Korrupte Beamte sind wie Kakerlaken

Korrupte Beamte sind wie Kakerlaken
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

Sie kennen vielleicht den Spruch nicht, denn Kakerlaken kommen in Deutschland nicht so häufig vor. Aber in Russland sagt man: „Schlage nie eine Kakerlake tot, denn es kommen Hundert zur Beerdigung.“

 

Mit den korrupten Beamten scheint das wohl ähnlich zu sein. Kaum ist einer enttarnt und verhaftet, steht schon der Nachfolger an der Türschwelle. Und jeder dieser Beamten glaubt, dass er klüger ist als all die korrupten Beamten, die vor ihm schon verhaftet worden sind und er das System des Erhalts von Schmiergeld so organisiert, dass man ihm niemals etwas beweisen kann.

Und hier ist schon der erste kardinale Fehler, denn wie sagt ein anderes Sprichwort: „Ein Geheimnis, welches Zweie kennen, ist kein Geheimnis mehr.“ Und um zu schmieren braucht man zwei – einer der schmiert und ein anderer der sich schmieren lässt. Und die Gefahr, dass derjenige, der schmiert, dann auch den Geschmierten bei den zuständigen Behörden anschmiert, ist immer groß. Aber es gibt auch ausreichende Neider in Russland – fast so viele wie in Deutschland, die den Rechtspflegeorganen Tipps geben.

Aber was ist, wenn der Chef der Behörde, die sich mit der Korruptionsbekämpfung beschäftigen soll, selber korrupt ist?

Dann ist dies nicht nur ein Problem für das russische Rechtspflegesystem, der Untersuchungsbehörden, des Staatsanwalts und des Richters, sondern es ist in erster Linie ein gesellschaftliches Problem, denn durch derartige korrupte Beamte wird das gesamte Vertrauen der Bevölkerung in den russischen Staatsapparat tief erschüttert und das Vertrauen schwindet. Dazu kommt, dass sich Iwan-Normalrusse sagt, dass, wenn die Beamten schon den Staat beklauen, er das auch tun kann. Nun, er wird vielleicht nicht klauen, aber dafür bezahlt er keine Steuern und Sozialabgaben und schmarotzt auf Kosten derjenigen, die versuchen ehrlich durchs russische Leben zu kommen.

So berichtet „Lenta.ru“ am heutigen Donnerstag, dass der Leiter der Abteilung für Wirtschaftssicherheit und Korruptionsbekämpfung im russischen Innenministerium, zuständig für das Gebiet Altai, Oberst Wadim Nadwotzki, wegen Erhalt von Schmiergeld in besonders großem Umfang, verhaftet worden ist.

In Verbrecherkreisen war er bekannt unter dem Spitznamen Wadik der Allmächtige.

Auf seinen Bankkonten fanden die Untersuchungsbeamten eine Milliarde Rubel – nein, ich habe mich nicht versprochen – eine Milliarde Rubel. Sein Ziel war es gewesen, 1,5 Milliarden Rubel zu raffen. Dann wollte er sich wohl zur Ruhe setzen. Zu vermuten ist, dass es sicherlich noch an anderen Stellen Geld gibt, denn wer lagert schon alles an einer Stelle, die für den Staat problemlos sichtbar ist?

Deshalb fanden auch im Vorstadt-Haus des Herrn Oberst, welches sich auf einem Grundstück von 3.500 Quadratmetern in idyllischer Waldlage befindet, Haussuchungen statt. Was und ob etwas gefunden wurde, geht aus den ersten Meldungen nicht hervor.

War der Oberst gestern noch Milliardär, so ist er heute arm wie eine Kirchenmaus, denn alles was er besaß, wurde vom Staat beschlagnahmt.

Bei der Gelegenheit wurde auch gleich noch ein ehemaliger Kollege des allmächtigen Oberst verhaftet. Dieser hatte sich allerdings nur mit lächerlichen fünf Millionen Rubeln schmieren lassen.

Wie der Meldung von „Lenta.ru“ zu entnehmen ist, wurde der Großteil der Schmiergelder von einem Unternehmer gezahlt, der damit die Einstellung der gegen ihn und sein Unternehmen laufenden Untersuchungen erreichen wollte.

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Kommentare ( 3 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 22. November 2018 21:25 pm

    Heute ohne Kommentar !

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 22. November 2018 21:28

      ... Schade!

  • ru-moto

    Veröffentlicht: 23. November 2018 00:38 pm

    Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben die allmächtigen Wadiks überall noch heute...

    Mit ehrlicher Arbeit wurden die wenigsten reich, stinkreich!

  • Georg

    Veröffentlicht: 23. November 2018 11:56 pm

    Wenn ich mir vorstelle, dass dieser ehrenwerte Beamter nur einer von vielen ist, so lässt sich erahnen, wieviel Geld in dunkle Kanäle verschwindet und dem gemeinen Volk vorenthalten wird. Ich weiß nicht, ob der zuständige Minister auch seinen Hut nimmt, weil es in seinem Verantwortungsbereich liegt, es wäre auf jedem Fall erforderlich. Bleibt zu hoffen, dass das sichergestellte Vermögen, wie gesetzlich beabsichtigt, auch den Rentnern tatsächlich zugute kommt.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 23. November 2018 13:45

      Sie werden sicherlich gelesen haben, dass es sich um einen Abteilungsleiter in einer von 85 russischen Regionen handelt. Der zuständige föderale Innenminister wird deswegen bestimmt nicht zurücktreten. Und auch der zuständige Leiter der Verwaltung in der Region wird wohl kaum wegen diesem korrupten Beamten zurücktreten. Nach Ihrer Logik hätte Putin, oder doch zumindest Premier Medwedjew vor 1,5 Jahren zurücktreten müssen, weil sich der damalige Wirtschaftsminister Uljukajew als korrupt erwiesen hat.

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