Deutsche Außenamtsleiterin in Moskau

Deutsche Außenamtsleiterin in Moskau
 
Es war nicht leicht, in den russischen Medien Informationen über den Besuch der deutschen Außenamtsleiterin in Russland zu finden. Die Meldungen waren kurz und „auszugsweise“. Es gab anscheinend Wichtigeres in Russland.
 
 
Viele Medien berichteten über die Pläne von Präsident Putin zur bevorstehenden Kreschenije – dem Eisbaden am 18/19. Januar. Die Medien berichteten über den bevorstehenden Blitzbesuch des amerikanischen Außenministers, der am Dienstag in Kiew Gespräche führt und danach nach Moskau weiterreisen wollte. Im Verlaufe des Tages wurde dann konkretisiert, dass man sich am 21. Januar in Genf treffen werde. Und die russischen Medien berichten über den Besuch des iranischen Präsidenten in Russland – der erste Besuch dieser Art überhaupt in der modernen Geschichte beider Länder. Der Besuch findet am 19. Januar statt.
 
Somit war der Besuch der deutschen Außenamtsleiterin Annalena Baerbock eins von sehr vielen Ereignissen des heutigen Dienstags.
 
Der russische Außenminister Lawrow kam zu der Einschätzung, dass die Gespräche mit der deutschen Außenamtsleiterin nützlich waren – ungeachtet dessen, dass es eine Reihe von Gegensätzen in den Beziehungen gibt.
 
Lawrow meinte, dass Berlin und Moskau sich gemeinsam nach vorne bewegen könnten, wenn es um die Entwicklung der Beziehungen geht. Besprochen wurden – so informieren die russischen Medien allgemein – alle Themen, die für beide Seiten gegenwärtig aktuell sind.
 
Ein Thema war Nordstream-2. Lawrow kommentierte, dass dieses Thema durch Deutschland politisiert wurde. Dies sei kontraproduktiv – so Lawrow. Bei dem Projekt handele es sich um das größte kommerzielle Projekt des letzten Jahrzehnts. Mit diesem Projekt soll die Energiesicherheit Europas und somit auch Deutschlands gewährleistet werden.
 
Angesprochen wurde die Thematik des Senders RT-Deutsch. Frau Baerbock kommentierte, dass Deutschland keinerlei Möglichkeiten hat, auf diese Situation Einfluss zu nehmen.
 
Russische Medien kommentieren, dass das Treffen nichts Besonderes gebracht habe. Man habe in der Vergangenheit mehrmals miteinander telefoniert und nun hat das erste persönliche Treffen stattgefunden. Die russischen Medien informieren, dass Frau Baerbock erst 40 Tage in Funktion ist und über keinerlei Erfahrungen auf diplomatischem Gebiet verfügt. Somit schätzen die Medien ein, dass dieser Besuch in Moskau für sie eine Art Test war.
 
Die deutsche Außenamtsleiterin Annalena Baerbock legte während Ihres Aufenthaltes in Moskau einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten nieder. Als sie vor dem Grabmal stand, verspürte sie Scham und Beklemmung, teilte sie während der gemeinsamen Pressekonferenz mit. Nichts kann das kompensieren, was die Deutschen der Sowjetunion angetan haben.
 
Sie kommentierte weiter, dass die Beziehungen zu Russland der deutschen Regierung und ihr ganz im Besonderen wichtig sind. Es gibt keine Alternative zu guten stabilen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

 

 

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Kommentare ( 3 )

  • felix

    Veröffentlicht: 18. Januar 2022 21:45 pm

    @ Uwe Erich Niemeier,
    Welchen Titel geben Sie denn unserer Außenministerin ?
    Ich habe ihr anfangs wenig zugetraut, sie war schon sehr tüchtig und macht auf mich den Eindruck, sie könnte gut werden - sie ist ja noch jung. Putin war auch jung, und ist für Russland sehr gut - er wurde von Jelzin geleitet - von Frau Baerbock war ihre Partei schon vor der Wahl begeistert, ich nicht.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 18. Januar 2022 21:52

      Deutschland hat kein Außenministerium, sondern ein Auswärtiges Amt. Somit ist es, meiner Auffassung nach, durchaus korrekt, dass die für diese Behörde zuständige Person als Leiter oder Leiterin des Auswärtigen Amtes oder kurz Außenamtsleiterin bezeichnet wird. Wer will, kann sie natürlich auch als Ministerin bezeichnen. Aber zu einer Ministerin gehört - so zumindest meine konservative Vorstellung - ein Ministerium. Ich orientiere mich da auch ein wenig an historische Praktiken der Bundesrepublik Deutschland, die ja die Deutsche Demokratische Republik auch immer als "sogenannte DDR" bezeichnet hat, oder einfach Ostdeutschland ... ja, ja, ... es ist alles etwas subjektiv, aber so ist nun mal mein Verständnis.

  • felix

    Veröffentlicht: 18. Januar 2022 22:23 pm

    @ Uwe Erich Niemeier,
    jeder ist wie er ist, Ihre Argumentation ist auch richtig.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 19. Januar 2022 02:26 pm

    Uwe, Sie haben meiner Ansicht nach vollkommen Recht. Mit der Namensänderung der westdeutschen Trizone in Bundesrepublik Deutschland und der Erschaffung de damit verbundenen Selbstverwaltungsvorschrift, genannt Grundgesetz mit den mehreren Artikeln der Rechte und Befugnisse der Besatzungsorgane, wurden ja auch die Bereiche der Verwaltung der BRD festgelegt, Dabei wurde wohl entsprechend dem Vorbild der USA kein Außenministerium gegründet, sond ein Auswärtiges Amt, In den USA bestand und besteht dafür auch kein Außenministerium, sondern ein Staatssekretariat (State Department) und der Blinken ist ein Sekretary of State. Das hat wohl, - aber das ist meine Meinung - damit zu tun, daß die wesentlichen internationalen Entscheidungen der Regierungschef trifft. Diese in seine Kompetenz fallen. Dem Blinken seine Stellvertreterin ist die Unterstaatsekretärin Victoria Nuland.
    Im Auswärtigen Amt gibt es noch 3 "Staatsminister" und 2 "Staatssekretäre, wobei letztere eigentlich die Fachleute sind.

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