Kaliningrader Steuerbehörde stoppt Holding-Modell „Deutsches Dorf Arche“

Kaliningrader Steuerbehörde stoppt Holding-Modell „Deutsches Dorf Arche“
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Im Jahre 2018 hat die Kaliningrader Steuerbehörde begonnen, fiktive Firmen zu liquidieren. Insgesamt sind 9.000 Firmen geschlossen worden und der Säuberungsprozess geht weiter. Damit bricht auch das geplante Holding-Modell des Vereins „Deutsch-Russischen Friedenswerkes“ in Kaliningrad zusammen.

Bereits im Jahre 2017 sind über 4.000 fiktive Firmen in Kaliningrad geschlossen worden, deren einziges Ziel es war, entweder weiterverkauft zu werden oder die Funktion von sogenannten Ein-Tages-Firmen, also Steueroptimierungsgesellschaften, zu erfüllen.

Seit Monaten gibt es strenge Auflagen zu neuen Firmengründungen in Kaliningrad. Jeder, der eine Firma gründen will und entsprechende Unterlagen eingereicht hat, wird zu mindestens einem persönlichen Gespräch zur Steuerinspektion Nr. 1 in Kaliningrad gebeten. Hier überzeugen sich Mitarbeiter, ob die Firma eine wirkliche reale wirtschaftliche Tätigkeit plant. Treten Zweifel auf, wird die Firmengründung abgelehnt. Der Rechtsweg bleibt hierbei bestehen.

Der Grundgedanke für die Errichtung eines Deutschen Dorfes „Arche“ im Kaliningrader Gebiet bestand darin – vereinfacht dargestellt – dass die Herren Godwin Bachmann und Thomas Tischer eine Holding gründen. Vermutlich sollte die Firma GmbH „Konzepta – Agentur für Innovation und Zusammenarbeit“ gegründet am 23.03.2017, diese Rolle übernehmen.

Danach sollten massenhaft weitere Firmen gegründet werden, denen in die Bilanz Grundstücke übergeben werden sollten, auf denen man das Deutsche Dorf errichten wollte. Deutsche Interessenten hätten dann diese Firmen kaufen können und wären so, indirekt Besitzer von Grund und Boden und natürlich den darauf befindlichen Immobilien geworden. „Indirekter Besitzer“ deshalb, weil nicht der Deutsche als Privatperson Besitzer von Grund und Boden ist, sondern die russische juristische Person, also die Firma. Der deutsche Staatsbürger ist als Besitzer der Firma somit über diesen Umweg auch indirekt Besitzer des Grund und Bodens.

Bisher ist es den Herren Bachmann und Tischer gelungen, folgende Firmen zu gründen:

  • GmbH „Logotech Kaliningrad“ – Gründungsdatum 02.03.2018
  • GmbH „Hamistar“ – Gründungsdatum18.04.2018
  • GmbH „Unterwasserarbeiten“ – Gründungsdatum 02.03.2018
  • GmbH „Havariedienst Unterwasserarbeiten“ – Gründungsdatum 02.03.2018

Drei weitere Firmen, die bereits im Jahre 2017 gegründet worden sind, sind entweder liquidiert oder haben einen „ungeklärten Status“.

Wie „Kaliningrad-Domizil“ mitgeteilt wurde, worden beide deutsche Staatsbürger informiert, dass sie keinerlei Firmen mehr in Russland gründen können. Damit bricht das Holding-Modell der beiden Herren zusammen.

Sollte es gelingen, über Mittelsmänner, weitere Firmen zu gründen und diese Firmen zeigen keinerlei wirtschaftliche Aktivitäten, d.h. haben keine Einnahmen, keine Ausgaben, keine aktiven Bankkonten mit regelmäßigen Finanzbewegungen, geben keine Steuererklärungen ab, werden diese, nach der neuen Politik der russischen Steuerbehörden, liquidiert. Liquidierungsfristen betragen maximal zwei Jahre. Hierzu ist kein Gerichtsbeschluss notwendig. Es besteht also die Gefahr ungeklärter Eigentumsverhältnisse für Grundmittel, die diesen fiktiven Firmen in die Bilanz übergeben werden.

Ausländer haben die Möglichkeit in Russland Immobilien zu erwerben – egal um welche Immobilie es sich handelt. Grund und Boden können Ausländer nur pachten – in der Regel auf 49 Jahre. Bei der Pacht oder dem Erwerb von Grund und Boden muss auf die Kategorieeinordnung des Grundstückes geachtet werden, denn nicht auf jedem Grundstück dürfen Gebäude errichtet werden.

Die Datenbank „Für ein ehrliches Unternehmertum“ zeigt für die genannte Firma „Konzepta“ die Ratingeinstufung „niedrig“ an. Ebenso werden alle anderen Firmen in der Ratingstufe „niedrig“ geführt.

Für die Firma „Konzepta“, gegründet im März 2017, zeigt die Datenbank an, dass diese Firma seit diesem Zeitpunkt keine Einnahmen und keine Ausgaben hatte und somit auch keine Steuern bezahlt hat. Es besteht die Gefahr, dass diese Firma, sofern nicht umgehend reale wirtschaftliche Tätigkeit entfaltet wird, noch in diesem Jahr durch die russischen Steuerbehörden liquidiert wird.

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