Corona-Virus-Situation in den Regionen der Russischen Föderation Stand 30. März 2020

Corona-Virus-Situation in den Regionen der Russischen Föderation Stand 30. März 2020

 

„Kaliningrad-Domizil“ analysiert Meldungen russischer Medien und staatlicher Behörden zur Corona-Lage in Russland zur allgemeinen Information, insbesondere für deutsche Bürger die sich in Russland aufhalten.

 

 

Aufmerksame Leser russischer Medien werden bei einem Vergleich föderaler Statistiken mit regionalen Meldungen Unterschiede in den Zahlen feststellen, insbesondere was die Zahlen zu den Neuinfizierten und zu den Todesfällen anbelangt. Dies hängt damit zusammen, dass ein Abstrich in Russland dreimal untersucht wird: Zwei Untersuchungen in Regionallaboren, eine weitere Untersuchung im Zentrallabor. Die Regionen veröffentlichen somit die „höchstwahrscheinlichen“ Zahlen und die föderalen Stellen zwei, drei Tage später die endgültigen, bestätigten Zahlen.   Somit kommt es zu unterschiedlichen Zahlenangaben.

„Kaliningrad-Domizil“ nutzt föderale zentrale staatliche Informationsquellen für die Erstellung der Statistik. In unseren Kommentaren finden Sie jedoch Hinweise auf Regionalereignisse, die zentral noch nicht erfasst sind.

Die Corona-Virus-Infektion hat 71 von 85 russischen Regionen erfasst. Schwerpunkt ist die Stadt Moskau und das Moskauer Gebiet.

 

 

1.836 Infektionsfälle sind in Russland registriert.

Neun Personen sind in Russland an der Infektion verstorben.

66 Infizierte konnten bisher als geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden.

 

 

12 Infektionsfälle sind im Gebiet Kaliningrad registriert.

Es gibt keine Sterbefälle im Kaliningrader Gebiet.

Zwei Infizierte konnten bisher geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden.

 

 

Durch zwei regionale Laboruntersuchungen wurde bei der stellvertretenden Chefärztin einer Kaliningrader Poliklinik eine Infektion diagnostiziert. Die infizierte Ärztin hatte keinen Kontakt mit Patienten, d.h. die Infektion erfolgte irgendwo in der Region.

Eine weitere abschließende föderale Untersuchung bestätigte einen 12. Infektionsfall in Kaliningrad. Es handelt sich um die Verwandte des ersten, vor 16 Tagen erfassten infizierten Bürgers, der aus Peru nach Kaliningrad zurückgekehrt ist.

Ab Mitternacht gilt in Kaliningrad die vollständige Selbstisolierung. Das Verlassen der Wohnung ist nur aus medizinischen Gründen oder zum Kauf von Lebensmitteln gestattet.

Ab Dienstag, dem Zeitpunkt des Beginns der vollständigen Selbstisolierung, werden sechs mobile Kontrollen der Stadtverwaltung, gemeinsam mit der Polizei, Streife fahren und nach Personen suchen, die den Isolierungsanweisungen nicht Folge leisten. Die Kontrollen finden in der Zeit von 09-18.00 Uhr statt.

In Kaliningrad sind bisher 24 Personen zur Verantwortung gezogen worden, die gegen die Verhängung der Selbstisolierung verstoßen haben.

Der Kaliningrader Bürgermeister forderte, den Nahverkehr erheblich einzuschränken. Es reichen Busse von 9-10.00 Uhr morgens und abends ebenfalls eine Stunde. Gegenwärtig befinden sich 3-4 Passagiere in jedem Bus.

Die Post Russlands in Kaliningrad teilte mit, dass sie keine Auszahlung der Renten in ihren Filialen vornimmt. Die Rentenempfänger werden von Zahlboten aufgesucht, die ihnen die Rente zu Hause auszahlen. Dies trifft auch auf die Empfänger von Sozialleistungen zu. Der Geldbote hilft auch den älteren Bürgern bei Notwendigkeit die Zahlungen für kommunale Dienstleistungen vorzunehmen.

In Russland ist es gelungen, einen 27jährigen Bürger festzustellen, welcher in Sozialnetzwerken Fake-Nachrichten über die Corona-Virus-Situation in seiner Heimatstadt Pense verbreitete. Trotzdem der Mann die Information löschte, konnte er von der Polizei ermittelt werden. Nun droht ihm im Rahmen eines Strafverfahrens eine Strafe von bis zu 100.000 Rubel.

Russland hat bis zum heutigen Tag rund 150.000 Bürger aus dem Ausland nach Russland zurückgeflogen. Ab Dienstag wird die Anzahl der Flugzeuge, die Bürger zurückführen, erheblich eingeschränkt.

Eine Reihe großer Einzelhändler ist dazu übergegangen, Verkäufe nur noch über elektronische Systeme abzuwickeln und kein Bargeld mehr entgegenzunehmen.

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Kommentare ( 3 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 31. März 2020 02:01 pm

    Ich habe eine Meldung gelesen, daß in Zusammenarbeit mit den ukrainischen Behörden vor wenigen Tagen ein Zug von Kiew nach Moskau eingesetzt wurde, der rückkehrwillige Russen aus der Ukraine in die Heimat brachte. Andererseits stellten die russischen Behörden allen in Rußland sich aufhaltenden Ukrainern in Aussicht, daß diese umgehend die Möglichkeit zur Ausreise aus der RF in die Ukraine hätten. Nun meine Frage. Nachdem die Plätze im Zug nach Moskau nach bereits 2,5 Stunden ausverkauft waren, wieviel Plätze waren das und wie kommen die Russen nach Hause, die keine Fahrkarte ergattern konnten? Gibt es da einen zweiten Zug? Wieviele der ca, 3 bis 3,5 Mio. in Rußland aufhältigen ukrainischen Bürger sind denn aus welchen Gründen auch immer in die westliche Richtung gefahren?

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 31. März 2020 05:16

      ... da bin ich überfragt. Jetzt geht ja gar nichts mehr. Die Grenzen sind dicht. Es fliegen nur noch wenige Flugzeuge um Heimkehrer zurückzuholen. Wer bisher nicht in seine Heimat zurückgekehrt ist, muss wohl in dem Land bleiben, wo er jetzt ist.

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 31. März 2020 09:05 pm

    Es sitzt auch eine große Menge der Wanderarbeiter aus den anderen ehemaligen GUS-Staaten fest. Das wird noch ganz erhebliche Probleme geben, alleine die Versorgung, weil diese nun auch keinen Verdienst haben und wenn sie dann doch einen Weg nach Hause finden, werden sie wahrscheinlich nicht so schnell wiederkommen. D.h. danach fehlen in den prekären Berufen dann die Beschäftigten ... ähnlich gelagert ist das Problem in Deutschland, weil ein Großteil der Erntehelfer fehlen wird ...

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 31. März 2020 12:07 pm

    Herr Werner, da haben Sie vollkommen Recht in Bezug auf die Wanderarbeiter. Ich finde ja, daß hier im Lande das Problem aber hausgemacht ist. Würde man den "Erntehelfern", die ja auch zur Frühjahrsbestellung da sind, ordentliche Unterkünfte bieten, dann wären die wohl auch bereit, über die Zeit dieser Pandemie hier im Land zu bleiben - und - zu arbeiten. Dazu müßte wohl aber ihr Aufenthaltsstatus verlängert werden, wozu die hiesige Bürokratie wohl so schnell und unbürokratisch nicht fähig ist. Das so etwas geht, aber als verdammt schlechtes Beispiel ... 2015 durch Frau Dr. anlo (ahnungslos) Merkel.

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