Guter, arbeitsliebender Mörder – Russland fordert die Aktivierung der Todesstrafe

Guter, arbeitsliebender Mörder – Russland fordert die Aktivierung der Todesstrafe

 

Ein Mord bringt gegenwärtig in Russland die Gesellschaft in Wallung. Seit vielen Jahren, im Zusammenhang mit dem Beitritt Russlands zum Europarat, gibt es ein Moratorium für die Umsetzung der Todesstrafe. Ein Großteil der russischen Gesellschaft fordert die Aufhebung des Moratoriums. Letztmalig wurde im Jahre 1996 in Russland die Todesstrafe gegen einen Mann vollstreckt, der einen 11jährigen Jungen ermordet hatte.

Der 35jährige Michael Tuwatin hat die neunjährige Lisa ermordet – aus nichtigem Anlass. Er hat den Mord gestanden. Seine Mutter glaubt nicht an das Geständnis und charakterisiert den geständigen Mörder als guten, arbeitsliebenden, bemerkenswerten, klugen Menschen. Der Mutter ist vermutlich nicht bekannt, dass ihr lieber, guter Sohn mehrfach vorbestraft ist, so u.a. auch für Vergewaltigung.

Die neunjährige Schülerin verschwand auf dem Weg zur Schule. Zwei Tage suchte man nach ihr und fand sie dann im Bereich einer Garagengemeinschaft. Wie bekannt wurde, hatte sie ihren Mörder in einer Garage gesehen und gefragt, was er denn in einer fremden Garage mache. Er hatte sich diese Garage einfach angeeignet. Damit nicht bekannt wurde, dass er sich dieser Garage bemächtigt hatte, brachte er das neunjährige Mädchen einfach um.

Als dies bekannt wurde, organisierten Bürger der Stadt eine Demonstration vor der Polizeidienststelle, in der der Beschuldigte festgehalten wurde. Sie forderten seine Herausgabe zur Durchführung von Selbstjustiz. Die Sicherheitsorgane traten in Aktion und verhinderten Schlimmes.

In all dieser Zeit liefen aber parallel in ganz Russland gesellschaftliche Prozesse im Zusammenhang mit diesem Mord ab und die Tendenz scheint eindeutig zu sein: Man fordert die Wiedereinführung der Todesstrafe – mindestens für Verbrechen an Kindern.

Wladimir Solowjow, einer der bekanntesten russischen TV-Journalisten befürwortete die Durchführung der Todesstrafe gegenüber denjenigen, die Verbrechen an Kindern verübten und für Pädophile. Derartige Leute müssen ausgerottet werden wie räudige Hunde – so sinngemäß seine Worte. Nicht alle waren mit seiner Meinung, die er über „Telegram“ verbreitete, einverstanden. Er ergänzte, dass das System der Instanzen in Russland so entwickelt werden muss, dass vor Vollstreckung der Todesstrafe, alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um keinen Unschuldigen hinzurichten.

Auch die russische Staatsduma wurde aktiv und startete auf ihrer Internetseite bei VKontakte eine Umfrage zur Aktivierung der Todesstrafe. Innerhalb weniger Stunden nahmen über 67.000 Menschen an der Umfrage teil. 80 Prozent stimmten für die Wiedereinführung der Todesstrafe für Täter, die sich an Kindern vergehen. 16 Prozent waren gegen die Vollstreckung der Todesstrafe und vier Prozent meinten, man solle nach einer Alternative suchen.

Eine mögliche Alternative könnte die vollständige Isolierung des Verurteilten vom Rest der Welt sein – natürlich lebenslänglich. Damit hält man das Moratorium weiterhin aufrecht, bringt sich nicht in die Lage, möglicherweise ein Fehlurteil vollstreckt zu haben und bestraft den Verurteilten eigentlich damit, dass er lebendig in einem Grab liegt und wartet, dass er stirbt ohne zu erfahren, was in der Welt oder im Nachbarzimmer vor sich geht. Weiterhin soll dieses Individuum, so Kommentatoren, nur das absolute Minimum erhalten, um zu existieren.

Reklame

Kommentare ( 0 )

Um zu kommentieren, müssen Sie sich registrieren oder einloggen.

Autorisierung