Covid-Pass für Russland – Mediziner streiten mit Politikern

Covid-Pass für Russland – Mediziner streiten mit Politikern
 
Der Leiter des Zentrum Gamalei Dr. Alexander Ginsburg, sprach in einem Interview mit dem TV-Sender „Rossia 24“ über den Gedanken, einen „Covid-Pass“ einzuführen und informierte weiter über mögliche Nebenwirkungen von „Sputnik V“.
 
 
Dr. Ginsburg unterstützte im genannten Interview den Gedanken der Einführung eines Covid-Passes für diejenigen, die die Spritze erhalten haben. Man hätte mit der Ausgabe dieser Pässe schon gleich mit dem Beginn der Impfkampagne beginnen sollen. Jeder Bürger, der sich hat impfen lassen, soll auch ein Dokument darüber haben, welches belegt, dass er geimpft und nach einer gewissen Zeit auch gegen das Virus geschützt ist – so Dr. Ginsburg.
 
Mit seinen Äußerungen steht der Mediziner im Widerspruch zur Vorsitzenden des russischen Föderationsrates, der Oberkammer der Staatsduma Walentina Matwijenko, die die Einführung dieses Passes als Anti-Utopie bezeichnete und kommentierte, dass man keinen derartigen Impfpass plane.
 
 
Auch der zuständige Gesundheitsausschuss der Staatsduma hat sich gegen einen derartigen Pass ausgesprochen und ihn als „absurd“ bezeichnet. Begründet wurde diese Meinung damit, dass es bisher nicht klar ist, wie lange die Immunität anhält. Bei einigen bildet sich eine vielmonatige Immunität, bei anderen nur für sehr kurze Zeit. Nach Meinung des Ausschusses reicht einfach eine neuerliche Untersuchung auf Antikörper aus, die der Patient im Bedarfsfall schnell vornehmen kann.
 
Im TV-Interview sprach Ginsburg auch über mögliche Nebenwirkungen von „Sputnik V“. Ausgangspunkt waren Informationen bei Patienten aus den USA, die nach Anwendung der Impfung „Pfizer“ schwere allergische Reaktionen zeigten. Bisher, so Ginsburg, sind in Russland rund 700.000 Personen mit dem Impfstoff „Sputnik V“ geimpft worden. Die staatlichen Aufsichtsbehörden führen hierbei eine sehr strenge Aufsicht. Es gab keinerlei allergische Reaktionen bei den Patienten.

 

Reklame

Kommentare ( 3 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 28. Dezember 2020 02:07 pm

    Ich weiß nicht, wie das in Rußland geregelt ist. Wo werden denn die anderen Impfungen für die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen dokumentiert? Gibt es denn in Rußland keinen normalen Impfpaß oder Impfausweis. Das ist doch wichtig, daß nachewiesen werden kann, daß gegen die ganzen Kinderkrankheiten, gegen Wundstarrkrampf und was ich noch alles geimpft wurde. Warum denn nun wieder dieses bürokratische Kleinklein? Noch ein Papierchen mit großem lila Stempel und das Ganze noch einmal für eine Auffrischung oder Wiederholung einer Impfung.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 28. Dezember 2020 05:14

      ... anscheinend (ich weiß es nicht) gibt es keinen Impfausweis. Als ich in diesem Jahr meine gesamte Gesundheitsfürsorge in Russland organisiert habe, habe ich bei den Ärzten auch meinen Impfausweis vorgezeigt, damit diese die Infos zu den Akten nehmen. Und irgendwie schien mir, dass alle erstaunt waren über so ein Dokument ...

  • Hannelore Jülicher Nehme

    Veröffentlicht: 28. Dezember 2020 09:15 pm

    Wir alle haben von der WHO weltweit den gelben Impfpass, und vor der Einführung: unsere Impfscheine, falls aufgehoben. Ich habe meine seit 1953, die haben meine Eltern gut aufgehoben...😄 Wir lassen uns noch heute alle 10 Jahre impfen: Polio, Wundstarkrampf, etc. Ist der bekannte Coctail. Und da kommt dann auch die Covidspritze rein. Selbst unsere Hunde und Katzen haben den gelben, den man ja für viele Reisen braucht. Ohne den hätten wir nicht von Berlin nach Helmstedt im Transit gedurft. Ich kann gar nicht glauben, dass dies in Russland nicht bekannt, oder gewollt ist... Gibt es denn auch in R eine allg. Impfpflicht?

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 28. Dezember 2020 09:27

      ... ich bin in der glücklichen Lage eine Nachbarin zu haben, die Krankenschwester ist. Sie hat mich konsultiert. Es gibt eine Impfpflicht in Russland, die allerdings nicht vollständig durchgesetzt wird. Gegenwärtig wird an der Vervollständigung der Gesetzgebung gearbeitet, um die Impfpflicht wieder zu dem zu machen, was sie früher war. Auch gibt es sogenannte Impfpässe. Sie nennen sich in Russland "Zertifikat", aber sind dasselbe. Dort wird jede Impfung eingetragen. Somit ist klar, das es etwas unklar ist, warum ein zusätzlicher Impfausweis für die Corona-Impfung ausgegeben werden soll.

  • Hannelore Jülicher Nehme

    Veröffentlicht: 29. Dezember 2020 08:58 pm

    Ein zusätzlicher Ausweis ist wirklich Quatsch, dafür haben wir ja gerade das gelbe Heftchen von der WHO, den kann man weltweit bei Bedarf vorzeigen, die sind auch identisch bestückt, so dass jedes Land in jeder Sprache bei z.B. Unfall - ok, der ist ist noch gültig auf Wundstarkrampf geimpft. Wer viel und gerne verreist, hat den auch bei sich. Ich weiss noch, 1973 mußten wir noch für Zypern einen mithaben... 😄
    Leider unterschätzen die Menschen Impfungen oder weigern sich, leider, deshalb wächst auch wieder Polio

Um zu kommentieren, müssen Sie sich registrieren oder einloggen.

Autorisierung