Geld oder Zeit – was ist Ihnen wichtiger?

Geld oder Zeit – was ist Ihnen wichtiger?
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Natürlich wollen Sie viel Geld und viel Zeit, aber nur Zuckerbrot gibt es nicht, auch nicht in Russland. Und so muss derjenige, der bei der Einfuhr eines Fahrzeuges, egal wieviel Räder es hat, einfache zolltechnische Festlegungen beachten und Zeit investieren. Tut er dies nicht, kann es teuer werden.

In Russland, wie vermutlich überall in der Welt, gibt es das zolltechnische Regime der zeitweiligen Einfuhr eines Fahrzeuges. Bei einer Einreise nach Russland erklärt man dies im Rahmen der Zollerklärung und somit werden 99,9 Prozent aller Einreisenden von der Zahlung einer Zollgebühr oder Einfuhrsteuer befreit. 560.000 Ausländer haben dies im abgelaufenen Jahr 2018 an den Grenzpunkten des Kaliningrader Gebietes so getan.

Der Inhaber des Fahrzeuges kann dann dieses Fahrzeug 364 Tage im Kaliningrader Gebiet belassen und muss am 365 Tag ausreisen. Er kann kurz eine Tasse Kaffee in Polen oder Litauen trinken und zwei Stunden später mit diesem Fahrzeug wieder einreisen und sich wiederum 364 Tage im Kaliningrader Gebiet aufhalten.

Dies tun nicht alle, und so kommt es regelmäßig zur Beschlagnahme von Fahrzeugen an der Grenze durch den russischen Zoll. Gegenwärtig befinden sich 21 Fahrzeuge auf Stellplätzen des russischen Zolls.

Im Jahre 2018 wurden durch den Zoll 36 Verwaltungsverfahren gegen Besitzer von Fahrzeugen eingeleitet, die die Ausfuhrpflicht nicht beachtet haben. Im Ergebnis wurden sieben Fahrzeuge endgültig beschlagnahmt.

Aber Fahrzeuge werden nicht nur an der Grenze beschlagnahmt. Bemerkt der russische Zoll, dass Fahrzeuge nicht wieder zeitgerecht ausgeführt werden, beginnt die Suche innerhalb des Kaliningrader Gebietes. Und so kommt es auch dazu, dass Fahrzeuge direkt im Kaliningrader Gebiet durch den Zoll beschlagnahmt werden – in der Regel zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für den Nutzer des Fahrzeuges.

Wie der Kaliningrader Zoll mitteilt, werden häufig Fahrzeuge, die älter als 15 Jahre sind, nicht mehr ausgeführt. Die Besitzer glauben, sich auf diese Weise bequem von diesem „Schrott auf Rädern“ befreien zu können. Im wesentlichen sind dies Besitzer der Fahrzeugtypen „Audi“ und „Volkswagen“. Die Masse der Fahrzeugbesitzer kommt aus Litauen und Deutschland.

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Kommentare ( 1 )

  • ru-moto

    Veröffentlicht: 23. Januar 2019 02:41 pm

    Fahrzeuge, die älter als 15 Jahre sind, werden also nicht mehr ausgeführt. Was ja nicht verwunderlich ist. Kennt man den aktuellen Zustand jener Fahrzeuge, welche in Kaliningrad noch auf öffentlichen Straßen unterwegs sind, so muss man Autos mit einem Alter unter 15 Jahre zu den Neufahrzeugen zählen.

    Die Vorstellungen über das "normale" Alter und den "normalen" Zustand eines Fahrzeuges unterscheiden sich enorm.

    Nach einem etwas längeren Aufenthalt in Kaliningrad gewöhnt man sich an den Anblick der durchlöcherten Schrottautos und Rostlauben so sehr, dass man zuhause dann gar nicht glauben kann, dass da überwiegend gepflegte und schöne Fahrzeuge ganz ohne Rostlöcher unterwegs sind.

    Dass in Kgd im Stadtgebiet Jahre lang herumstehende Fahrzeuge ohne Nummernschilder und Luft in den Reifen nicht umgehend von der Stadtverwaltung entfernt werden, ist mir ein Rätsel. Jeder Quatratmeter Grund und Parkfläche ist kostbar und wird häufig und sinnlos von ausgedienten Schrottautos verstellt.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 23. Januar 2019 08:57

      ... ich denke mal, dass sich die Situation bereits merklich geändert hat, sowohl zum Durchschnittsalter der Fahrzeuge, wie zu derem Zustand, wie auch zum Thema "Entsorgung" auf irgendeinem Parkplatz in der Stadt.

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