Corona-Virus-Situation in den Regionen der Russischen Föderation Stand 31. März 2020

Corona-Virus-Situation in den Regionen der Russischen Föderation Stand 31. März 2020

 

„Kaliningrad-Domizil“ analysiert Meldungen russischer Medien und staatlicher Behörden zur Corona-Lage in Russland zur allgemeinen Information, insbesondere für deutsche Bürger die sich in Russland aufhalten.

 

 

Aufmerksame Leser russischer Medien werden bei einem Vergleich föderaler Statistiken mit regionalen Meldungen Unterschiede in den Zahlen feststellen, insbesondere was die Zahlen zu den Neuinfizierten und zu den Todesfällen anbelangt. Dies hängt damit zusammen, dass ein Abstrich in Russland dreimal untersucht wird: Zwei Untersuchungen in Regionallaboren, eine weitere Untersuchung im Zentrallabor. Die Regionen veröffentlichen somit die „höchstwahrscheinlichen“ Zahlen und die föderalen Stellen zwei, drei Tage später die endgültigen, bestätigten Zahlen.   Somit kommt es zu unterschiedlichen Zahlenangaben.

„Kaliningrad-Domizil“ nutzt föderale zentrale staatliche Informationsquellen für die Erstellung der Statistik. In unseren Kommentaren finden Sie jedoch Hinweise auf Regionalereignisse, die zentral noch nicht erfasst sind.

Die Corona-Virus-Infektion hat 73 von 85 russischen Regionen erfasst. Schwerpunkt ist die Stadt Moskau und das Moskauer Gebiet.

 

 

2.337 Infektionsfälle sind in Russland registriert.

17 Personen sind in Russland an der Infektion verstorben.

121 Infizierte konnten bisher als geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden.

 

 

12 Infektionsfälle sind im Gebiet Kaliningrad registriert.

Es gibt keine Sterbefälle im Kaliningrader Gebiet.

Zwei Infizierte konnten bisher geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden.

 

 

Kaliningrad überraschte seine Bewohner heute, am ersten Tag der, von Premierminister Mischustin angewiesenen, totalen Selbstisolierung, mit Schnee. Es fiel in der Nacht die größte Schneemenge, im bereits abgelaufenen Winter. Allerdings war das nicht sehr schwer, denn im abgelaufenen Winter gab es gar keinen Schnee in Kaliningrad.

Videoeinspielung

27 Regionen haben die strengen Bestimmungen der totalen Selbstisolierung bereits umgesetzt. Kaliningrad, so melden es die Medien, ist bei der Umsetzung am erfolgreichsten. Neben dem Einsatz der Polizei, der RosGarde sowie von sechs mobilen Einsatzfahrzeugen der Stadtverwaltung, wurden nun auch die Kaliningrader Kosaken zur Kontrolle mit hinzugezogen.

Videoeinspielung Kosaken

Die Überwachungskameras des Systems Stadtsicherheit zeigten in den Morgenstunden und den Mittagsstunden wenig Bewegung auf den Straßen – obwohl trotzdem der Eindruck entsteht, dass es bei der Einschränkung noch Reserven gibt.

Videoeinspielung System Stadtsicherheit

Verantwortungsbewusste Kaliningrader nutzten den Wintertag, um zuerst ihnen nahestehende Familienmitglieder zu versorgen und dann ein eigenes ruhiges schmackhaftes Frühstück zu genießen. Da sich alle im bezahlten Zwangsurlaub befinden und die Kindergärten und Schulen geschlossen sind, störte nichts und niemand bei einem kulturvollen Frühstück.

Videoeinspielung Privat

Eingeschränkt wurde die Arbeit des Nahverkehrs. Hiervon ist jede Linie betroffen. Kurz zusammengefasst ist es nicht so gekommen, wie gestern vom Bürgermeister vorgeschlagen. Dieser wollte morgens für eine Stunde den Nahverkehr aktivieren und abends. Der jetzige Stand ist, dass die Linien im Durchschnitt alle 30-40 Minuten verkehren. Auch hier ist sicherlich noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Videoeinspielung HomeOffice Kaliningrad-Domizil

Die Stadtverwaltung hat weiterhin begonnen, an rund 3.000 alleinstehende Pensionäre Lebensmittelpakete zu verteilen. Diese sind besonders bedürftig, entweder aus finanzieller Hinsicht oder wegen fehlender sozialer Kontakte, die ihnen helfen könnten.

Es wird nochmals darauf hingewiesen, wer aus welchem Anlass das Haus oder die Wohnung verlassen darf:

Man darf die Wohnung zum Einkaufen von Lebensmitteln und anderen lebensnotwendigen Waren im nächstgelegenen Geschäft verlassen,

zum Kauf von Medikamenten in Apotheken

und Bauarbeiter dürfen ins Freie, die sich zu staatlichen Baustellen begeben, auf denen sie beschäftigt sind

Wer eine Bank aufsuchen will, kann dies auch ungestraft tun.

In dem Zusammenhang hat heute die russische Staatsduma ein neues Gesetz beschlossen. Bis zu sieben Jahren Freiheitsentzug drohen nun demjenigen, der die Quarantänebestimmungen verletzt. In leichteren Fällen beginnen die Strafen ab 15.000 Rubel, bis hin zu einer halben Million Rubel für juristische Personen. Auch die Schließung der Firma bis zu einem Monat, die die Quarantäne-Bestimmungen verletzt, ist jetzt im Gesetz vorgesehen.

Videoeinspielung Privat

Und bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug oder hohe Geldstrafen drohen demjenigen, der Fake-Nachrichten verbreitet. Wie bereits erwähnt, wurde gestern durch die Polizei ein erster 27jähriger Mann ermittelt, der Fake-Nachrichten über die Corona-Virus-Situation in seiner Heimatstadt verbreitet hatte. Er kann aber noch hoffen, zu billigen Tarifen, d.h. bis 100.000 Rubel, verurteilt zu werden.

Videoeinspielung Analyse russischer regionaler und föderaler Medien

Weiterhin melden russische Medien, dass das Justizministerium vorgeschlagen hat, bis 1. Juni keine Eheschließungen durchzuführen. Eheschließungen machen natürlich heutzutage wenig Sinn, wo es das Verbot der Ansammlung von Personen gibt und alle Restaurants und ähnliche Räumlichkeiten geschlossen sind. Allerdings, so empfahl das Justizministerium, auch keine Scheidungen durchzuführen. Bei einer Scheidung sind ja kaum Feierlichkeiten zu erwarten, aber anscheinend erinnert sich das Justizministerium doch an atypische Verhaltensweisen der russischen Bürger.

Eine der atypischen, obwohl für Russland muss man sagen typischen Verhaltensweisen ist, dass im Zusammenhang mit dem Ausgangsverbot sofort ein neues Geschäftsangebot aufgetaucht ist. Vom Ausgangsverbot sind die Bürger ausgenommen, die ihren Hund Gassi führen. Und da nicht alle Bürger einen Hund haben, gibt es nun geschäftstüchtige Russen, welche die stundenweise Verpachtung eines Hundes anbieten. Eine Stunde Hund pachten kostet in Moskau 800 Rubel, sowie eine Sicherheitssumme von 3.000 Rubel für den Hund selber. Vermutlich wird es für diese Summe keinen reinrassigen deutschen Schäferhund geben.

Videoeinspielung Hundepacht

In Moskau haben die Streifen das Recht erhalten, Personen, die die Isolationspflicht verletzen, neben der Feststellung der Personalien und der Verhängung von Strafen, bis nach Hause zu begleiten.

Die Stadt Moskau hat Sonderausweise für diejenigen eingeführt, die sich auf die Straße begeben wollen und hierzu das Recht haben. Man muss diesen Ausweis über das Internet beantrage und erhält einen QR-Code. Dieser berechtigt zum einmaligen Verlassen der Wohnung. Auch derjenige, der seinen Müll zum nächstgelegenen Containerplatz bringen will, benötigt hierzu eine Genehmigung. Nur diejenigen, denen generell das Arbeiten erlaubt ist, benötigen keine derartige Erlaubnis.

Videoeinspielung Privat

Kommen wir nun aber langsam zu den weniger dramatischen und mehr optimistischen Informationen.

Am Dienstagmorgen meldeten russische Medien, dass durch das russische Forschungsinstitut der Verbraucherschutzbehörde ein hocheffektiver Test auf Infektion entwickelt wurde. Dieser Test wurde in Russland schon am 25. März registriert. Dieser Test ermittelt sogar diejenigen, die keine Krankheitssymptome zeigen und doch infiziert sind. Weiterhin hat Russland drei Medikamente gegen die Infektion entwickelt.  

Der Chef-Epidemiologe Russlands glaubt, dass sich Russland dem Höhepunkt der Infektionswelle nähert. In den allernächsten Tagen wird die Anzahl der Infizierten weiter wachsen, dann aber stark rückläufig sein. Grund für seinen Optimismus sind die eingeleiteten Maßnahmen der Selbstisolierung. Weiterhin hatten Forscher festgestellt, dass sich das Corona-Virus besonders bei kühlen Temperaturen wohlfühlt. Und diese kühlen Temperaturen nähern sich langsam dem Ende.

Ausländern, die sich mit einem Visum in Russland aufhalten, wird dieses automatisch um 90 Tage verlängert, egal um welche Art Visum es sich handelt.

Unzufrieden mit der Lage in Russland sind die amerikanischen Geheimdienste. Diese beschwerten sich, dass man kaum Informationen über die Lage in Russland abschöpfen kann. Alle Informationsquellen, egal ob lebende oder virtuelle, sind stark abgesichert. Russland befindet sich hier in Gesellschaft mit China, dem Iran und Nordkorea. Auch dort befinden sich die Amerikaner im Tal der Ahnungslosen.

Reklame

Kommentare ( 0 )

Um zu kommentieren, müssen Sie sich registrieren oder einloggen.

Autorisierung