Corona-Virus-Situation in den Regionen der Russischen Föderation Stand 07. April 2020

Corona-Virus-Situation in den Regionen der Russischen Föderation Stand 07. April 2020

 

„Kaliningrad-Domizil“ analysiert Meldungen russischer föderaler und regionaler Medien sowie staatlicher Behörden zur Corona-Virus-Lage in Russland zur allgemeinen Information, insbesondere für deutsche Bürger die sich in Russland aufhalten.

 

 

„Kaliningrad-Domizil“ nutzt für die Erstellung der Statistiken und den Informationsüberblick föderale staatliche Informationsquellen sowie föderale und regionale Nachrichtenportale, die für eine seriöse Berichterstattung bekannt sind.  

Die Corona-Virus-Infektion hat 81 von 85 russischen Regionen erfasst. Schwerpunkt ist die Stadt Moskau und das Moskauer Gebiet.

 

 

Mehr als 795.000 Infektionsteste wurden bisher in Russland durchgeführt.

 

 

7.497 Infektionsfälle sind in Russland registriert.

58 Personen sind an der Infektion verstorben.

494 Infizierte konnten bisher als geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden.

 

 

48 Infektionsfälle sind im Gebiet Kaliningrad registriert.

Es gibt keine Sterbefälle im Kaliningrader Gebiet.

Acht Infizierte konnten bisher geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden.

Der sprunghafte Anstieg der Infizierten ist dadurch bedingt, dass Kaliningrad ab sofort den Status eines „Referenzzentrums“ erhalten hat und alle drei Untersuchungen von Corona-Testen selber durchführt und kein abschließender Kontrolltest mehr im russischen Mutterland durchgeführt wird, was immer zu erheblichen Zeitverzögerungen geführt hatte.

Bei sechs Neuerkrankungen ist die Infizierungskette nicht erkennbar. Diese Personen hatten das Kaliningrader Gebiet nie verlassen. Unter den gesundeten Patienten befindet sich ein 13jähriges Kind.

 

 

 

Weitere Informationen aus dem föderalen Russland

 

Russland hat die Flüge ins Ausland zur weiteren Evakuierung eigener Staatsbürger wieder aufgenommen. Zwei Flüge starteten bereits am 6. April nach Bischkek und Dakar. Am 8. April werden russische Bürger aus Indien evakuiert.

Vor wenigen Tagen informierten die Tabakproduzenten, dass sie drei Herstellerorte zeitweilig schließen werden. Nun informierten sie, dass die Produktion wieder aufgenommen wird. Eine entsprechende Genehmigung des russischen Landwirtschaftsministeriums liege vor.

Ein Informant aus dem russischen Außenministerium informierte, wie die Diplomaten gegenwärtig weltweit arbeiten. Es reise niemand mehr. Alle Gespräche finden in Form von Videokonferenzen oder Telefongesprächen statt. Allerdings werde diese Art der Diplomatie nach dem Ende der Corona-Krise keine Perspektive mehr haben, da die Diplomatie in erster Linie über persönliche Kontakte funktioniere.

In Russland hat man begonnen, drei Präparate zur Behandlung einer Corona-Infektion unter klinischen Bedingungen zu testen. Die Patienten, die real erkrankt sind, haben ihr schriftliches Einverständnis zur Teilnahme an der Testreihe gegeben.

Der russische Verteidigungsminister Schoigu hat die Weisung gegeben, dass Militärhospitalschiff „Irtysch“ mit weiteren Betten auszustatten. Insgesamt soll das Lazarettschiff eine Bettenkapazität von 450 erhalten. Auf dieses Lazarettschiff sollen Militärangehörige verlegt werden, die sich gegenwärtig wegen anderer Erkrankungen in Militärkrankenhäusern auf dem Festland befinden. Die so freigezogenen Militärlazarette können dann für zivile Corona-Virus-Infizierte genutzt werden.

 

Weitere Informationen aus dem Kaliningrader Gebiet

 

Die Leiterin des Kaliningrader Verbraucherschutzes informierte, dass die Verbreitung des Corona-Virus im Kaliningrader Gebiet in das sogenannte vierte Stadium übergegangen ist. Das bedeutet, dass sich Personen infizieren, die bisher keinerlei Bezug zu den bekannten Infektionsquellen hatten. Das Virus verbreitet sich somit jetzt innerhalb des Gebietes und dies ist nicht mehr nachvollziehbar.

Die Chefhygienikerin des Kaliningrader Gebietes kommentierte, dass die erste Woche der Selbstisolierung noch keinerlei Resultate auf die Situation im Gebiet hatte. Da die Inkubationszeit zwei Wochen beträgt, wird man somit auch erst mit erheblicher Verspätung sehen, ob die Selbstisolierung die notwendige Wirkung zeigte.

In Kaliningrad sind die offiziellen Ferien zu Ende gegangen. Nun bleiben die Schüler aber weiterhin zu Hause und werden über das elektronische Schulsystem unterrichtet. Geblieben ist auch die Essensversorgung der Schüler, nur dass diese jetzt nicht mehr in die schuleigenen Speiseräume gehen, sondern an 112 Ausgabepunkte im gesamten Kaliningrader Gebiet, Essenspakete übergeben bekommen. Die Essenspakete reichen für zehn Tage und die Aufgabe der Eltern besteht darin, für ihre Kinder das Essen zuzubereiten. 22.000 dieser Verpflegungspakete werden gegenwärtig ausgegeben. In weit entlegene Ortschaften werden die Verpflegungspakete ausgeliefert.

Einige Meldungen scheinen in Kaliningrad im Widerspruch zu stehen. Einerseits zeigen die Statistiksysteme von Yandex, dass es keine besonders hohe Disziplin der Kaliningrader Bürger zur Selbstisolierung gibt. Andererseits beklagt sich der Leiter des Zentralmarktes, dass der Markt bis zu 90 Prozent aller Kunden verloren hat. Auch andere Märkte und Einzelhändler berichten über wenig Kunden. Somit ist unklar, was die Kaliningrader außerhalb ihrer Wohnungen machen.  

Vor dem Kaliningrader Migrationszentrum in der Frunse-Straße, sammeln sich seit Tagen hunderte von Migranten, um ihren Aufenthaltstitel verlängern zu lassen. Sie müssen tagelang warten und übernachten vor dem Gebäude ohne jeglichen Schutz. Die Sicherheit im Gebäude wird durch die Polizei und Kosaken gewährleistet, die nur wenige Migranten in das Gebäude zu den bearbeitenden Mitarbeitern lassen. Die Kaliningrader Innenverwaltung hat alle verfügbaren Kräfte in das Migrationszentrum geschickt, um die Situation dort zu entspannen.

In Kaliningrad wurde ein Bürger, der auf einer Bank am Oberteich saß und ein Buch las, zu einer Strafe von 15.000 Rubeln verurteilt. Die Polizeistreife machte den Bürger auf die Selbstisolierungspflicht aufmerksam und bat den Bürger nach Hause zu gehen. Nachdem der Bürger sich weigerte, wurde ein Ordnungsstrafverfahren eingeleitet und der Richter verhängte im Schnellverfahren die Strafe. Zwei weitere Strafverfahren wurden gegen zwei Bürger eingeleitet, die im Südpark angeln waren. Mit je 15.000 Rubeln wurden diese ebenfalls zur Kasse gebeten.

Traditionell gibt es in Kaliningrad in jedem Jahr am 9. April ein Feuerwerk. Grund ist die Kapitulation der Festung Königsberg am 9. April 1945. In diesem Jahr wird es kein Feuerwerk geben.

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