Klare Worte aus Moskau im Verhältnis zur Europäischen Union

Klare Worte aus Moskau im Verhältnis zur Europäischen Union
 
Am Freitagmorgen informierten die russischen Medien über ein Interview des russischen Außenministers Sergej Lawrow. Dem Interview war zu entnehmen, dass Russland auch die Möglichkeit eines Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland in seinen Überlegungen einkalkuliert. Der Kreml forderte auf, die Worte des Außenministers richtig wiederzugeben.
 
 
Im Verlaufe des Freitags meldete sich der Kreml zu Wort und kommentierte, dass die russischen Medien die Äußerungen des Außenministers verkehrt wiedergegeben haben.
 
„Die Medien haben mit Sensationsüberschriften ohne weitere Erläuterungen, die Äußerungen des Außenministers verbreitet und dies war ein großer Fehler, denn dieser Fehler verändert den Inhalt dessen, was gesagt worden ist. Richtig ist, dass wir nicht den Abbruch der Beziehungen zur Europäischen Union wollen, sondern deren Entwicklung. Sollte aber die Europäische Union diesen Weg beschreiten, ja, dann sind wir dazu bereit …“ so Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten.
 
Die Worte von Herrn Lawrow wurden durch die Medien so vermittelt, als ob Russland sich zum Initiator des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen machen will. Ein solcher Schritt ist aber nur in Erwägung zu ziehen, wenn Russland mit außerordentlich destruktiven Handlungen, zum Nachteil der russischen Infrastruktur, zum Nachteil der russischen Interessen, konfrontiert wird.
 
„Russland sollte sich rechtzeitig auf solche unfreundlichen Schritte vorbereiten. Wir müssen autark sein, wir müssen die Sicherheit in den sensibelsten strategischen Bereichen gewährleisten und wir müssen bereit sein, alles, was uns vorenthalten werden kann, durch unsere nationale Infrastruktur zu ersetzen", kommentierte Dmitri Peskow.
 
Peskow konstatierte, dass dies nur dann notwendig ist, wenn "Wahnsinn herrscht und unfreundliche Manifestationen stattfinden".
 
Gegenwärtig ist es schwierig zu sagen, welcher Standpunkt in der EU vorherrschen wird.
 
Videoeinspielung: Sergej Lawrow im Interview
 
 

 

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Kommentare ( 3 )

  • Gego Tschetoch

    Veröffentlicht: 12. Februar 2021 14:43 pm

    Eine peinliche Situation! Aber immerhin hat der Kreml dadurch eine weitere Möglichkeit erhalten, der Weltöffentlichkeit mitzuteilen, dass man nach wie vor an einer Entwicklung der Beziehungen zur EU interessiert ist, und nicht an deren Abbruch. Jetzt kommt also wieder die berühmte Medaille mit ihren zwei Seiten in's Spiel. Wollen die Medien nun das Missverständnis verbreiten, oder legen sie wert auf die korrigierte und positive Berichtigung durch die offiziellen Stellen in Moskau? Wichtig ist aber auch... welcher Sichtweise wird sich die EU anschließen?

  • Hans-Otto Bathke

    Veröffentlicht: 12. Februar 2021 22:31 pm

    Nachdem D es mehrfach erfolglos versucht hat Russland ans Bein zu pinkeln, versucht man es jetzt über die EU. Es ist schon beschämend wie Amerika und D als Vorreiter eines neuen kalten Krieges fungieren. Man hat eines vergessen, Russland würde wenn es hart auf hart kommen würde eher den Kitt aus den Fenstern essen als zu Kreuze kriechen.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 13. Februar 2021 13:19 pm

    Ich finde diese Medien - Veröffentlichung gar nicht so schlimm. Auch wenn man die redigierte Variante von Dmitri Peskow sich genau durchliest, dann weiß doch die EU in ihrer Gesamtheit, Brüssel, Washington, aber vor allem auch Berlin, was die Glocke geschlagen hat.
    Merkel sollte diesen transatlantischen Hanswurst Maas aus der Bundesverwaltung entfernen, da er fast nicht wieder zu reparierende Schäden nicht nur in den Beziehungen mit Rußland herbei führt. Er möchte wie sein ehemaliger US-Kollege Pompeo sich so anmaßend benehmen wollen. Es stand dem arroganten Dicken nicht gut zu Gesicht, kein Außenpolitiker und kein Diplomat zu sein und dem nicht nur körperlich dürren Maas gleich gar nicht.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 13. Februar 2021 13:23

      ... ja, ich stimme Ihnen zu. Die Formulierungen sind, egal ob von Lawrow oder von Peskow, kaum zu unterscheiden. Russland wollte eine Botschaft senden und hat diese gesandt. Soll niemand am 22. Februar sagen, man habe nicht gewusst, das die Russen so "empfindlich" sind wegen ein paar zusätzlicher Sanktionen. Aber, wir bereiten uns jetzt erstmal aktiv auf den 23. Februar vor - dem Tag der Landesverteidiger, bzw. volkstümlich "Tag der Armee".

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