Ein Blick in die Taschen und Bankkonten der Kaliningrader

Ein Blick in die Taschen und Bankkonten der Kaliningrader
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Es gibt nicht wenige deutsche Medienkonsumenten, die dem Glauben schenken, was deutsche Medien über Russland im Allgemeinen und Kaliningrad im Besonderen berichten. Bereits in der Vergangenheit habe ich mit meinen Videobeiträgen über angeblich hungernde und darbende Kaliningrader berichtet. Heute schauen wir ein wenig in die Taschen und Bankkonten der Kaliningrader.

Im Gebiet Kaliningrad sind gegenwärtig 40 Banken aktiv und kümmern sich, mehr oder weniger intensiv, um die Gelder der Kaliningrader. So wurde jetzt bekannt, dass alle diese Banken im vergangenen Jahr 176,3 Mrd. Rubel von Bürgern der Region in verschiedenen Bankprodukten angelegt haben. Damit erhöhten sich die Bankeinlagen der Kaliningrader um 10,5 Prozent. Somit würde, rein statistisch, jeder Kaliningrader, begonnen beim neugeborenen Säugling, bis hin zum ältesten Greis des Gebietes, über ein Bankvermögen von 176.300 Rubel, also rund 2.400 Euro verfügen. Wir wissen aber, dass Russen nicht ihr ganzes Geld den Banken anvertrauen. Viele bevorzugen das berühmte Kopfkissen oder den noch berühmteren Sparstrumpf der Oma.

Die Berechnungen zu den Spareinlagen wurden – damit keine Zweifel an der Sachlichkeit aufkommen – durch die Kaliningrader Filiale der russischen Zentralbank durchgeführt.

Die Kaliningrader bevorzugen Geldanlagen in Rubel. 95 Prozent aller Spareinlagen sind in Rubel, fünf Prozent in ausländischer Währung.

Und die Lieblingsbanken der Kaliningrader sind die Sberbank, die Alpha-Bank und die Promswjasbank.

Wie der Pressedienst der größten russischen Bank, der Sberbank mitteilte, beläuft sich das durchschnittliche Sparbuch eines Kaliningraders auf 370.000 Rubel. Das sind neun Prozent mehr, als noch im Jahre 2017. Andere Banken kommentieren, dass hier die durchschnittlichen Spareinlagen bei 450-600.000 Rubel liegen.

Im vergangenen Jahr haben die Kaliningrader mit ihren Geldanlagen im Durchschnitt 6,3 Prozent Zinsen verdient – bei einer Inflation von rund zwei Prozent.

Die bevorzugte Laufzeit von Geldanlagen sind sechs Monate und 12 Monate.

Somit kann man wohl davon ausgehen, dass bei derartigem Geldvermögen, es sich recht gut, auch unter den Bedingungen von Sanktionen, darben lässt.

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Kommentare ( 11 )

  • Georg

    Veröffentlicht: 5. März 2019 10:30 pm

    Irgendwas scheint da nicht richtig zu laufen, denn ein relativ aktueller Bericht (Juni 2018) von Caritas International beschreibt ein völlig anderes Bild!! Hierzu ein Auszug:

    "In Kaliningrad scheint die Welt still zu stehen. Gerade in ländlichen Gebieten sind die Menschen auf externe Hilfe angewiesen. Hier ist das Leben geprägt von Armut. Das Hauptziel der Caritas ist die soziale Integration von Kindern, Jugendlichen und Familien aus schwierigen Lebensverhältnissen. In Kaliningrad sind die Menschen im hohen Maße von der schlechten Wirtschaftslage betroffen. Durch die steigenden Arbeitslosenzahlen und steigenden Lebensmittelpreise sind viele Menschen in der Region verarmt..."...

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 5. März 2019 10:53

      ... Sie verstehen hoffentlich, dass westliche Medien und westliche Organisationen nicht daran interessiert sind, irgendetwas Positives über Kaliningrad und Russland zu berichten. Ich dachte, ich hätte Sie in den letzten Wochen mit meinen Beiträgen ein wenig davon überzeugt, dass die Ihnen von anderen vermittelten Negativ-Informationen nicht zutreffen.

  • Georg

    Veröffentlicht: 5. März 2019 11:11 pm

    Ich tue mir da sehr schwer, weil Caritas International eine weltweit agierende und scheinbar vertrauenswürdige und humanitäre Organisation zu sein scheint. Warum sollte dieser Verein ein falsches Bild vermitteln und dazu kommt, dass meine Frau eher der Caritas beipflichtet, als ihren Ausführungen. Im Herbst kann ich mich vielleicht mal persönlich schlau machen, bin gespannt.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 5. März 2019 11:32

      ... leider ist weder die Caritas noch eine andere derartige Organisation wirklich politfrei. Das ist nun mal so in dieser Welt. Das Ihre Frau meine Ansichten nicht teilt - damit lebe ich. Es gibt viele andere Russen/Innen, die mir auch nicht beipflichten. So, wie Ihre Frau eine kritische Einstellung zu Russland hat und froh ist, im deutschen Paradies zu leben, so habe ich eine kritische Einstellung zu Deutschland und bin froh, im russischen Paradies zu leben. Vermutlich haben aber Ihre Frau und ich eine unterschiedliche Definition von "Paradies".

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 5. März 2019 20:06 pm

    Ich weiß nicht, ob mein Vorschlag umsetzbar ist. Georg teilt dem Uwe Erichowitsch mal genau mit, wo er diesen Artikel (vermutlich im Internet) gefunden hat. Die Caritas International wird doch im Oblast KG eine Niederlassung haben, die Uwe doch mal ohne großen aufwand kontaktieren und mit den Behauptungen konfrontieren kann. Caritas möge doch bitte mal konkreter auf diese Behauptungen eingehen. Es gibt doch eine ganze Reihe von Ansatzpunkten
    - Integration der Kinder durch Caritas
    -steigende Lebensmittelpreise
    -steigende Arbeitslosenzahlen
    Ich vermute mal, daß die Caritas nicht antworten wird, weil dann deren Berichterstattung irgendwie ins Wanken gerät.
    Und was die Glaubwürdigkeit solcher eigentlich ehrenhaft sein sollenden Organisationen angeht, da bin sehr skeptisch. Es gibt genügend Beispiele, wo gelogen wurde. Kurz/Österreich drohte damals damit, den gesamten Vorstand der OSZE zu entlassen, wenn er weiterhin falsche Berichte über den Donbass bekommt.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 5. März 2019 20:43

      ... ein guter Vorschlag. Ich warte also auf den Link zu dem genannten Artikel von "Georg".

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 5. März 2019 20:33 pm

    @UEN
    Ich kenne auch Russen, welche noch in Russland leben. Es geht sehr vielen wirklich nicht gut und wirklich krank werden darf man auch nicht, das soziale Netz ist deutlich unterentwickelt und manches, was Behindertenfürsorge etc. betrift, haben Organisationen wie die Caritas erst mit aufgebaut. ... das ist nicht nur rein negative Berichterstattung des "Westens". Leider ist es aber ein allgemeiner Trend, vor allem über negatives zu berichten. Das ist aber keine alleinige Eigenschaft der Berichterstattung über Russland, sondern betrifft alle Bereiche und Themen. Und das liegt auch nicht an den pösen Journalisten, sondern das der Mensch/die Leute sich vor allem für solche Themen interessieren - Schlagzeieln auf der ersten Seite sind überiwegend negativ (Katastrophen, Skandale etc.).

  • boromeus

    Veröffentlicht: 5. März 2019 20:47 pm

    @Georg
    Dass Menschen im ländlichen Bereich verarmt sind,konnte ich in den letzten Jahren nicht feststellen.Natürlich geht es "auf dem Land"wesentlich ruhiger und beschaulicher zu.Die Menschen halten sich dort Hühner und Rinder und bauen Gemüse an, zur Selbstversorgung,so wie bei uns auf dem Land auch.Eine Kuh bekommen sie in KGD auch nicht für 5 Kopeken.Und leasen kann man sie noch nicht.Jedes kleine Dorf hat wenigstens ein "Magazin"wo sie Grundnahrungsmittel und etwas mehr bekommen.Das kann man in Germany nicht behaupten.Dort hat man alles zu Gunsten Discounter sterben lassen.Wer mehr will, muss dann in die nächste Kreisstadt ,oder in die Gebietshauptstadt zum Grosseinkauf.Und wenn sie zu Gast sind,dann fährt man ordentlich auf.Man kann nicht unsere zum Teil verwöhnten Vorstellungen ansetzen.Das heisst auch nicht ,dass die Menschen dort Kitt aus dem Fenster kratzen.Es ist anders aber nicht minder herzlicher.Von der Gastfreundschaft könnten wir uns manchesmal 'ne Scheibe abschneiden ..

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 5. März 2019 21:09 pm

    Hallo Georg,
    ich habe mir mal den von Ihnen zitierten Bericht einmal heraus gesucht und natürlich gelesen.
    Ich muß Ihnen ganz ehrlich sagen, daß Sie auf die unzulässigen Verallgemeinerungen in diesem Bericht durch die Caritas auch noch einen drauf gesetzt haben.
    Die Caritas kümmert sich dankenswerterweise um Kinder und Jugendliche, die aus sogenannten asozialen Elternhäusern stammen. Diese beschriebenen Zustände sind wirklich erbärmlich. Das ist doch aber nicht die Regel. Hier ist die Rede von 150 Kindern und Jugendlichen. Rechnen wir eine Dunkelziffer oben drauf.
    Aber ich kenne solche Zustände auch in deutschen Landen. Wenn es Sie wirklich interessiert, dann unternehmen Sie mal ein paar Ausflüge nach NRW oder auch nach Berlin und bleiben nicht auf der Hauptstraße. Dort werden Sie in bestimmten Stadtbezirken genau solche "verfallenen" Bauten antreffen und ebenfalls Beschaffungskriminalität für Alk oder Drogen.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 6. März 2019 00:34

      ... bitte den Link hier einstellen. Ich übernehme ihn dann, ohne den Kommentar zu veröffentlichen. Danke.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 5. März 2019 21:28 pm

    Frank Werner
    Veröffentlicht: 5. März 2019 20:33:51
    Was Sie schreiben ist doch vollkommen richtig. Dagegen kann man auch gar nichts sagen. Aber diese verallgemeinernden Feststellungen, die dann so nicht stimmen. Wie es eben noch Menschen gibt, die das für bare Münze nehmen. Daß ist das, was in der westlichen Berichterstattung, nicht nur in der deutschen, immer mehr um sich greift. Men versetze sich mal in solche treudeutschen Caritas-Anhänger, deren Vorfahren meinetwegen auch noch aus Königsberg stammen, denen müssen sich doch die Nackenhaare aufstellen, wenn sie so etwas lesen. Und was ist das Ziel dieser Berichterstattung?
    Weiter unten auf der Seite ist die Spendenforderung.

  • Georg

    Veröffentlicht: 5. März 2019 21:29 pm

    Ich muss ehrlich zugeben, bin ein technisches Antitalent und weiß nicht, wie man einen Link schickt. Den Artikel habe ich gefunden im Google unter dem Stichwort "Kaliningrad Wirtschaft!" Denke mal, da sollte euch auch gelingen.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 6. März 2019 00:32

      ... zu dem Suchbegriff "Kaliningrad Wirtschaft" gibt es Unmengen an Informationsangeboten. Das kann ich unmöglich alles durchsehen - und ein Großteil stammt sogar von mir selber (ich wusste gar nicht, dass ich so populär bin). Wenn Sie einen konkreten Link haben, so finden Sie den einfach in der Leiste oben in Ihrem Browser. Dann die gesamte Zeile markieren, so wie man einfach den zu kopierenden Text markiert, auf den Kopier-Button drücken und dann hier im Kommentarfeld einfügen.

  • Georg

    Veröffentlicht: 5. März 2019 21:33 pm

    Falls ihr nicht fündig werden solltet, dann auf jedem Fall unter "Kaliningrad Caritas 2018"

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 6. März 2019 00:29

      ... ohne Ihre Antwort abzuwarten, hatte ich bereits gesucht - sowohl mit russischen Suchbegriffen, wie auch mit deutschen ... kein Resultat. Jetzt habe ich Ihren Suchbegriff eingegeben und bekomme zwar jede Menge Info-Angebote, aber alles ohne konkreten Text oder Bezug zu Kaliningrad. Kaliningrad selber hat eine Caritas-Vertretung. Adresse ist mir bekannt. Wir können gerne das Thema fortsetzen, aber ich brauche eine konkrete Informations-Ausgangslage, um mich damit bei den Caritas-Vertretern in Kaliningrad zu melden und zu fragen: "Kennen Sie das?" Und dann kann weiter recherchiert werden ... "woher die Füße wachsen", wie der Russe sagt.

  • Georg

    Veröffentlicht: 6. März 2019 02:01 pm

    https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/europa/russland/russland-kaliningrad-projekt

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 6. März 2019 07:26

      Danke für die Übersendung des Links. Ich lasse ihn für alle sichtbar stehen - als Ausnahme von der Regel, hier keine Links freizuschalten.

      Geben Sie mir ein wenig Zeit, den Artikel aufzubereiten und darauf zu antworten. Im wesentlichen sehe ich nichts herausragend Negatives in dem Artikel. Es wird über eine sozial schwierige Gruppe gesprochen, die es in allen Ländern gibt, nicht nur im russischen Kaliningrad . Es gibt aber in diesem Artikel auch Pauschalierungen und allgemeine Aussagen, die beim Leser gewisse Eindrücke hervorrufen sollen - anscheinend mit Erfolg, wie Ihr Beispiel mir beweist. Ich melde mich wieder zu diesem Thema.

  • Georg

    Veröffentlicht: 6. März 2019 11:20 pm

    Vielen Dank für ihre Erklärung, jetzt weiß ich, wie einfach es ist, einen Link zu übersenden. Hatte echt keine Ahnung...

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 8. März 2019 07:50

      Kurz zum Stand der Dinge als Zwischeninformation. Ich habe mich schriftlich an die Caritas Deutschland und die Caritas Kaliningrad gewandt, mit der Bitte, mir die Grundlagen, Statistiken, Quellen zu nennen, die man verwandt hat, um zu den Einschätzungen zu gelangen, die im Artikel aufgezählt worden sind. Ich habe informiert, dass mein Beitrag in den kommenden 14 Tagen erscheinen wird und die Antworten in den Beitrag einfließen werden.

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