"K"-Frage in Russland geklärt

"K"-Frage in Russland geklärt
Begleittext zur Videoinformation
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Deutschland hat eine „K“-Frage, also die Kanzlerfrage. Russland hatte sogar drei „K“-Fragen. Seit dem Wochenende ist klar, dass Russland eigentlich gar keine „K“-Fragen mehr hat, denn alle Fragen sind beantwortet worden.

Bei den russischen „K“-Fragen geht es um

  • die Krim
  • die Kurilen
  • das Kaliningrad, wahlweise auch Königsberg genannt.

Die Krim-Frage wurde im März 2014 beantwortet, was aber die westlichen Demokratien nicht davon abhält, immer wieder diese Frage aufzuwerfen und zu diskutieren. Putin, der russische Präsident meinte aber, dass es für ihn keine Krim-Frage mehr gibt. Das Thema ist ausdiskutiert.

Seit vielen Monaten gibt es aber wieder sehr aktive Diskussionen um die Kurilen-Frage. Russland und Japan hatten begonnen, intensiv über den Abschluss eines Friedensvertrages nachzudenken, aber Japan hatte Vorbedingungen gestellt.

In Russland mag man es nicht, wenn Druck ausgeübt wird und es ist immer wieder erstaunlich zu beobachten, dass es doch immer wieder versucht wird – mit dem Ergebnis, dass man nichts erreicht.

Druck ausüben heißt allerdings nicht nur direkt oder indirekt zu drohen oder zu erpressen. Druck kann man auch durch gezielte Indiskretionen, Informationsabflüsse und Veröffentlichungen in den Medien aufbauen und ausüben. Politiker kennen natürlich das gesamte zur Verfügung stehende Instrumentarium und nutzen es. Und so setzte Japan in der jüngsten Vergangenheit einige dieser Instrumente ein, was bei Russland Verärgerung auslöste, aber nicht dazu führte, dass die Gespräche über einen Friedensvertrag und über das Schicksal der Kurilen eingestellt wurden.

Nun hat Japan wohl aber den Bogen überspannt und im Vorfeld des jüngst stattgefundenen G20-Gipfels einige Druck-Initiativen gestartet. So gab es ein offizielles japanisches Video zum G20-Gipfel wo die Kurilen als japanisches Territorium dargestellt worden sind. Der offizielle Protest Russlands ließ nicht lange auf sich warten.

Nun hat Russland aber auch am Wochenende die „Kurilen“-Frage endgültig beantwortet. Man teilte der Weltöffentlichkeit mit, dass Russland diese Frage kategorisch nicht mehr bespricht. Gründe hierfür sind die enge militärische Zusammenarbeit zwischen Japan und den USA und die Gefahr, dass die russische Bevölkerung territoriale Zugeständnisse an einen Drittstaat wohl nicht emotionslos hinnehmen wird und es vielleicht auch zu einem Vertrauensverlust der Bevölkerung zur Führung des Landes kommen könnte.

Mit anderen Worten: man ist den Interessen seiner eigenen Bevölkerung mehr verpflichtet, als denen eines Drittstaates.

Russische Medien informieren, dass Japan nicht bereit war, eine Vereinbarung mit Russland zur gemeinsamen wirtschaftlichen Nutzung der Inseln zu unterzeichnen. Insbesondere ging es Russland um die Regelung der Fragen der Abfallentsorgung und des Tourismus.

Somit bleibt noch die dritte „K“-Frage, also die Kaliningrad-Frage, von manchen Nostalgikern auch liebevoll „Königsberg“ genannt. In vielen Dingen ähnelt diese Frage der, die auf der Krim steht, obwohl, ein paar Unterschiede gibt es schon: Offiziell fordern keine deutschen staatlichen Stellen die Rückübergabe von Kaliningrad und dem dazugehörigen Gebiet an Deutschland. Und letztendlich hat Deutschland ja im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges nicht Königsberg verloren, sondern ganz Ostpreußen. Wenn also hier eine Frage steht, so wäre es keine „K“-Frage, sondern eine „O“-Frage – oder, wie Putin es vor wenigen Monaten formulierte: die Pandora-Frage.

Kommentare ( 1 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 15. Juli 2019 21:30 pm

    Die US-Navy hat die Beantwortung der (K)rim-Frage wohl richtig verstanden. Sewastopol steht wohl vorläufig nicht mehr auf deren Spreisekarte, obwohl so eine sowjetische Heldenstadt hätten sie schon gern verspeist. Nun geben sie sich eben mit einem kleineren Hafen ein "paar" Seemeilen weiter westlich in der Bucht von Odessa zufrieden. Dort wird der kleine Hafen vergrößert, damit die US-Pötte dort richtig festmachen können. Es ist zu befürchten, daß mit einem Trick eine ständige Anwesenheit von US-Kriegsschiffen neben Odessa erreicht werden soll, indem man diesen Hafen als den Heimathafen der dann dort ständig stationierten US-Kriegsschiffe vorgibt, oder gar das Land samt der dazugehörigen Ortschaft auf zig Jahre pachtet, sozusagen wie Guantanamo auf Kuba zu US-Hoheitsgebiet erklärt.
    Die Ukrainer werden dabei succesive ausgesiedelt, sprich vertrieben.

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