Aufenthaltstitel für Ausländer durch Putin verlängert

Aufenthaltstitel für Ausländer durch Putin verlängert
 
Der russische Präsident hat Aufenthaltstitel für Ausländer ein weiteres Mal verlängert. Ausländer können somit auch über den 15. Juni 2020 hinaus, auf gesetzlicher Grundlage in Russland leben. Vermutlich wird dies jedoch die letzte Verlängerung sein.
 
 
Bereits in einem ersten Erlass hatte der russische Präsident Aufenthaltstitel für Ausländer bis zum 15. Juni 2020 verlängert. Jetzt verlängerte er ein zweites Mal bis zum 15. September.
Aufenthaltstitel sind Visa der unterschiedlichsten Art, das Zeitweilige Wohnrecht und die Aufenthaltsgenehmigung.
 
Visa, egal welcher Art, sind immer zeitlich befristet. Visa werden i.d.R. in ausländischen diplomatischen Vertretungen ausgestellt. Somit muss ein Ausländer aus Russland ausreisen und im Ausland das neue Visa erhalten. Danach kann wieder eingereist werden. Da viele Länder im Rahmen der Corona-Krise ihre Grenzen geschlossen hatten, war eine Ausreise für viele nicht möglich. Um ihren Aufenthalt zu legalisieren, hat Russland diesen Aufenthaltstitel bereits einmal verlängert und nun ein zweites Mal. Somit können Ausländer weiterhin sich legal in Russland aufhalten und auch arbeiten, wenn das Visum dies so vorsieht und die Arbeitsgenehmigung erteilt wurde.
 
In Kaliningrad gibt es jetzt allerdings für Ausländer keinen Anlass mehr, nicht auszureisen, wenn das Visum abgelaufen ist, denn sowohl Russland, wie auch Polen haben die Grenzen für EU-Bürger geöffnet und die Praxis der letzten Tage zeigt, dass eine Ausreise aus Kaliningrad problemlos möglich ist.
 
Das Zeitweilige Wohnrecht ist drei Jahre gültig und wird auch zu normalen Zeiten nicht verlängert. Innerhalb von drei Jahren muss sich der Inhaber entscheiden, ob er in Russland ständig leben will oder nicht. In Abhängigkeit von seiner persönlichen Entscheidung, beantragt er entweder die Aufenthaltsgenehmigung, die unbefristet gültig ist, oder aber er geht wieder zum Visasystem über. Mit dem Erlass des Präsidenten wird die Frist der Gültigkeitsdauer des Zeitweiligen Wohnrechtes einfach nur verlängert und somit berücksichtigt, dass die Migrationsbehörden gegenwärtig wohl nicht in der Lage sind, entweder Aufenthaltsgenehmigungen auszustellen oder die Ausreise des Ausländers zu ermöglichen, damit dieser in seinem Heimatland ein Visum erhält.
 
Die Aufenthaltsgenehmigung ist in Russland seit dem vergangenen Jahr unbefristet gültig. Bis zu dieser Entscheidung hatte sie eine Gültigkeit von fünf Jahren. Für Inhaber einer Aufenthaltsgenehmigung, die diese bis zum Inkrafttreten der neuen unbefristeten Regelung erhalten haben, bedeutet dies aber, dass sie sich bei den Migrationsbehörden zu melden haben, um den alten Gültigkeitsstempel annullieren und den neuen „fristlosen“ Stempel setzen zu lassen. Hierfür muss der Inhaber natürlich nicht aus dem Land ausreisen, sondern erhält diesen Stempel dort, wo er auch die Aufenthaltsgenehmigung erhalten hat.
 
Weiterhin regelt der Erlass, dass Ausländer, die per Gerichts- oder Verwaltungsbeschluss zur Ausreise oder zur Ausweisung oder zur Abschiebung verpflichtet worden sind, diese Ausreise bis zum 15. September aufschieben können.
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