Deutscher Bundestag bleibt bei Russland-Sanktionen. Russland spendet 20 Milliarden USD

Deutscher Bundestag bleibt bei Russland-Sanktionen. Russland spendet 20 Milliarden USD

 

Am 24. Oktober begann in Sotchi der große Afrika-Gipfel. Einen Tag vorher verkündete Russland, dass man den afrikanischen Ländern Schulden in Höhe von über 20 Milliarden US-Dollar erlässt. Am 25. Oktober meldeten russische Medien, dass sich der deutsche Bundestag entschlossen hat, die Sanktionen gegen Russland beizubehalten.

So setzt eben jeder seine Prämissen. Deutschland tut alles, damit es Russland möglichst schlecht geht und Russland tut vieles, damit es anderen Ländern gut geht oder doch zumindest besser als jetzt. Fast ist man geneigt den Ausspruch einer deutschen historischen Persönlichkeit zu vergewaltigen: „… am russischen Wesen, soll Afrika genesen“.

Und, wie jeden Tag, besuchte ich frühmorgens um sechs Uhr meinen Fitness-Club um ein wenig zu schwimmen und den obligatorischen Sauna-Besuch zu absolvieren. Wie immer ist die Sauna bestens geeignet, um dort die große Weltpolitik zu besprechen.

Und Babulja meinte, dass Putin ziemlich großzügig ist, gegenüber irgendwelchen Ländern in Afrika und einfach mal 20 Milliarden Dollar verschenke. Sie würde lieber etwas mehr Rente bekommen. Und Iwanowitsch ergänzte, dass er auch nichts dagegen hätte, zu seiner Pension, die er als ehemaliger Militär erhält, mal eine Einmal-Zahlung zu bekommen.

Und, als ob der Präsident mit uns gemeinsam in der Sauna gesessen ist, erklärte wenig später sein Sprecher, warum Russland so großzügig ist. Eigentlich, so meinte Dmitri Peskow, ist das Land nicht großzügig. Man habe einfach nur „hoffnungslose Schulden“, wie der Buchhalter sagen würde, abgeschrieben. Die Kredite zurückzubekommen war aussichtslos und so habe man aus der Not eine Tugend gemacht und den afrikanischen Staaten die Schulden erlassen. Im Gegenzug erhält nun die russische Wirtschaft, erhalten die russischen Unternehmer in diesen Ländern eine Vorzugsbehandlung, Zutritt zu Staatsaufträgen, Vergünstigungen bei Investitionen. Das schafft sowohl in Russland, wie auch in den betreffenden afrikanischen Ländern, neue Arbeitsplätze und bringt Steuern in die Kassen beider Seiten. Russland erhält also im Gegenzug die Möglichkeit, großflächig in Afrika zu expandieren und von dort aus, weitere Märkte in der Welt zu erschließen.

Mit anderen Worten: Deutschland wird für Russland wohl immer bedeutungsloser. Man hat anderes zu tun, denn … am russischen Wesen, soll Russland genesen.

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Kommentare ( 1 )

  • Steffen Görlich

    Veröffentlicht: 26. Oktober 2019 10:38 pm

    Ich halte die Sanktionen für falsch und möchte nur anmerken, dass sich der Bundestag am Donnerstag nicht zu einer Verlängerung der Saktionen entschlossen hat. Es handelte sich vielmehr um eine Anfrage des Abgeordneten Andrej Hunko von den Linken bezüglich der Effektivität der Sanktionen. Die Antwort war allerdings, wie oftmals auch Antworten auf der Bundespressekonferenz auf kritische Fragen, ziemlich nichtssagend und eine konkrete Aussage zur Effektiviät (Aufwand zu Nutzen) wurde nicht getroffen. Kann man in den Sitzungsprotokollen nachlesen.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 26. Oktober 2019 11:16

      ... danke für die Ergänzung. In den russischen Medien war dies etwas anders formuliert, aber letztendlich läuft es ja auf dasselbe hinaus. Die Sanktionen bleiben und, davon bin ich überzeugt, wenn die halbjährliche Beratung zur Verlängerung der Sanktionen im Bundestag anstehen, werden diese auch weiter verlängert.

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