Corona-Virus-Situation in den Regionen der Russischen Föderation Stand 05. April 2020

Corona-Virus-Situation in den Regionen der Russischen Föderation Stand 05. April 2020

„Kaliningrad-Domizil“ analysiert Meldungen russischer föderaler und regionaler Medien sowie staatlicher Behörden zur Corona-Virus-Lage in Russland zur allgemeinen Information, insbesondere für deutsche Bürger die sich in Russland aufhalten.

 

 

Aufmerksame Leser russischer Medien werden bei einem Vergleich föderaler Statistiken mit regionalen Meldungen Unterschiede in den Zahlen feststellen, insbesondere was die Zahlen zu den Neuinfizierten und den Todesfällen anbelangt. Dies hängt damit zusammen, dass ein Abstrich in Russland dreimal untersucht wird: Zwei Untersuchungen in Regionallaboren, eine weitere Untersuchung im Zentrallabor. Die Regionen veröffentlichen somit die „höchstwahrscheinlichen“ Zahlen und die föderalen Stellen zwei, drei Tage später die endgültigen, bestätigten Zahlen.   Somit kommt es zu unterschiedlichen Zahlenangaben.

 

 

„Kaliningrad-Domizil“ nutzt föderale zentrale staatliche Informationsquellen für die Erstellung der Statistik. In unseren Kommentaren finden Sie jedoch Hinweise auf Regionalereignisse, die zentral noch nicht erfasst sind.

Die Corona-Virus-Infektion hat 79 von 85 russischen Regionen erfasst. Schwerpunkt ist die Stadt Moskau und das Moskauer Gebiet.

 


Mehr als 697.000 Infektionsteste wurden bisher in Russland durchgeführt.

 

 

5.389 Infektionsfälle sind in Russland registriert.

45 Personen sind an der Infektion verstorben.

355 Infizierte konnten bisher als geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden.

 

 

19 Infektionsfälle sind im Gebiet Kaliningrad registriert.

Es gibt keine Sterbefälle im Kaliningrader Gebiet.

Fünf Infizierte konnten bisher geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden.

 

 

Weitere Informationen aus dem föderalen Russland

Spezialisten der russischen Verbraucherschutzbehörde in Dagestan kommentierten den Infektionsstatus (25 Infizierte) damit, dass der Prozess in die vierte Etappe eingetreten ist, d.h. die Etappe der nicht mehr kontrollierbaren Infektionshistorie. Bisher war es immer noch möglich, die Quelle festzustellen, wo sich eine Person infiziert hatte. Jetzt hat der Infektionsstatus einen Umfang angenommen, wo dies nicht mehr möglich ist. Das Virus befinde sich jetzt überall: In der Luft, in Fahrzeugen des Nahverkehrs, an öffentlichen Plätzen. Die Gefahr, sich dort zu infizieren ist jetzt um ein Vielfaches gestiegen.

In Moskau hat man begonnen, öffentliche Plätze, Hinterhöfe, Fußgängerwege, Straßen und andere Einrichtungen im großen Maßstab zu desinfizieren. Moskau und das Moskauer Umfeld sind gegenwärtig der größte Infektionsherd in Russland.

Die weißrussische Eisenbahn hat auf Bitten Russlands sämtliche Zugverbindungen zwischen Russland und Weißrussland eingestellt.

Die Stadt Tomsk hat als erste russische Stadt festgelegt, dass Personen, die mit dem Flugzeug aus Moskau, dem größten Infektionszentrum des Landes, kommen, sich in eine 14tägige Selbstisolierung zu begeben haben. Dasselbe trifft auch für alle anderen Bürger zu, die aus anderen russischen Regionen nach Tomsk reisen. Tomsk hat bisher zwei Infektionsfälle registriert.

Der russische Premierminister Mischustin hat weitere Weisungen zur Eindämmung der Infektionswelle in Russland gegeben. Hierzu gehört:

  • Gemeinsam mit China über die Zweckmäßigkeit der Rückführung sämtlicher chinesischer Bürger, die sich in Russland aufhalten, zu entscheiden. Vorgeschlagen wird die Rückführung per Lufttransport.
  • Schaffung eines einheitlichen Informationssystems zur Erfassung und eindeutigen Identifizierung der russischen Staatsbürger, die sich im Ausland befinden und zurückgeführt werden wollen.
  • Durchführung einer vollständigen Bestandsaufnahme der Bettenkapazität und Kontrolle der Arbeitsbereitschaft des russischen Gesundheitssystems.
  • Kaderumverteilung innerhalb des russischen Gesundheitswesens in die Einrichtung, die sich mit der Behandlung von Infektionspatienten beschäftigen.
  • Sicherstellung des medizinischen Personals mit Schutzbekleidung. Bereitstellung von finanziellen Mitteln für die medizinischen Einrichtungen.
  • Umverteilung von Patienten mit anderen Erkrankungen in andere Krankenhäuser, um somit spezialisierte Krankenhäuser nur für Infektionspatienten zu schaffen.

Die im Ausland befindlichen russischen Bürger erhalten pro erwachsene Person 2.400 Rubel und pro Kind 1.600 Rubel täglich für den Lebensunterhalt ausbezahlt. Am Montag wird die russische Regierung über die Wiederaufnahme der Flüge entscheiden, die die russischen Bürger in die Heimat bringen soll. Geschätzte 30.000 Personen befinden sich noch im Ausland.

Der nationale Verbraucherschutzbund hat sich an die Regierung mit der Bitte gewandt, den Einzelhandel anzuweisen, an ihre Kunden Masken und Handschuhe auszugeben. Die Kunden haben ein Recht auf Schutz und der Einzelhandel sollte dies sicherstellen.

Russische Militärspezialisten aus dem medizinischen Bereich haben in Serbien mit der Desinfizierung von Gebäuden begonnen. Bereits jetzt wurden 65.000 Quadratmeter in medizinischen Einrichtungen bearbeitet. 11 Flugzeuge vom Typ IL-76 hatten am Vortag Spezialisten und Ausrüstung nach Serbien gebracht.

 

Informationen aus dem Kaliningrader Gebiet

Die russische Bahn hat den Zugverkehr zwischen dem russischen Mutterland und Kaliningrad, welcher im Transit durch Litauen führte, eingestellt. Somit ist Kaliningrad weder auf dem Land- noch auf dem Schienenweg mehr zu erreichen. Der Zugverkehr war bisher ebenfalls schon stark eingeschränkt. Litauen hatte immer wieder die Transitgenehmigung verlängert, aber im Zug durften nicht mehr als 100 Personen reisen. Russland hatte in der vergangenen Woche weitere Einschränkungen derart verfügt, dass die Zugverbindungen nur von Personen genutzt werden durften, die eine Meldeadresse in Kaliningrad haben. Die Kaliningrader Gebietsregierung kommentierte, dass diese Entscheidung eine „unerwartete unangenehme Neuigkeit“ ist. Man hoffe, dass wenigsten eine minimale Anzahl von Zügen den Verkehr wieder aufnehmen wird.

Die russische Zentralregierung bezeichnete Kaliningrad als einen der Orte mit der höchsten Infektionsrate in Russland. Es sei nicht richtig davon auszugehen, dass die absolute Zahl von Erkrankungen mit 19 relativ gering ist. Bei der Beurteilung der Situation muss man von der Anzahl der Krankheitsfälle, im Verhältnis auf die Bevölkerungsanzahl gerechnet, ausgehen.

Die Geschäftsführung der Kaliningrader Fahrzeugholding „Avtotor“ informierte, dass man die Produktionsstätten zeitweilig schließen werde. Man hoffe, dass sich die Situation schnell normalisieren werde. Von der Schließung sind rund 20.000 Menschen betroffen.

Kaliningrad verfügt entsprechend dem Mobilmachungsplan über 507 Betten in speziell vorbereiteten Infektionskrankenhäusern. Der regionale Gesundheitsminister informierte, dass diese gegenwärtig nur zu 30 Prozent ausgelastet sind.

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