Corona-Virus-Situation in den Regionen der Russischen Föderation Stand 08. April 2020

Corona-Virus-Situation in den Regionen der Russischen Föderation Stand 08. April 2020

 

„Kaliningrad-Domizil“ analysiert Meldungen russischer föderaler und regionaler Medien, die für eine seriöse Berichterstattung bekannt sind, sowie Meldungen staatlicher Behörden zur Corona-Virus-Lage in Russland zur allgemeinen Information, insbesondere für deutsche Bürger die sich in Russland aufhalten.

 

 


Die Corona-Virus-Infektion hat 81 von 85 russischen Regionen erfasst. Schwerpunkt ist die Stadt Moskau und das Moskauer Gebiet.

 

 

Mehr als 910.000 Infektionsteste wurden bisher in Russland durchgeführt. Dies entspricht einem Gesamtanteil an der Bevölkerung von EINEM Prozent. Je Patient werden drei Teste durchgeführt: zwei Teste durch regionale Laboreinrichtungen, ein abschließender Test in einem der zwei föderalen Zentrallabore.

 

 

 

8.672 Infektionsfälle sind in Russland registriert.

63 Personen sind an der Infektion verstorben.

580 Infizierte konnten bisher als geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden.

 


Der Anteil der Genesenden wächst gegenwärtig nicht im positiven proportionalen Verhältnis zu den Neuerkrankungen. Da das Corona-Virus eine Inkubationszeit von 14 Tagen hat und die Verpflichtung zur Selbstisolierung erst seit dem 31. März eingeführt wurde, dürften merkliche Resultate erst nach dem 15. April sichtbar werden.

 

 

49 Infektionsfälle sind im Gebiet Kaliningrad registriert.

Es gibt keine Sterbefälle im Kaliningrader Gebiet.

Neun Infizierte konnten bisher geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden.

 

 

In Kaliningrad steht das Verhältnis zwischen Neuerkrankungen und Genesenden in einem negativen Verhältnis. Eine Veränderung des Verhältnisses ist nicht vor dem 15. April zu erwarten und hängt im wesentlichen von der Disziplin der Bevölkerung im System der freiwilligen Selbstisolierung ab.

 

 

In Russland wird über Yandex der Index der freiwilligen Selbstisolierung im Stundenrhythmus für Russland insgesamt und für die wichtigsten Städte analysiert. Wir zeigen in der nachfolgenden Grafik nur Moskau und Kaliningrad. Sie können sich über weitere Städte unter nachfolgendem Link informieren: https://yandex.ru/maps/covid19/isolation

 

 

 

Weitere Informationen aus dem föderalen Russland

 

Russland hat die Rückführung seiner Staatsbürger aus dem Ausland wieder aufgenommen. Nun wurde kommentiert, dass nur diejenigen Anrecht auf Rückholung haben, die das Land nach dem 1. Januar 2020 verlassen haben. Die Regierung geht davon aus, dass sich noch 25.800 russische Staatsbürger im Ausland aufhalten und zurückgeholt werden wollen. Verantwortliche in der russischen Regierung verhalten sich sehr kritisch gegenüber denjenigen russischen Bürgern, die ihr Land vor längerer Zeit verlassen haben, um im Westen besser zu leben und jetzt, im Moment der Gefahr, darum betteln, nach Russland zurückgeholt zu werden.

Vertreter des russischen Einzelhandels kommentierten, dass in der ersten Woche der freiwilligen Selbstisolierung, der Umsatz in den Super- und Hypermärkten zwischen 30-60 Prozent rückläufig war. Man gehe davon aus, dass sich die russischen Bürger bevorratet haben und somit die Nachfrage nach Lebensmitteln temporär nachlässt. Auch die Zentralbank analysiert eine geringere finanzielle Aktivität der Bürger.

Die russische Regierung hat allen privaten medizinischen Laboren die Genehmigung erteilt, Corona-Teste vorzunehmen. Hierzu müssen die interessierten Labore einen elektronischen Antrag stellen und sich verpflichten, die Resultate an die zentralen Auswertestellen zu melden. Russland gehört zu den TOP-3, die die meisten Teste weltweit vornehmen. 

 

Weitere Informationen aus dem Kaliningrader Gebiet

 

Im Zeitraum 30. März bis 5. April haben 4.723 Fahrzeuge die Grenze zwischen dem Kaliningrader Gebiet und Polen sowie Litauen passiert. Hierbei handelt es sich um Fahrzeuge, die die tägliche Versorgung gewährleisten.

Die Bauarbeiten an einem spezialisierten Krankenhaus der Ostseeflotte im Bereich des Kaliningrader Nordbergs laufen auf vollen Touren. Jetzt wurde das Gebäude an die Stromversorgung angeschlossen. Bis Mitte Mai soll das Krankenhaus mit 800 Betten arbeitsbereit sein.

Die Kaliningrader Fahrzeugholding „Avtotor“ wird ab 13. April die Produktion wieder aufnehmen. Mitarbeiter, die ihre Arbeit in der Selbstisolierung verrichten können, werden die Möglichkeit hierzu erhalten. Andere Mitarbeiter werden in bezahlten Urlaub geschickt. Die Wiederaufnahme der Produktion erfolgt im Rahmen einer Entscheidung der Regierung.

Die Kaliningrader Gebietsregierung stellt aus ihrem Reservefond 33,7 Mio. Rubel für die Stimulierung der Arbeit des medizinischen Personals und zur weiteren Verbesserung der Arbeit im Rahmen der Corona-Virus-Krise zur Verfügung.

Die Kaliningrader Gebietsregierung stellt aus ihrem Reservefond 480 Mio. Rubel für die Unterstützung der Firmen bereit, die von der gegenwärtigen Krise betroffen sind. Eine entsprechende Weisung wurde vom Kaliningrader Gouverneur unterzeichnet. 300 Mio. Rubel erhalten Klein- und mittelständische Unternehmen, 180 Mio. Rubel werden als Kredite für Industrieunternehmen bereitgestellt.

Kaliningrad gehört nun zur sogenannten dritten Gruppe der Regionen im Rahmen der freiwilligen Selbstisolierung. Dies bedeutet, dass das Niveau als sehr niedrig eingeschätzt wird. Noch vor einer Woche gehörte Kaliningrad zu den Regionen mit der größten Disziplin. Umfragen von regionalen Journalisten unter der Bevölkerung, insbesondere der älteren Generation hat ergeben, dass diese die Gefahr völlig unterbewerten. „Wir haben schon ganz andere Gefahren überlebt“, waren die komprimiert zusammengefassten Antworten.

Die Kaliningrader Stadtverwaltung hat alle Feierlichkeiten zum 9. April, dem Tag der Kapitulation der Festung Königsberg vor den sowjetischen Truppen abgesagt.

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