Gespräche in der Sauna zum Schicksal Großbritanniens

Gespräche in der Sauna zum Schicksal Großbritanniens

 

Jeden Morgen pünktlich um sechs Uhr gehe ich in die Sauna. Das macht nicht nur fit für den beginnenden Alltag, sondern man erfährt dort auch alles, was am Vortag und in der Nacht in in Russland und in der Welt passiert ist. Die Sauna in Russland ersetzt defacto das Internet.

 

 

Und so hörte ich heute einem Gespräch zu, welches sich um die Wahlen in England und die möglichen Folgen im Zusammenhang mit dem Brexit drehte. Ich war schon erstaunt, dass dies für die Russen ein Thema, insbesondere in der Sauna ist, denn eigentlich werden sonst in der Sauna die besten Plätze zum Pilze sammeln oder zum Angeln besprochen.

Man zeigte sich sehr gespannt zu den Ergebnissen und diskutierte alle Vor- und Nachteile von möglichen Wahlsiegern. Und man diskutierte natürlich auch die Möglichkeit, dass der Brexit nun vielleicht doch nicht stattfindet.

Die Meinungen waren unterschiedlich, aber in einem waren sich alle Sauna-Besucher einig: egal wer die Wahl gewinnt, der politische Kampf um das Thema „Brexit“ geht weiter und wird die Europäische Union von der Lösung anderer wichtiger Aufgaben abhalten und somit nicht stärken. Und je mehr sich die Europäische Union mit sich selbst beschäftigen muss, um so weniger Zeit bleibt, sich in die inneren Angelegenheiten Russlands einzumischen.

Hoffnungen auf eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union hatte keiner der in der Sauna schwitzenden Russen und es war denen – so war mein schweißiger Eindruck – auch egal. Die Sanktionen der EU interessieren in Russland niemanden mehr. Man hat sich adaptiert und lebt damit, so wie die Sowjetunion viele Jahrzehnte mit westlichen Embargos und Sanktionen gelebt hat.

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