schickt (wie Andrej es formuliert) „Doktoren“ nach Kaliningrad, die das kranke Kind heilen sollen. Diese Doktoren sind auch schon eingetroffen – allerdings ist noch nicht ganz klar, wie diese Doktoren das kranke Kind Kaliningrad heilen wollen: mit Akupunktur oder durch chirurgische Eingriffe.

Wen Andrej Wypolsow als „Doktor“ bezeichnet, bleibt in dem Artikel offen, aber es ist wohl davon auszugehen, dass er diejenigen meint, die die föderalen Machtstrukturen im Kaliningrader Gebiet vertreten und die nicht den Kaliningrader Strukturen unterstellt sind:

 
Die Hälfte der „Doktoren“ sind in 2016 zu uns gekommen und es gibt nur drei, die schon „lange“ in Kaliningrad sind und die, nach heutigen Ansichten des föderalen Zentrums, für den schleichenden Prozess der Germanisierung nicht genug sensibilisiert sind. Ob man im Kreml wirklich dieser Ansicht ist, wird das Jahr 2017 zeigen, wenn auch diese Funktionen neu besetzt werden.

Und natürlich müssen wir auch den neuen Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow zu diesen „Doktor“-Persönlichkeiten zählen – ein junger, zielbewusster, vom russischen Präsidenten ausgewählter und eingesetzter Mann aus Moskau. Was mich in diesem Zusammenhang jedoch etwas verwirrt sind Äußerungen von Anton Alichanow, die er vor rund einem Monat tätigte, dass auch er keinen schleichenden Germanisierungsprozess in Kaliningrad sieht.

 
Dann gab es noch eine personelle Veränderung in der Kaliningrader Filiale des russischen Staatsfernsehens (vergleichbar mit ARD oder dessen Regionalablegern). Als neuer Leiter wurde Nikolai Dolgotschow eingesetzt – ein jetzt in den sozialen Netzwerken heftig angefeindeter Journalist und damit begann die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Kampf gegen die Germanisierung des Kaliningrader Gebiets.“

Soweit zur (ziemlich langen) Vorrede.

Ab Mitte 2015 begann man in Kaliningrad – schon sichtbar für die Öffentlichkeit – gegen deutsche Organisationen vorzugehen. In den Aufmerksamkeitsfocus gerieten:

  • das Deutsch-Russische Haus (nachvollziehbar durch die Affäre Lissner),
  • das Hanse-Büro,
  • die Gesellschaft „Selenogradsk-Pinneberg“,
  • der Verband der deutsch-russischen Kultur Jasno-Poljana,

um nur einige zu nennen. Das Klaus-Mehnert-Institut entschloss sich im September 2015, nach 10jähriger Präsenz in Kaliningrad, freiwillig zu gehen.

Man merkt: „Deutschland, Deutschland über alles“ gilt nicht mehr in Kaliningrad und gilt auch nicht mehr im russischen Mutterland. Anscheinend ist man zur Rolle Deutschlands und der Deutschen in Russland, spätestens im Januar 2016 im föderalen Russland zu einer neuen Meinung gekommen.

Am 31. Januar 2016, von der deutschen Politik entweder wirklich nicht bemerkt oder bewusst unkommentiert gelassen, hat der russische Präsident Wladimir Putin einen Ukas geändert, den Boris Jelzin am 21.02.1992 erlassen hatte. Dieser Jelzin-Erlass Nr. 231 trägt den Titel:

 
Putin hat mit Datum 31.01.2016 diesen Jelzin-Ukas korrigiert und mit dem Ukas Nr. 34 festgelegt, dass es keine Wiedergeburt einer deutschen Wolgarepublik in Russland mehr geben wird.

Also, so konkret steht es dort nicht. Es wurde nur der Absatz, der die Wiedererrichtung der Deutschen Republik vorsah, gestrichen und durch andere Formulierungen zur Förderung der deutschen Kultur ersetzt. Das schlug, wie Andrej Wypolsow schreibt, in einigen deutschorientierten Kreisen in Russland wie eine Bombe ein, denn man hatte immer damit gerechnet, wieder zu einem eigenen deutschen Staat innerhalb der russischen Föderation zu kommen. Warum Putin, der sich eigentlich seit Amtsantritt im Jahre 2001 immer als großer Deutschlandfreund gezeigt hat, nun keine Deutsche Republik mehr auf dem Gebiet der russischen Föderation möchte, kann sich wohl jeder selber denken, der ein klein wenig die deutsche Staatspolitik gegenüber Russland in den letzten Jahren verfolgt hat.

Zur Umsetzung der Idee einer „Autonomen Republik der Deutschen“ (ARD) im Bestand der Russischen Föderation wurde im Jahre 1997 eine „Föderale national-kulturelle Autonomie der Russland-Deutschen“ (FNKA RD) gegründet. Hauptinitiator dieser Organisation war Viktor Baumgärtner, russischer Unternehmer und Politiker. Er aktivierte die Arbeit zur Schaffung einer Deutschen Republik in der Zeit, als Dmitri Medwedjew Präsident Russlands war (2008-2012), wurde aber im Jahre 2009 von Opponenten in seiner Organisation, an der Spitze mit Heinrich Martens, gestoppt. Im April 2009 fanden Neuwahlen in der „FNKA RD“ statt und Heinrich Martens wurde, anstelle von Viktor Baumgärtner, deren Präsident. Baumgärtner selber, durch die russische Gesellschaft im revanchistischen Bereich eingeordnet, gab sich aber nicht geschlagen, sondern versuchte seine Linie fortzusetzen und nutzt hierfür die Informationsplattform „Genosse.su“, die sich als „Portal für die sowjetischen Deutschen“ bezeichnet.

 
Dort zeigt man sich mit dem Putin-Erlass nicht einverstanden und bezeichnete diesen Erlass als „zynischen Betrug, nicht nur gegenüber einem konkreten repressierten Volk, sondern der gesamten Weltöffentlichkeit“ und meint, dass dieser Erlass Russland selbst diskreditiert.

Soweit zur zweiten Vorrede. Nun wird es aber langsam Zeit auf die Zusammenhänge mit Kaliningrad zu kommen.

Wie Andrej Wypolsow informiert, hat Viktor Baumgärtner in Kaliningrad eine ganze Reihe von Anhängern bewahren können. Einer der wichtigsten Anhänger ist Viktor Hoffman, der Präsident des Deutsch-Russischen-Hauses, oder, wie die NGO jetzt aktuell heißt, des Russisch-Deutschen-Hauses. Viktor Hoffman war damals der Vizepräsident der „Föderalen national-kulturellen Autonomie der Russland-Deutschen“, die aber durch den russischen Staat nicht anerkannt war. Die Anerkennung als Interessensvertretung der Deutschen erfolgte erst, nachdem Heinrich Martens dort den Vorsitz übernommen hatte und zum Vertrauten des russischen Präsidenten für die Thematik der Russland-Deutschen avancierte.

Das Deutsch-Russische-Haus in Kaliningrad positionierte sich als unabhängige NGO und schloss sich der „Föderalen national-kulturellen Autonomie der Russland-Deutschen“ nicht an. Damit bildet die Kaliningrader Organisation eine gesamtrussische Ausnahme, denn alle anderen Gebietsorganisationen haben sich unter einer einheitlichen Leitung zusammengeschlossen.

Im September 2015 besuchte der ehemalige Vize-Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) und heutige deutsche Botschafter Rüdiger von Fritsch, aufgeschreckt von den „deutschen Ereignissen“ in Kaliningrad, die Region. Anscheinend hat man wohl in der Bundeshauptstadt in Deutschland ein besonderes Interesse an der Bewegungsfreiheit der Deutschen – in welcher Form auch immer – im Kaliningrader Gebiet. In diesem Zusammenhang steht die Frage, von welchen Freiheiten wir in Kaliningrad für die Deutschen sprechen. Sprechen wir auch von der Freiheit der Schaffung einer „Autonomen Republik der Deutschen“ (ARD) in den Grenzen des Kaliningrader Gebietes?

Um die Frage richtig zu beantworten, muss man sich daran erinnern, dass die ehemalige Deutsche Autonomie, die sogenannte Russland-Deutschen, sich ehemals im Gebiet Saratow und im Wolga-Gebiet konzentrierte. Anfang der 90er Jahre fanden dort Massendemonstrationen statt, die sich gegen eine Wiedererrichtung der Deutschen Wolgarepublik wandten. Besonders präsent waren diese Demonstrationen in den Orten Marx und Engels.  Da an diesen historischen Stätten keine gesellschaftlichen Voraussetzungen für eine Deutsche Autonomie vorhanden waren, blieb somit nur noch Kaliningrad – rein urdeutsches Territorium und auch noch geographisch sehr günstig gelegen – nicht nur direkt an den jetzigen Außengrenzen der Europäischen Union, sondern auch noch getrennt vom russischen Mutterland. Hier braucht man der Bevölkerung nur noch den deutschen Geist, die deutsche Kultur einzuträufeln und man rückt dem Gedanken einer vierten baltischen Republik deutscher Nationalität schon sehr nahe. Natürlich spricht man nicht von einer Politik „Heim ins Reich“. Es reicht völlig, wenn Kaliningrad als russisches Territorium aufhört zu existieren und Neu-Königsberg als „unabhängiges“ Gebiet am Tropf der Europäischen Union sein Leben fristet.

Andrej Wypolsow bringt einige interessante Zahlen. Im Jahre 2010 waren in Russland offiziell 400.000 Russland-Deutsche registriert. 230.000 leben in Sibirien und dem Ural. Alle anderen sind über das gesamte russische Territorium verteilt. In Kaliningrad gibt es rund 7.500 Russland-Deutsche – 0,87 Prozent der Gesamtbevölkerung.

 
Das mag wenig erscheinen, aber im Vergleich zu den Zahlen aus dem Jahre 1989 hat sich die Anzahl der Russland-Deutschen versechsfacht. Hierbei war Kaliningrad aber in den Jahren seit 1991 immer eine Art Umsteigebahnhof, Transitbahnhof für Russland-Deutsche, die aus der Sowjetunion/Russischen Föderation ausreisen und ihren neuen Wohnsitz in Deutschland nehmen wollten. Diese Bewegung wurde aus politischen Gründen (Schwächung des demographischen Systems in Russland) anfänglich durch Deutschland gefördert. Als man aber merkte, dass die Entwicklung in Russland in den 90er Jahren steil bergab ging, war man mehr daran interessiert, dass die Russland-Deutschen in Russland, vorzugsweise in Kaliningrad blieben. Somit änderte sich die Politik des deutschen Staates und man stellte Unterstützung für diejenigen bereit, die im Kaliningrader Gebiet blieben und eine Existenz aufbauen wollten.

In der Realität hörte es sich so an, dass im Jahre 1992, 18 Monate nach der Wiedervereinigung Deutschlands, während des großen Parteitages der Russland-Deutschen in der Sowjetunion (so nannte man sich noch zu dieser Zeit), die Idee geboren wurde, die deutsche Staatlichkeit in der Russischen Föderation wieder zu errichten. Als Ort für diese neue deutsche Staatlichkeit wurde das Kaliningrader Gebiet genannt. Und man hatte auch gleich die passende Ideologie dazu, denn es wurde erklärt, dass es in Kaliningrad keine „Ur-Bevölkerung“, keine „Einheimischen“ gäbe und man somit auch keine Nationalitätenkonflikte zu befürchten habe. Wobei, so kommentiert Andrej Wypolsow, die so argumentierenden Nachfolger der deutschen Arier die Kaliningrader Bevölkerung nicht fragten, ob dem denn wirklich so ist. Und man hatte sogar schon einen wohlklingenden Namen für diese neue Staatlichkeit der Deutschen in Russland: „Baltisch-Slawische-Deutsche Republik“.

Grafik: Das dreigeteilte Ostpreußen – für den russischen Teil wurden bereits ausreichende neue Bezeichnungen gefunden
 
Im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung gab es eine Menge Gerüchte über das Kaliningrader Gebiet, über Angebote der sowjetischen Seite an Deutschland, sowjetische Generale mit Geheimbotschaften sollen hin- und hergereist sein, Kohl soll was gesagt haben und Genscher auch … Die Gerüchte, für die es keinerlei Beweise gibt, halten sich bis heute standhaft. Angeblich soll Deutschland abgewunken haben – man habe kein Interesse an diesem Gebiet. Aber vielleicht war man einfach nur klug genug und wollte sich nicht übernehmen. Immerhin hatte man quasi die DDR, die Wiedervereinigung, geschenkt bekommen, aber natürlich gewusst, dass dieses kostenlose Geschenk im weiteren teuer wird, denn immerhin musste der Osten des neuen Großen Deutschlands aufgebaut werden. Und wieviel das kostet, wissen wir heute. Und so hatten die damaligen deutschen Verantwortlichen auf ein weiteres kostenloses Geschenk verzichtet und lieber darauf gerechnet, dass die in Kaliningrad lebende russische Bevölkerung im Zuge der Zeit ausgetauscht wird und es sich irgendwann automatisch ergibt, dass Kaliningrad plötzlich wieder Königsberg ist. Das man da ein wenig mit deutscher Kultur nachhelfen muss ist klar, aber das ist nun schon nicht mehr so teuer.
 
Glauben Sie nicht, dass damit das Thema abgearbeitet ist. Vor wenigen Tagen haben sich Kaliningrader Architekten an den russischen Patriarchen Kirill gewandt und diesen gebeten, seine Autorität gegen die schleichende Germanisierung des Gebietes einzubringen. Darüber berichten wir in einigen Tagen an dieser Stelle. Sie sehen, das Thema nimmt an Umfang und Bedeutung zu und erfasst föderale Kreise und Entscheidungsträger, die zu einer Stellungnahme aufgefordert werden.
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Kommentare ( 11 )

  • boromeus

    Veröffentlicht: 26. Dezember 2016 22:09 pm

    “ vertrat der Gouverneur Anton Alichanow die Meinung, dass man das preußische Erbe bewahren und für den Tourismus nutzen sollte,......historischen Baudenkmäler sollten restauriert und zu Anziehungspunkten für Touristen" ....
    Was denn nun?Natuerlich muss sich das Gebiet keine "deutsche Unterwanderung"oder Germanisierung gefallen lassen.Der Kaliningrader Oblast ist souveränes russisches Staatsgebiet und nicht Neu-Ostpreussen.Wenn man es jedoch in den letzten 70 Jahren geschafft haette, russische Kultur und die ueber 750 jährige Kulturgeschichte des jetzigen Oblastes fuer die Entwicklung des Gebietes und deren Menschen zu nutzen,anstatt sie auszuradieren oder zu verleugnen ,hätte es mit Sicherheit Synergieeffekte gegeben, die man fuer das Gebiet historisch oder touristisch hätte nutzen können.So aber sind viele Chance ungenutzt geblieben, wichtige Baudenkmäler
    zu erhalten ,weil sich kaum jemand gekümmert hat ,sie zum Teil geschliffen oder bis zur Unkenntlich verfallen sind. Vielleicht zieht aus dem was noch vorhanden Vorteile fuer die touristische Entwicklung und damit für Geld in die Kassen.Oder man löscht den letzten Rest preussischen Deutschtums auch noch aus und setzt auf russische Kulturgüter .Dann sollte auch die Diskussion über eine Germanisierung gänzlich aufhören.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 26. Dezember 2016 22:13

      ... da wir in Russland eine Demokratie haben und Meinungen nicht unterdrückt werden, kann man auch eine Diskussion über "Germanisierung" nicht einfach abschalten. All das, was wir veröffentlichen zeigt doch, wie dynamisch die russische Gesellschaft ist. Das Diskussionen nicht immer sachlich geführt werden, ist ein internationaler Trend. Der Gouverneur hat eine Meinung, eine Hälfte der Gesellschaft hat eine Meinung die nicht mit der des Gouverneurs übereinstimmt und eine andere Hälfte hat noch eine ganz andere Meinung ... Lassen wir doch die Gesellschaft diskutieren und die Mehrheit legt dann fest, wie es weitergeht.

  • ru-moto

    Veröffentlicht: 27. Dezember 2016 01:19 pm

    [...hier braucht man der Bevölkerung nur noch den deutschen Geist, die deutsche Kultur einzuträufeln und man rückt dem Gedanken einer vierten baltischen Republik deutscher Nationalität schon sehr nahe. Kein „Heim ins Reich“, es reicht völlig, wenn Kaliningrad als russisches Territorium aufhört zu existieren und Neu-Königsberg als „unabhängiges“ Gebiet am Tropf der Europäischen Union sein Leben fristet...]

    Zur Erinnerung für die 0,87%: In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 unterzeichnete der deutsche Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, mit Marschallstab und Handschuh preußisch korrekt bis in den Untergang, die Kapitulationsurkunde im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlhorst...

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 27. Dezember 2016 16:51 pm

    „...dass es eine schleichende Germanisierung des Kaliningrader Gebietes gibt, deren Ziel es ist, die Identität der russischen Bürger, die in Kaliningrad wohnen, Schritt für Schritt zu verwässern. „

    Es ist die viel gebrauchte Anleitung des US-Amerikaners Gene Sharp, „Von der Diktatur zur Demokratie , ein Leitfaden für die Befreiung“, bereits 1973 in englischer Sprache erschienen, die bereits in der DDR, in den osteuropäischen und baltischen Ländern, in Georgien, Serbien, Tunesien, Ägypten, Lybien, Ukraine als Anleitung zum Umsturz dienten. Auch in Moskau zu den vorher gehenden Duma-Wahlen diente diese Anleitung als Blaupause, als man versuchte auf dem Bolotnaja-Platz einen „Maidan“ zu installieren.

    Ein Beispiel aus dem Kapitel 'Gewaltlose Waffen und Disziplin' lässt ahnen
    was möglich ist:
    Über 200 Methoden gewaltlosen Handelns sind bekannt:
    Protest und Überredung, Nichtzusammenarbeit und Intervention.
    Protestmärsche und Mahnwachen (54 Methoden).
    Gesellschaftliche Nichtzusammenarbeit (16 Methoden).
    Wirtschaftsboykotte (26 Methoden). Streiks (23 Methoden)
    Politische Nichtzusammenarbeit (38 Methoden).

    Und im Kaliningrader Gebiet versucht man es eben mit einer sogenannten Germanisierung. Das Ziel ist langfristig angelegt.
    In der Ukraine hat man nun eine neue Masche entdeckt. Die in Wolhynien (UA) wohnenden Polen wollen eine „wirtschaftliche Autonomie“ für ihr Gebiet, um mit Polen wirtschaftlich besser und nicht von der Zentrale in Kiew beeinflußbar, zusammen arbeiten zu können. Was sagen die harten polnischen Nationalisten? Lemberg ist polnisch. Es wäre also der erste Schritt zur Abtrennung dieses Gebietes von der Ukraine.
    Die Gefahren, die aus einem „Herausbrechen“ des Kalinigrader Oblast aus der RF sich ergeben, in einem nächsten Beitrag.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 27. Dezember 2016 19:33 pm

    Hallo griepswoolder
    Veröffentlicht: 27. Dezember 2016 14:01:21,

    Wenn ich so Ihren Beitrag mal genau lese, ganz ehrlich, dann sträubt sich mir das Nackenhaar, wie man so schön sagt.
    Um es kurz zu machen, das Deutsche Reich hat den Krieg 1939 bis 1945 verloren und Generalfeldmarschall Keitel hat die bedingungslose Kapitulation unterschrieben. Danach gab es das Potsdamer Abkommen der drei, später vier Siegermächte, wo die Bedingungen des Weiterbestehens Deutschlands geregelt wurden. Es ist nun mal so, wer nach solchen Verbrechen ein solcher Verlierer ist, hat die aufdiktierten Bedingungen zu akzeptieren. Oder meckern Sie auch, daß große Gebiete Deutschlands an Polen, an Litauen und an Frankreich gefallen sind?
    Woraus entnehmen Sie, daß ein Teil Ostpreußens unrechtmäßig zur SU kam? Dann müßten Sie genauso monieren, daß ein Teil jetzt zu Litauen und ein sehr großer Teil zu Polen gehört.
    Diese Landnahme ist ein Teil der Reparation des Deutschen Reichs an die Sieger gewesen.
    Wäre es nach Plänen der USA gegangen, dann gäbe es in Europa gar kein Deutschland und andere Staaten mehr und Zentraleuropa wäre zu einem verarmten Agrargebiet geworden.
    Reichsdeutsche Ideologien helfen nicht weiter.
    Es wäre meiner Ansicht nach aber wichtig, daß neutrale Historiker mal den ganzen Schlamassel von der deutschen Reichsgründung 1871 bis heute aufarbeiten. Mit Nennung aller Beteiligten vor und hinter dem Vorhang. Bloß, wo nimmt man solche Historiker her? Was würde anschließend passieren?
    Zum Beispiel mit der jetzigen bundesdeutschen Regierung?

  • A. Bienenfreund

    Veröffentlicht: 28. Dezember 2016 18:07 pm

    für mich stellt sich bei der ganzen Sache auch die Frage der Motive. Prinzipiell kann es ja ganz verschiedene Motive geben, die sich keinesfalls gegenseitig ausschliessen:
    -Echte Sorge um die Gestaltung der Kaliningrader Zukunft
    -die "polittechnologische" Nutzung des Themas zur Gestaltung der politischen Realität unter den gegenwärtigen agressiven "Eindämmungsversuchen" seitens des Westens™
    -die Werbung um spezifische Aufmerksamkeit und Mittel für interessierte Institute (quasie gespiegelte russische U-Boote;-)
    -persönliche Aufmerksamskeitsüchtigkeit einzelner Akteure
    In der Realität wird sich das alles und vielleicht noch mehr mischen.
    Ansonsten kann man nur sagen: die Nato wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht versuchen würde, Kaliningrad als russischen Vorposten mitten in "ihrem" Gebiet auszuschalten, und nichts bietet sich dort mehr an, als die "germanische2 Vergangenheit.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 28. Dezember 2016 21:41 pm


    Gehen wir mal davon aus, daß es gelingen würde, die Oblast Kalinigrad zu einem halbbaltischen oder auch teilgermanisierten Staat außerhalb der RF zu machen. Fakt wäre, daß dieses Staatsgebilde nicht lange allein existieren würde. Es wäre auf jeden Fall genauso arm wie die drei baltischen Nachbarn, würde sich aber auf jeden Fall in den „sicheren“ Armen der NATO wiederfinden, die diesen Ministaat vor den bösen Russen dann beschützt. Also wäre der von den USA angestrebte Cordon Sanitaire von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer breiter geworden.
    Die Aufmarschbasis der NATO mit den Zugängen von der Ostsee her natürlich auch.
    Die Baltische Flotte der RF wäre nicht mehr aktionsfähig, weil dann im Finnischen Meerbusen vor St. Petersburg eingeschnürt.
    Belorußland wäre extrem gefährdet, da es eine sehr lange Grenze zur NATO hätte, ohne eine Sicherung von Kaliningrad aus. Das würde genauso eine weitere Bedrohung Rußlands bedeuten. Was natürlich von der NATO auf das Energischste bestritten wird. Die in den baltischen Natoländern und in Polen bis jetzt schon angelegten Stützpunkte, die ständig mit mehr schweren Waffen ausgerüstet werden, wollen doch nur ein paat Spiele Räuber und Gendarm veranstalten. Dazu werden dann natürlich wegen der Echtheit die Räuberwaffen in russische Farben und Hoheitszeichen umlackiert.
    Nun ist es aber so, daß in der Oblast KG die Baltische Flotte teilweise ihr Zuhause hat, zur Warnung und Sicherung der eigenen Grenzen Raketen stationiert sind oder werden, die den Angriffswahn einiger westlicher Strategen merklich abkühlen.
    Ich kenne von früher einen schönen Spruch, der sich eigentlich über vierzig Jahre bewahrheitet hatte: Der Friede muß bewaffnet sein.
    Über die möglichen Reibereien der dann Nato-Nachbarn, wem dieses Stück Land eigentlich "zusteht", will ich gar nicht erst spekulieren.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 29. Dezember 2016 02:24 pm


    trm
    Veröffentlicht: 28. Dezember 2016 22:49:02
    "Sie haben ja eine beeindruckende blühende Phantasie!"

    Nein, nein, daß hat mit blühender Fantasie absolut nichts zu tun. Das, was ich auf diesen fiktiven Ministaat projeziert habe, ist nebenan, in den baltischen Nachbarstaaten schon oder bald bittere Existenz. Oder was meinen Sie, was in nächster Zeit schwerbewaffnete Bundeswehreinheiten im halbjährlichen Wechsel mit den Briten in Litauen an der russischen Grenze machen? Deutsches Steuergeld verbraten? Nicht nur das. Meinen Sie, daß die 2000 US-Panzer, die vor kurzem in Deutschland angelandet worden sind, in der Mottenkiste verschwinden? Und auch die umlackierten Flugzeuge sind keine Erfindung von mir. Das ist eine US-Spielart. Man muß doch den Feind detailgetreu darstellen, gegen den man erst im Manöver und dann vielleicht im echten Kampf antreten will.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 29. Dezember 2016 21:10 pm

    Hallo Uwe, nur eine Information für Sie!
    Falls es einmal bei Ihnen ein Thema geben sollte, wo es um die angebliche Annektion der Krim geht, um den Bestand der Krim zur Ukraine und den natürlich nicht beabsichtigten verkauf der Krim an die USA/Nato, dann schauen Sie sich bitte auf Youtube das an:

    Link gelöscht durch Admin

    Trotz meiner mangelhaften Russischkenntnisse war für klar, seit wann an der Übernahme der Krim durch die Nato gearbeitet wird. Es ist vollkommen verständlich, warum Obama auf Putin so wütend ist.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 31. Dezember 2016 02:17 pm

    trm
    Veröffentlicht: 30. Dezember 2016 15:49:54

    Entsprechend Ihren Berechnungen von der Staatsgrenze entfernt, darauf ist eine Antwort gar nicht so leicht. Aber vielleicht fragen Sie mal im Nato-Hauptquartier in Brüssel nach, wie sich so was verhält. Diese Herrschaften waren doch ganz aufgeregt und fühlten sich bedroht, daß russische Truppen so um die 80 bis 100 km auf eigenem Territorium zur ukrainischen Grenze in Position gegangen waren als die Kiewer Truppen und Freicorps unmittelbar an der russischen Grenze operierten und sich ab und zu mal auf russisches Territorium verirrten.
    Nun muß aber auch die Frage erlaubt sein, was US-, deutsche, britische und kanadische Truppen an der russischen Grenze zu suchen haben? Ich wußte gar nicht, daß diese Länder an Rußland grenzen.
    Stellen Sie sich vor, chinesische Truppen würden Positionen in Kalinigrad und im grenznahen Raum zu den baltischen Ländern schwer bewaffnet auftauchen.
    Hat es in der Vergangenheit irgendwelche Anlässe dafür gegeben, daß russiche militärische Verbände auf das jeweilige Staatsgebiet der baltischen Länder vorgedrungen wäre oder dieses angedroht hätte?
    Gibt es ein echtes Bedrohungspotential, wonach die Nato-Bündnispflicht nötig wäre?

    Ach so, und die ollen Propagandakamellen mit der angeblichen Angst der Bevölkerung der baltischen Länder ... - sind wie die Wahrheitsberichte der deutschen Medien zu Syrien, Rußland, China, ...i tak daleje.

  • ru-moto

    Veröffentlicht: 1. Januar 2017 21:00 pm

    Die Geschichte der USA ist mit Blut geschrieben; mit dem Blut abgemetzelter, ermordeter Völker, und geschrieben haben sie die Sieger und Despoten. „Das Reich des Bösen“, der „Satan“ existiert: Die USA geben sich redlich Mühe, die Rolle akkurat auszufüllen.

    Die wirklich wichtigen Mächtigen der USA haben alles Geld der Welt, kriegen aber ihren Kragen noch immer nicht voll. Sie diktieren ihren EU-Vasalen-Staaten, und nicht der schwarze Laufbursche im Weißen Haus. Diese Satans-Typen verspüren keine Lust auf Frieden, denn am Frieden verdient der militärisch-industrielle Komplex ja nichts. Diese Herrschaften, die Schwerverbrecher in US-Senat, US-Repräsentantenhaus, US-Kongreß, wollen und brauchen Krieg, Leid, Zerstörung, Okkupation, Usurpation und Ausplünderung in fremden Ländern. Geäußerter Widerspruch macht den Betreffenden automatisch zum Todfeind. Was dürfen wir denn auch von dieser Merkel-Regierung des besetzten Deutschland und der US-NATO-Angriffsarmee vor den grenzen Russlands, neben Lügen, Lächerlichkeit, Heuchelei, Gemeinheit, Bosheit, Völkerrechtsverletzungen und platter Dummheit Anderes erwarten?

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 3. Januar 2017 15:18 pm

    trm
    Veröffentlicht: 1. Januar 2017 21:42:30
    "Übrigens haben die RF und die USA eine gemeinsame Grenze, die Entfernung zwischen der Ratmanow-Insel und der Kleinen Diomedes-Insel beträgt ca. 4 !! Kilometer."

    Sie haben ja Recht mit der Grenze. Aber von dort ist es doch zu weit bis Moskau und zu umständlich, die Panzer durch den Dauerfrost Alaskas Inselhopping über die Beringstraße und mit der Fähre nach Sibiriens zu schaffen. Das halten die Amipanzer wohl nicht aus. Auch nicht die verwöhnten Soldaten.

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