Die erste Runde ist gelaufen und 141 Betrüger wurden entdeckt

Die erste Runde ist gelaufen und 141 Betrüger wurden entdeckt
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Seit Jahren arbeitet Russland an der Modernisierung des Bildungswesens. Die Schüler und Schülerinnen sollen so bewertet werden, wie ihr wirklicher Wissensstand ist. Abschlüsse, Titel und Funktionen sollen nicht mehr käuflich sein.

Und so hat man sich in Russland vor Jahren das sogenannte Einheitliche Staatsexamen für die Schulabsolventen einfallen lassen. Etwas holprig angelaufen, ist es jetzt wohl zur Perfektion entwickelt worden.

Die Prüfungsfragen für alle Examensfächer sind streng geheim. Der Verrat von Fragen wird strafrechtlich verfolgt. Man kann davon ausgehen, dass kein Schüler die Prüfungsfragen kennt – ganz im Gegensatz zu früheren Zeiten.

Auch das Anfertigen bzw. Nutzen von Spickzetteln gehört der Vergangenheit an. Obwohl es heute natürlich moderne Mittel für den Examensbetrug gibt – wie z.B. Mobiltelefone und Mini-Ohrhörer.

Vor Einlass in den Prüfungsraum müssen alle Schüler durch einen Detektor. Die Taschen müssen leer gemacht werden. In den Prüfungsräume sind Videokameras installiert und jeder, der Interesse hat, kann die Schüler beobachten und mögliche Betrugsversuche melden.

Das Einheitliche Staatsexamen wird in diesem Jahr vom 27. Mai bis 1. Juli durchgeführt. Die erste Runde ist gelaufen und es wurden 141 Betrüger entdeckt. Eine verschwindend geringe Zahl, berechnet auf die Anzahl der Schüler in ganz Russland, die sich der Prüfung stellen müssen.

56 Schüler hatten die konservativ-klassische Methode genutzt: die schnöden Spickzettel. 58 Schüler nutzten Mobiltelefone, die sie irgendwie doch reinschmuggeln konnten. Alle anderen Erwischten hatten irgendwelche anderen Verletzungen der Prüfungsordnung zugelassen.

Die Prüfungsergebnisse worden bei den Betrügern annulliert und sie worden von weiteren Prüfungen ausgeschlossen. Sie haben jetzt ein Jahr die Möglichkeit, sich wieder auf die Prüfungen vorzubereiten – ein verlorenes Lebensjahr.

Jetzt läuft die zweite Runde der Prüfungen an: Literatur, Geographie, Mathematik, Geschichte und Chemie.

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Kommentare ( 1 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 7. Juni 2019 20:08 pm

    In der "kleinen" BRD gegenüber dem Großen Rußland ist so eine - einschneidende - Maßnahme gar nicht durchsetzbar. Und das aus den verschiedensten Gründen. Es wird Leute geben, die genau wissen, wieviel verschiedene Abiturklausuren und wieviele schriftliche unterschiedliche Prüfungen es im Mittelschulbereich gibt. Also einheitlich ist gar nichts. Das braucht auch niemand. Der Lehrmeister hat doch meist schon Glatze, daß er sich nicht mehr Haare raufen kann. Das geht weiter mit der Geheimniskrämerei, selbst gegenüber den Lehrern. Und dann kommt noch der Persönlichkeits- und Datenschutz. Der werden diese doch meist unter starkem Streß stehenden Examinanten in der RF wie Straffällige behandelt. Das Smartfon, die Lebensuhr des Schülers und sein ganzes Wissen soll er zu Hause lassen oder muß es vorher abgeben. Taschenkontrolle, Körperkontrolle und Kamera-aufzeichnungen, nein das ist zuviel. Da müssen doch diese jungen Menschen wirklich ihr Wissen zum Besten geben. Das ist Diktatur, oder was

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