Österreichischer Oberst spionierte für Russland?

Österreichischer Oberst spionierte für Russland?
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

Noch muss man die Überschrift mit einem Fragezeichen versehen, denn bewiesen ist nichts, obwohl dieser österreichische Oberst a.D. in der Zwischenzeit gestanden haben soll, für Russland seit 1988 spioniert und dafür 300.000 Euro erhalten zu haben.

Österreich zeigt sich empört, der geplante Besuch der österreichischen Außenministerin in Moskau für Dezember wurde abgesagt und der Partner Österreich zeigt sich allgemein und lautstark verschnupft. Nur der österreichische Präsident mahnte an, doch in der Angelegenheit mal ein wenig kürzer zu treten und nicht zu dramatisieren.

Russland bestreitet die Vorwürfe natürlich und Außenminister Lawrow hat sich mit seiner österreichischen Amtskollegin telefonisch ausgetauscht – vermutlich um zu erfahren, „woher die Füße wachsen“ – wie man im Russischen sagt.

Das Eigentlich unklare an dieser Sache für mich ist, warum Österreich sich in dieser Angelegenheit so lautstark öffentlich gibt. Üblich ist eigentlich, dass die, durch solche Fälle betroffenen Länder die Angelegenheit leise klären. Es gibt Ausweisungen und Personalaustausch und dann wird weiter spioniert – denn das alle Länder dieser Welt Spione haben, die an den Stellen arbeiten, wo es notwendig ist – das dürfte wohl allen klar sein.

Es hat also jemand Interesse, dass Russland wieder negativ am Pranger steht. So, wie man jeden Kaktus einmal im Monat ein oder zwei Tropfen Wasser geben sollte, damit er nicht eintrocknet, braucht die Welt jeden Monat ein, zwei negative Nachrichten über Russland, damit niemand vergisst, wie schlecht dieses Land ist. Auch ein schlechtes Image will gepflegt sein, sonst trocknet es ein.

Und wenn man die seriösen russischsprachigen Meldungen zu diesem Thema aufmerksam liest, so wird davon berichtet, dass die Österreicher einen Tipp von einem befreundeten Dienst bekommen haben sollen. Es gibt Quellen die wissen wollen, dass der deutsche Bundesnachrichtendienst dieser Tippgeber war.

Und da kommt mir der Spruch: „Haltet den Dieb“ in Erinnerung, denn es gab doch erst vor wenigen Monaten, ich glaube im Juni, einen Skandal um deutsche Spionagetätigkeit in Österreich. Und dieser bundesdeutsche Tipp sieht für mich jetzt aus wie eine Art Schuldabtragung.

Im Juni 2018 kommentierte der österreichische Kanzler:

„Der Umfang der Aktion war gewaltig. Mehr als 2.000 Objekte standen unter Beobachtung. Wir wollen wissen, wer beobachtet wurde und wann diese Beobachtungen beendet worden sind. Und wir wollen sicher sein, dass sie auch wirklich beendet sind.“

Es war bekannt geworden, dass der deutsche Bundesnachrichtendienst viele Jahre lang in Österreich spioniert hatte. Dieser Skandal geriet schnell wieder in Vergessenheit.

Und damit er noch schneller in Vergessenheit gerät und das Image des deutschen Spionagedienstes als Saubermann der westlichen Demokratie nicht weiter beschmutzt wird, muss möglichst schnell ein anderer Spion gefunden werden. Und natürlich findet man den. Russland hat viele Spione weltweit. Und wenn es mal schwierig wird, Beweise zu finden, dann werden Beweise erfunden.

Der österreichische Kanzler Kurz forderte Klarheit in der Angelegenheit und vermutet, dass dies nicht der einzige Spion Russlands in der EU ist. Ich glaube, darüber braucht man wirklich nicht streiten. Das Einfachste wäre es jetzt, wenn Russland alle seine Spione weltweit abschaltet oder in die Heimat zurückordert. Schön wäre es aber auch, wenn alle anderen Länder dieser Welt ihre Spione aus Russland abziehen würden.

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Kommentare ( 1 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 12. November 2018 01:33 pm

    Meiner Ansicht nach hatte "der Westen" einen großen Schreck bekommen, daß Putin auf der Hochzeit in Austria getanzt hatte.Das geht doch bitte gar nicht, daß dieses kleine Österreich, was dem deutschen großen Land so vieles voraus hat, auch noch den Rang in Beziehung RF abläuft. Die Verbindung zum Großen Land ist Kanzlerinnensache und zwar dieser alten Deutschen und nicht diesem jugendlichen Alpenjodler.
    Also hat man überlegt und ....
    Da wird wohl nicht der BND der Erfinder sein, sondern nur derjenige, der da aus taktischen Gründen vorgeschoben ist. Wollten die vereinigten und US-gesteuerten Westdienste mit den Gamsbärten in Wien nichts mehr teilen? Wieso auf einmal doch? Dieser Ex-Oberst ist seit 5 Jahren in Pension und hatte keine herausragenden Einblicke. Und nun wird noch ein GD-Mann nachgeschoben, weil Van der Bellen zur Sachlichkeit mahnte und offensichtlich von dieser neuen Megafon-Diplomatie des Westens nichts hält.
    Wie lange sind diese Sachen (?) eigentlich dem Westen bekannt?

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