Corona-Virus-Situation in den Regionen der Russischen Föderation Stand 04. April 2020

Corona-Virus-Situation in den Regionen der Russischen Föderation Stand 04. April 2020

 

 

„Kaliningrad-Domizil“ analysiert Meldungen russischer föderaler und regionaler Medien sowie staatlicher Behörden zur Corona-Virus-Lage in Russland zur allgemeinen Information, insbesondere für deutsche Bürger die sich in Russland aufhalten.

 

 

Aufmerksame Leser russischer Medien werden bei einem Vergleich föderaler Statistiken mit regionalen Meldungen Unterschiede in den Zahlen feststellen, insbesondere was die Zahlen zu den Neuinfizierten und den Todesfällen anbelangt. Dies hängt damit zusammen, dass ein Abstrich in Russland dreimal untersucht wird: Zwei Untersuchungen in Regionallaboren, eine weitere Untersuchung im Zentrallabor. Die Regionen veröffentlichen somit die „höchstwahrscheinlichen“ Zahlen und die föderalen Stellen zwei, drei Tage später die endgültigen, bestätigten Zahlen.   Somit kommt es zu unterschiedlichen Zahlenangaben.

„Kaliningrad-Domizil“ nutzt föderale zentrale staatliche Informationsquellen für die Erstellung der Statistik. In unseren Kommentaren finden Sie jedoch Hinweise auf Regionalereignisse, die zentral noch nicht erfasst sind.

Die Corona-Virus-Infektion hat 78 von 85 russischen Regionen erfasst. Schwerpunkt ist die Stadt Moskau und das Moskauer Gebiet.

 


Mehr als 639.000 Infektionsteste wurden bisher in Russland durchgeführt.

 

 

4.731 Infektionsfälle sind in Russland registriert.

43 Personen sind an der Infektion verstorben.

333 Infizierte konnten bisher als geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden.

Erstmals wurde bei einem sechs Monate alten Säugling die Infektion festgestellt.

 

 

19 Infektionsfälle sind im Gebiet Kaliningrad registriert.

Es gibt keine Sterbefälle im Kaliningrader Gebiet.

Fünf Infizierte konnten bisher geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden.

 

 

Durch regionale Labore wurde bei drei Mitarbeitern des medizinischen Dienstes die Infektion festgestellt. Ausstehen tut noch die Bestätigung aus dem Zentrallabor. Bei einem Infizierten handelt es sich um einen Militärarzt, der im Zivilkrankenhaus tätig war. Er ist der erste Patient, wo nicht klar ist, wo er sich infiziert hat.

Im Laufe des Tages wurden drei Patienten geheilt aus Kaliningrader medizinischen Einrichtungen entlassen, darunter ein 13jähriger Junge, der sich mit seinem Vater im Ausland infiziert hatte. Diese Zahlen sind in der Grafik noch nicht erfasst.

 

Weitere Informationen aus dem föderalen Russland

Der russische Premierminister Mischustin hat am Freitag in einer Durchführungsanordnung die Regeln angewiesen, die im Falle der Verhängung des Ausnahmezustandes in Russland in Kraft treten. Die Rechte zur Verhängung des Ausnahmezustandes hatte der russische Präsident dem Premierminister übertragen.

Russland hat einen Express-Test für das Corona-Virus entwickelt. Mit diesem Test ist man in der Lage, das Virus innerhalb von 30 Minuten nachzuweisen. Die Einführung des Testverfahrens soll im April erfolgen.

Russland hat den USA einen Virus-Test übergeben, der gemeinsam mit Japan entwickelt wurde. Die Übergabe wurde seitens des russischen Vertreters des Fonds für Direktinvestitionen mit den Worten kommentiert, dass man auch weiterhin guten Willen bei der Lösung gemeinsamer Probleme zeigen möchte.

Gegenwärtig befinden sich noch rund 30.000 russische Bürger im Ausland, davon rund 2.000 in den USA. Russland hat alle Flüge von und nach Russland eingestellt. Am heutigen Samstag verlautete aus Regierungskreisen, dass es sich nur um eine zeitweilige Maßnahme handele und am Montag vermutlich die Flüge zur Evakuierung russischer Bürger wieder aufgenommen werden. Bis dahin stellt Russland den im Ausland befindlichen Bürgern finanzielle Mittel in Höhe einer halben Milliarde Rubel für das Bestreiten des Lebensunterhalts zur Verfügung.

Das russische Gesundheitsministerium informiert, dass das Corona-Virus aus 73 Ländern nach Russland gebracht worden ist. Die größte Zahl der Infizierten kehrte aus Spanien, Frankreich, Deutschland und den Vereinten Arabischen Emiraten zurück.

Die russische Zentralbank informierte, dass man seit Mitte März ein Abnehmen der Spareinlagen der russischen Bürger um zwei Prozent beobachte. Man geht davon aus, dass die Geldentnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Krise stehen.

 

Informationen aus dem Kaliningrader Gebiet

Seit Freitag bis Montag werden die Zufahrten zu den bekannten Ostseestädten durch Polizei bewacht und Einfahrten für nicht Berechtigte verwehrt. Wer versucht, illegal und ohne Genehmigung in diese Städte zu gelangen, muss mit Strafen von bis zu 45.000 Rubel rechnen.

Aus der Kaliningrader Gebietsregierung wurde bekannt, dass sich die Zeiten für Warenlieferungen aus dem russischen Mutterland nach Kaliningrad mehr als verdoppelt haben. Brauchte ein LKW zu Vorkrisenzeiten noch bis zu drei Tagen vom russischen Mutterland bis nach Kaliningrad, so sind es jetzt bis zu sieben Tage. In Kaliningrad sind rund 1.400 Transportunternehmen mit 7.800 Fahrzeugen registriert. Bei jeder Ein- und Ausreise erfolgt die Desinfektion der Fahrzeuge.

Der vergangene Samstag wurde von der Stadtverwaltung Pionersk genutzt, um alle öffentlichen Orte, wo es zu Menschenansammlungen kommt, zu desinfizieren.

Die Kaliningrader Gebietsregierung wird den Firmen erlauben die Produktionstätigkeit wieder aufzunehmen, die in der Baubranche tätig sind.

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