Elektronisches Visum für ganz Russland schneller als erwartet?

Elektronisches Visum für ganz Russland schneller als erwartet?

 

„Kommersant“ berichtet, unter Bezugnahme auf Veröffentlichungen des russischen Außenministeriums, dass begonnen wurde, die Weisung des russischen Präsidenten zur Einführung des eVisums für ganz Russland, umzusetzen. Es scheint, als ob das eVisum für ganz Russland schneller realisiert wird, als ursprünglich geplant.

Nach dem erfolgreichen Start des eVisums für das Kaliningrader Gebiet, hat der russische Präsident Putin die Weisung gegeben, das eVisum bis zum 1. Januar 2021 für ganz Russland einzuführen.

Seit Anfang Oktober können nun auch Ausländer mit eVisum nach St. Petersburg und in das Leningrader Gebiet reisen.

Bereits seit über einem Jahr gibt es das eVisum für Wladiwostok.

Wie der Internetseite des russischen Außenministeriums zu entnehmen ist, hat man damit begonnen, die Voraussetzungen zu schaffen, um das eVisum für all die Städte einzuführen, die am meisten durch Ausländer frequentiert werden. Es scheint also so zu sein, dass man Schritt für Schritt in den russischen Regionen die notwendigen Voraussetzungen schafft, damit Ausländer mit dem eVisum einreisen können, so dass zum 1. Januar 2021 das eVisum nicht eingeführt wird, sondern zu diesem Zeitpunkt schon ein Großteil der russischen Regionen mit dem eVisum arbeitet und das von Präsident Putin genannte Datum damit die Qualität eines Erfüllungsdatums einnimmt.

Das eVisum, welches bisher existiert, ist kostenlos und gestattet den Ausländern einen Aufenthalt bis zu acht Tagen in den jeweiligen Gebieten und Städten. Das gesamtrussische eVisum wird eine Gültigkeit von 16 Tagen haben, soll aber nicht kostenlos sein. Halboffizielle Verlautbarungen sprechen von 50 USD.

In den russischen Medienmitteilungen wird davon gesprochen, dass die Bestimmungen für die Ein- und Ausreise mit eVisum weiter vereinfacht werden sollen. Während es bisher nicht möglich ist, mit einem eVisum für Kaliningrad in eine andere russische Stadt oder Region zu reisen, könnte es durchaus möglich sein, dass zukünftig Weiterreisen zu anderen Städten, die ebenfalls ein eVisum-Regime haben, möglich sind.

Russische Medien haben in den letzten Tagen allerdings auch darüber berichtet, dass man an einem Gesetzentwurf arbeite, wonach alle einreisenden Ausländer verpflichtet werden, ihre Fingerabdrücke in einer russischen Datenbank zu speichern. Die Länder der Europäischen Union haben diese Praxis bereits gegenüber Russland eingeführt. Somit reagiert Russland mit diesen Überlegungen nur auf die Vorgehensweise anderer Staaten gegenüber russischen Bürgern. Wie in der Praxis die Fingerabdrücke im Rahmen der Einreise mit eVisum von den Ausländern gescannt werden soll, bleibt abzuwarten. Hier wird es wohl an den Grenzübergängen zu einer erheblichen technischen Neuausrüstung kommen müssen.

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