Corona-Virus-Situation in den Regionen der Russischen Föderation Stand 02. April 2020

Corona-Virus-Situation in den Regionen der Russischen Föderation Stand 02. April 2020

 

„Kaliningrad-Domizil“ analysiert Meldungen russischer föderaler und regionaler Medien sowie staatlicher Behörden zur Corona-Virus-Lage in Russland zur allgemeinen Information, insbesondere für deutsche Bürger die sich in Russland aufhalten.

 

 

Aufmerksame Leser russischer Medien werden bei einem Vergleich föderaler Statistiken mit regionalen Meldungen Unterschiede in den Zahlen feststellen, insbesondere was die Zahlen zu den Neuinfizierten und den Todesfällen anbelangt. Dies hängt damit zusammen, dass ein Abstrich in Russland dreimal untersucht wird: Zwei Untersuchungen in Regionallaboren, eine weitere Untersuchung im Zentrallabor. Die Regionen veröffentlichen somit die „höchstwahrscheinlichen“ Zahlen und die föderalen Stellen zwei, drei Tage später die endgültigen, bestätigten Zahlen.   Somit kommt es zu unterschiedlichen Zahlenangaben.

„Kaliningrad-Domizil“ nutzt föderale zentrale staatliche Informationsquellen für die Erstellung der Statistik. In unseren Kommentaren finden Sie jedoch Hinweise auf Regionalereignisse, die zentral noch nicht erfasst sind.

Die Corona-Virus-Infektion hat 76 von 85 russischen Regionen erfasst. Schwerpunkt ist die Stadt Moskau und das Moskauer Gebiet.

 

 

Mehr als 536.000 Infektionsteste wurden bisher in Russland durchgeführt.

 

 

3.548 Infektionsfälle sind in Russland registriert.

30 Personen sind an der Infektion verstorben.

235 Infizierte konnten bisher als geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden.

 

 

19 Infektionsfälle sind im Gebiet Kaliningrad registriert.

Es gibt keine Sterbefälle im Kaliningrader Gebiet.

Fünf Infizierte konnten bisher geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden.

 

 

Der starke Anstieg der Anzahl der Infizierten in Kaliningrad steht im Zusammenhang mit der Geburtstagsfeier, die eine hochgestellte Persönlichkeit aus Moskau kommend, in Kaliningrad organisiert hatte. Von den genannten sieben Neuerkrankungen, infizierten sich auf dieser Geburtstagsparty drei Frauen und drei Männer.

Am Donnerstagnachmittag hat sich der russische Präsident Putin in einer zweiten achtminütigen Rede an die russischen Bürger gewandt. Er legte fest:

  • Die arbeitsfreie Periode bis 5. April, wird unter Beibehaltung der Zahlung der Löhne und Gehälter, bis zum 30. April verlängert. Sollte es die Lage erlauben, kann dieser Zeitraum wieder verkürzt werden.
  • Bis zum Ende der Woche hat jeder Leiter der Subjekte der Russischen Föderation für seinen Verantwortungsbereich die Gefahrensituation zu definieren und die aus seiner Sicht notwendigen Schritte umzusetzen.
  • Die Machtorgane der Föderation, die medizinischen Einrichtungen, Apotheken und Geschäfte für lebenswichtige Waren des täglichen Bedarfs arbeiten weiter.

In Russland gibt es seit 31. März die freiwillige totale Selbstisolierung. Vielfältig veröffentlichte Fotos und Videos gaukeln dem Betrachter, der übervolle Straßen und Staus gewohnt ist, eine hohe Disziplin in der Selbstisolierung vor. Allerdings zeigt ein russisches offizielles Informationsportal, welches den „Index der Selbstisolierung“ ständig analysiert, dass die Disziplin der Russen höchstens mittelmäßig ist. Somit dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, wann in Russland insgesamt, zumindest aber in den Schwerpunkten Moskau, Moskauer Umland, St. Petersburg und einige weitere Großstädte, der Ausnahmezustand verhängt wird. Die Äußerungen des russischen Präsidenten Putin während seiner Rede am Nachmittag, deuten auf mögliche individuelle Problemlösungen in den Regionen hin.

Der russische Präsident Putin hat ein Gesetz unterzeichnet, welches die Föderalregierung ermächtigt, bei Bedarf den Ausnahmezustand im Land auszurufen. Wird dieser ausgerufen, haben die staatlichen Organe mehr Vollmachten über medizinische Einrichtungen, medizinische Ausrüstungen und Medikamente Entscheidungen zu treffen. Weiterhin gibt es mehr polizeiliche und militärische Möglichkeiten, das Ausgangsverbot umzusetzen.

In Russland sind insgesamt 94.000 Betten für mögliche Infektionsfälle vorbereitet worden. Im gesamten Gesundheitswesen, einschließlich privater Einrichtungen, der Russischen Bahn und weiterer Organisationen, wird an der Umprofilierung von Möglichkeiten gearbeitet, um die Aufnahmekapazität und Behandlungsmöglichkeiten von potenziellen Patienten zu erweitern.

5,2 Milliarden Rubel wird die Föderalregierung investieren, um 1.200 Fahrzeuge der Schnellen medizinischen Hilfe für die Regionen zu beschaffen. Die zuständigen Beamten haben zwei Tage Zeit erhalten, um die notwendigen Fahrzeuge auszuwählen, diese innerhalb von fünf Tagen auf die Regionen zu verteilen. Einsatzbereit sollen die Fahrzeuge in spätestens sieben Tagen sein.

Das amerikanische Außenministerium informierte, dass man mit Russland bereits in der Vergangenheit zu humanitären Fragen zusammengearbeitet habe und man wird auch zukünftig zusammenarbeiten, insbesondere jetzt, wo es einen gemeinsamen Feind gäbe. Die von Russland am 1. April übergebene medizinische Ausrüstung, so informierte das amerikanische Außenministerium, wurde von den USA gekauft. Nach dieser Erklärung veröffentlichte das russische Außenministerium eine Erklärung, in der informiert wurde, dass die Hälfte der Kosten durch den „Russischen Fond für Direktinvestitionen“ bezahlt wurde. Die andere Hälfte haben die USA aus eigenen Überlegungen bezahlt.  

Trotzdem es kaum noch Fahrzeugverkehr auf den Kaliningrader Straßen gibt, ist es doch gelungen, auf einer zentralen Straße in Kaliningrad zwei Verkehrsunfälle zu verursachen. Kaliningrader Medien erwähnten, dass es durch die beiden Verkehrsunfälle zu keinen weiteren Staus auf den Straßen kam.

Die Kameras des Systems Stadtsicherheit zeigten um 17 Uhr doch eine erhebliche Bewegung von Individualfahrzeugen. Kaliningrad erreichte damit einen Index der Einhaltung der Selbstisolierung von 3,9, bei fünf möglichen Punkten.

Der Bürgermeister von Baltisk hat angekündigt, Maßnahmen zu ergreifen, die die Stadt gegen Besucher abriegelt. Er wird es nicht zulassen, dass man in der jetzigen Situation die Stadt einfach mal so besucht.  

Es sei bei dieser Gelegenheit und aus gegebenem Anlass nochmals darauf hingewiesen, dass die totale Selbstisolierung alle Bürger betrifft, die sich in Russland aufhalten, unabhängig vom Alter, Geschlecht und der Staatszugehörigkeit. Wer sich außerhalb der Wohnung aufhält und bei einer Kontrolle diesen Aufenthalt nicht logisch erklären kann, läuft Gefahr, mit drastischen Strafen belegt zu werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dem Ausländer, der gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstößt, der Aufenthaltstitel aberkannt wird und er nach Ende der gegenwärtigen Krise des Landes verwiesen wird.   

Man darf die Wohnung verlassen um zum Arzt zu gehen, die nächstgelegene Apotheke oder den nächstgelegenen Supermarkt aufzusuchen. Einfach nur spazieren gehen oder Bekannte am anderen Ende der Stadt zu besuchen, egal aus welchem Anlass, ist nicht gestattet.

Ein Hinweis an die Deutschen, die in Kaliningrad leben. Es gibt keine wirkliche Notwendigkeit, zum Einkaufen in den Supermarkt zu gehen. Auch hier besteht die Gefahr, sich am Einkaufswagen oder an der Kasse zu infizieren. Es gibt eine ausreichend große Anzahl von elektronischen Supermärkten, wo man seine Ware bestellen kann und diese ins Haus geliefert bekommt. Hier einige Links – probieren Sie diese aus und bleiben Sie gesund:

https://supermarket39.ru/

https://online-alina.ru/

https://kdvonline.ru/

https://iceberg-aqua.ru/

 

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