Der FSB kann geduldig, sehr geduldig sein – wenn nötig

Der FSB kann geduldig, sehr geduldig sein – wenn nötig

 

Dreizehn Jahre hat der FSB gewartet, beobachtet, registriert, analysiert. Dann hatte die Geduld wohl Grenzen erreicht und der russische Sicherheitsdienst verhaftete einen Amerikaner, der aus seinen Spionageabsichten noch nicht mal ein Geheimnis machte.

 

 

Es geht um einen Amerikaner, den der russische Sicherheitsdienst von der ersten Minute seines erstmaligen Eintreffens in Russland im Jahre 2007 unter Beobachtung nahm.

Im Jahre 2007 war der Amerikaner noch Angehöriger der US-Armee. Kaum betrat er russischen Boden begann die Telefonüberwachung. Völlig ohne jede Zurückhaltung erklärte der Amerikaner, dass er sich mit Aufklärung beschäftige und an geheimen Informationen interessiert sei. Eine derartige Offenheit könnte man auch einfach als albernes Verhalten von Ausländern einstufen, aber der FSB entschied sich, für den Fall aller Fälle den Mann unter Beobachtung zu halten.

Er reiste häufig nach Russland und bei jeder Einreise und Aufenthalt begann er intensiv Kontakte zu Angehörigen oder ehemaligen Angehörigen der bewaffneten und Sicherheitsorgane zu knüpfen.

In der Regel besuchte der Amerikaner die Städte Moskau und St. Petersburg. Einem seiner Bekannten brachte er ein bemerkenswertes Geschenk mit. Es handelte sich um ein Buch, des wegen Landesverrats in Abwesenheit verurteilten KGB-Generalmajors Oleg Kalugin, der dieses Buch auch noch handsigniert hatte.

Am 28. Dezember 2018 wurde der Amerikaner dann verhaftet. Man fand bei ihm eine Fleschka mit geheimen Informationen. Er ist nun der Spionage zugunsten der USA angeklagt.

Im Juni 2019 wandte sich der Amerikaner an die Staatschefs der Länder, deren Staatsbürgerschaft er inne hat, mit der Bitte um Hilfe. Er ist Staatsbürger der USA, Kanadas, Irlands und Großbritanniens.

Sein Anwalt bestritt die Vorwürfe, dass auf dem Stick geheime Informationen waren und kommentierte, dass es sich nur um Urlaubsbilder handele. Der FSB bestätigte, dass sich auf dem Stick eine Namensliste des Personalbestandes einer FSB-Einheit befand.

Der Amerikaner selber geht davon aus, dass seine Verhaftung im Rahmen der gegenseitigen Sanktionspolitik erfolgte und er nur das Opfer staatlicher Politik ist.

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