Rugrad: Gründer von "Avtotor" warnt BMW vor einer vorzeitigen Vertragsauflösung

Rugrad: Gründer von "Avtotor" warnt BMW vor einer vorzeitigen Vertragsauflösung
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Die „Angelegenheit“ um ein BMW-Engagement in Kaliningrad nimmt immer kuriosere Formen an. Als Außenstehender und uninformierter Konsument Kaliningrader Regionalmedien, versteht man überhaupt nicht mehr, was überhaupt vor sich geht.

Der Gründer von „Avtotor“ Wladimir Scherbakow, hat BMW gewarnt, vorzeitig aus irgendwelchen, bereits abgeschlossenen Verträgen auszuscheiden. Die Warnung an die Adresse von BMW sprach Scherbakow anlässlich einer feierlichen Zeremonie aus Anlass des 2-Millionsten Fahrzeuges aus, welches die Produktionsbänder von „Avtotor“ verlassen hat.

Er informierte, dass BMW direkte Gespräche mit dem Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow und mit dem „Ministerium“ (gemeint ist sicherlich das föderale Ministerium für Industrie und Handel) zum Bau eines Werkes führe. Er erinnerte daran, dass es Verträge gibt und egal, wie man sich einige, sehen diese Verträge vor, dass „Avtotor“ der Operator des BMW-Projektes ist.

Er erinnerte weiterhin, dass es seit 2012 ein Gemeinschaftsunternehmen mit BMW gäbe, dessen Arbeit allerdings im Jahre 2014 eingefroren wurde.

Jetzt sind die Deutschen am überlegen, ob sie das Projekt einer Produktion realisieren sollen. Das Projekt ist in Vorkriegszeiten geschaffen worden – formulierte Scherbakow. Und er informierte weiter, dass die Deutschen jetzt in vielen Küchen ihre Suppe kochen: beim Gouverneur, beim Minister und bei „Avtotor“. „Gott hab sie seelig“,- kommentierte Scherbakow anscheinend etwas genervt vom merkwürdigen Verhalten der Germanen.

„Avtotor“ wird sich nicht in die Gespräche einmischen, die BMW führt. Dies wäre nicht korrekt – so Scherbakow. „Avtotor“ habe BMW vorgeschlagen, in den Aufbau eines Fahrzeugclusters zu investieren. Die Gebietsregierung habe vorgeschlagen, das BMW sogar noch Geld erhält, wenn man sich im Industriepark Chrabrowo ansiedele. Bei uns ist alles bereit für die Produktion, dort im Park muss noch ordentlich gearbeitet werden – kommentierte der Gründer von „Avtotor“.

„Avtotor“ wird keine gemeinsamen Projekte mit der Gebietsregierung durchführen. Wenn die Gebietsregierung meint, mit BMW gesondert und direkt arbeiten zu können – dann bitte. Wir werden uns an dieser Art der Zusammenarbeit nicht beteiligen. Wir sehen keine Chance, dort Geld zu verdienen – so Scherbakow.

Scherbakow verglich die bisherige Zusammenarbeit mit BMW mit einer Ehe. Mann und Frau leben zusammen. Wenn man nicht mehr zusammen leben kann, dann kommt es zur Scheidung. Und natürlich kommt es auch zu Scheidungsfolgen – dem Zugewinnausgleich. Und das BMW derjenige Teil ist, der zu zahlen hat – daran ließ Scherbakow keinen Zweifel aufkommen.

Am 6. März hielt sich der russische Vizepremier Dmitri Kosak, zuständig für den Industriebereich, in Kaliningrad auf. Und er erklärte, dass man in der russischen Regierung nichts über irgendwelche Pläne von BMW weiß, man nicht weiß, ob BMW einen Investitionsvertrag unterschreiben wird oder nicht. BMW ist immer noch am überlegen. Ein entscheidender Faktor ist, ob es zu einem gemeinsamen Vertrag mit „Avtotor“ kommt.

Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow kommentierte, dass es völlig egal ist, wie sich BMW entscheidet – mit oder ohne Avtotor in Kaliningrad zu arbeiten. Avtotor wird in jedem Fall der operative Partner bleiben.

Seit 2012 verspricht BMW ein Engagement in Kaliningrad und hält seit dem sowohl regionale wie auch föderale Strukturen mit Gesprächen, Überlegungen und Versprechungen hin. Es schaut so aus, als ob es BMW jetzt sogar gelungen ist, Zwietracht innerhalb Kaliningrads zu sähen – zwischen der Kaliningrader Gebietsregierung unter Führung von Anton Alichanow und dem größten Steuerzahler und Arbeitgeber des Gebietes, der Firma „Avtotor“. Warum merkt in Kaliningrad anscheinend niemand, dass hier irgendetwas nicht Normales vor sich geht?

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Kommentare ( 2 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 7. März 2019 19:23 pm

    Es ist schon so, es geht um sehr viel Geld, wovon BMW ganz offensichtlich sehr viel sparen will.
    Und die Münchner sind offensichtlich der ansicht, daß sie die besseren Pokerspieler sind. Poker ist ja nun mal das Spiel mit verdeckten Karten und dem bluffen.
    Da sollten die Oberen in KG sehr aufpassen, daß die verdeckten Karten nicht andere Standorte sind, die sich noch tiefer vor BMW verneigen.

  • ru-moto

    Veröffentlicht: 9. März 2019 22:19 pm

    Scherbakow verglich die bisherige Zusammenarbeit mit BMW mit einer Ehe [...] wenn man nicht mehr zusammen leben kann, dann kommt es zur Scheidung und auch zu Scheidungsfolgen...]

    Es ist spätestens nach einer Scheidung bekannt: Auch andere Mütter haben schöne Töchter!
    Weshalb "muss" es denn unbedingt BMW sein?

    BMW ist doch nicht zu blöd, ohne KGD Autos zu bauen. Die wollen die Russen doch nur aus Profitgier für sich ausnutzen.

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